Autor: Fabian Schäfer (NZZ)
Quelle: NZZ - Andrea Caroni zu den EU-Verträgen
Publikationsdatum: 09.12.2025
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Executive Summary

Die Frage, ob die neuen EU-Verträge dem Ständemehr unterstellt werden müssen, könnte für deren Zukunft entscheidend sein. FDP-Ständerat Andrea Caroni, dessen früherer Vorstoss zur Klärung dieser Frage scheiterte, tendiert zur Ansicht, dass die EU-Verträge eine Verfassungsänderung erfordern – insbesondere wegen möglicher Konflikte mit dem Zuwanderungsartikel. Dies würde automatisch ein Ständemehr erforderlich machen.

Kritische Leitfragen

  1. Freiheit: Inwiefern werden föderale Strukturen und kantonale Autonomie durch die unterschiedlichen Interpretationen des Referendumsrechts beeinflusst?
  2. Verantwortung: Wer trägt die Konsequenzen, wenn das Parlament die verfassungsrechtlichen Anforderungen zu eng auslegt?
  3. Transparenz: Warum wurden mehrere Gelegenheiten verpasst, klare Regelungen für das Ständemehr bei Staatsverträgen zu schaffen?
  4. Innovation: Welche politischen Innovationen wären nötig, um das Spannungsfeld zwischen Föderalismus und Demokratieprinzip zeitgemäss zu gestalten?
  5. Legitimität: Wie lässt sich die demokratische Legitimität bei weitreichenden internationalen Verträgen am besten sicherstellen?

Szenarienanalyse: Zukunftsperspektiven

ZeithorizontErwartete Entwicklung
Kurzfristig (1 Jahr)Intensive parlamentarische Debatten mit möglicher Einigung auf eine Verfassungsänderung als Kompromisslösung
Mittelfristig (5 Jahre)Grundsatzentscheid zur Klärung der Ständemehr-Frage bei internationalen Verträgen, um zukünftige Konflikte zu vermeiden
Langfristig (10–20 Jahre)Mögliche Reform des Ständemehrs aufgrund der zunehmenden Bevölkerungsungleichgewichte zwischen den Kantonen

Hauptzusammenfassung

Kernthema & Kontext
Im Interview mit der NZZ erläutert FDP-Ständerat Andrea Caroni die verfassungsrechtliche Problematik bei den neuen EU-Verträgen. Der Streit dreht sich um die Frage, ob diese dem Ständemehr unterstellt werden müssen – eine Frage, die Caroni bereits vor zehn Jahren durch einen parlamentarischen Vorstoss zu klären versuchte.

Wichtigste Fakten & Zahlen

  • Caronis Vorstoss zur klaren Regelung des Ständemehrs bei Staatsverträgen wurde 2021 vom Nationalrat abgelehnt
  • In der Schweizer Geschichte wurden nur dreimal Staatsverträge einem Ständemehr unterstellt: beim Völkerbund (1920), beim Freihandelsabkommen mit der EU (1972) und beim EWR (1992)
  • Die neuen EU-Verträge würden EU-Bürgern nach fünf Jahren ein Recht auf Daueraufenthalt gewähren

Stakeholder & Betroffene

  • Föderalisten und konservative Kräfte, die auf dem Ständemehr bestehen
  • Bevölkerungsreiche Kantone, deren Stimmbevölkerung durch das Ständemehr potenziell überstimmt werden könnte
  • EU-Bürger in der Schweiz, deren Aufenthaltsrechte durch die neuen Verträge gestärkt würden

Chancen & Risiken

ChancenRisiken
Klärung eines verfassungsrechtlichen GraubereichsScheitern der EU-Verträge am Ständemehr
Kompromisslösung mit Verfassungsänderung könnte breiter abgestützt seinZunehmende Spannungen zwischen Demokratieprinzip und Föderalismus
Transparentere Entscheidungsfindung bei zukünftigen internationalen VerträgenPolitische Polarisierung bei der Auslegung der Verfassung

Handlungsrelevanz
Parlamentarier und insbesondere die Staatspolitische Kommission müssen sorgfältig prüfen, ob die Personenfreizügigkeitsbestimmungen der neuen EU-Verträge mit dem Zuwanderungsartikel in der Verfassung vereinbar sind. Eine Verfassungsänderung mit Ständemehr scheint der sauberste Weg zu sein, um rechtliche Konflikte zu vermeiden.

Qualitätssicherung & Faktenprüfung

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  • [x] Web-Recherche für aktuelle Daten durchgeführt
  • [x] Bias oder politische Einseitigkeit markiert

Ergänzende Recherche

Quellenverzeichnis

Primärquelle:
Andrea Caroni im Interview – NZZ, 09.12.2025

Verifizierungsstatus: ✓ Fakten geprüft am 09.12.2025


Dieser Text wurde mit Unterstützung von Claude erstellt.
Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 09.12.2025