Kurzfassung
Die Glaubwürdigkeit der USA unter Präsident Donald Trump wird zunehmend in Frage gestellt, nachdem dieser beim WEF in Davos polarisierende Aussagen zur Kontrolle Grönlands und zu Beziehungen mit Russland machte. Der Schweizer Bundesrat hatte unter Joe Biden den Kauf von 36 F-35-Kampfjets beschlossen, doch selbst bürgerliche Parlamentarier zweifeln nun an dieser Entscheidung und sehen eine Neuausrichtung der Schweizer Luftwaffe hin zu europäischen Alternativen als notwendig an. Während die aktuelle Beschaffung fortgeführt werden soll, wächst der politische Konsens, dass künftige Beschaffungen europäische Flugzeuge bevorzugen sollten.
Personen
- Donald Trump
- Joe Biden
- Karin Keller-Sutter
- Fabian Molina (SP)
- Jacqueline de Quattro (FDP)
- Marianne Binder (Mitte)
- Mauro Tuena (SVP)
- Martin Pfister (Bundesrat)
Themen
- Sicherheitspolitik der Schweiz
- Geopolitische Neuausrichtung
- Rüstungsbeschaffung
- USA-Abhängigkeit
- Europäische Alternativen
- Militärische Modernisierung
Detaillierte Zusammenfassung
Die Schweizer Rüstungspolitik steht im Zeichen geopolitischer Verunsicherung. Präsident Trump trat beim Weltwirtschaftsforum mit Aussagen auf, die europäische Politiker verstörten: Sympathiebekundungen für Wladimir Putin, Drohungen gegenüber Grönland und provokative Äusserungen gegenüber Europa.
Der Bundesrat hatte unter der Biden-Administration den Kauf von 36 F-35A-Kampfjets beschlossen, ein multimillionen-schweres Rüstungsprojekt. Dieses Vorhaben bindet die Schweiz enger an die USA und schafft technologische und operative Abhängigkeiten. Bundesrat Martin Pfister kündigte im Dezember an, dass die Schweiz zunächst weniger als 36 Jets beschaffen werde, langfristig aber eine Flotte von 55 bis 70 Kampfflugzeugen anstrebt.
Die Linke fordert einen Stopp der F-35-Beschaffung. SP-Nationalrat Fabian Molina argumentiert, die USA seien kein verlässlicher Partner mehr. Die bürgerlichen Parteien wollen die aktuelle Beschaffung durchführen, erkennen aber die geopolitischen Realitäten an.
Kritisch differenzierte Positionen entstehen in der bürgerlichen Mitte: FDP-Nationalrätin Jacqueline de Quattro befürwortet die Durchführung des F-35-Kaufs, betont aber: «Wenn der Bundesrat heute einen Kampfjet wählen müsste, würde er wahrscheinlich nicht mehr auf den F-35 setzen.» Sie plädiert für eine künftige Neuausrichtung zu europäischen Flugzeugen. Mitte-Ständerätin Marianne Binder sieht aus Zeitgründen derzeit keine Alternative zum F-35-Deal, fordert aber eine stärkere sicherheitspolitische Integration mit Europa.
SVP-Nationalrat Mauro Tuena warnt vor geopolitischem Schachdenken: Eine französische Beschaffung unter Marine Le Pen könnte ähnliche Probleme schaffen. Er plädiert für eine pragmatische Auswahl basierend auf Leistung und Kosten.
Kernaussagen
- Vertrauenskrise: Trumps WEF-Auftritt verstärkt Zweifel an der Zuverlässigkeit der USA als Sicherheitspartner
- Aktuelle Beschaffung fortgeführt: Der F-35-Kauf wird nicht gestoppt, obwohl politische Zweifel wachsen
- Künftige Neuausrichtung: Parlamentarischer Konsens zur stärkeren Ausrichtung auf europäische Lösungen
- Budgetäre Realität: Kurzfristig weniger als 36 Jets, langfristig Flotte bis zu 70 Flugzeugen geplant
- Geopolitisches Dilemma: Jede Wahl eines Beschaffungspartners birgt politische Abhängigkeitsrisiken
Stakeholder & Betroffene
| Stakeholder | Status |
|---|---|
| Schweizer Armee | Abhängigkeit von US-Technologie wächst |
| Linke Parteien | Fordern sofortigen Ausstieg |
| Bürgerliche Parteien | Pragmatisch, aber mit Vorbehalten |
| Europäische Partner | Profitieren von stärkerer Integration |
| USA | Verlieren strategisches Vertrauen |
| Europäische Rüstungsindustrie | Könnte künftig profitieren |
| Schweizer Steuerzahler | Milliardenbudget für Modernisierung |
Chancen & Risiken
| Chancen | Risiken |
|---|---|
| Stärkere europäische Sicherheitsintegration | Weitere Abhängigkeiten durch US-Verzicht |
| Technologisches Mitspracherecht durch europäische Partner | Erhebliche Zusatzkosten bei Ausstieg |
| Strategische Neupositionierung möglich | Geopolitische Volatilität erschwert Planung |
| Langfristige Unabhängigkeit von Trump-Politik | Technologischer Standard könnte sinken |
Handlungsrelevanz
Entscheidungsträger sollten:
- Unverzüglich: Risikoanalyse zu geopolitischen Lieferkettenabhängigkeiten durchführen
- Mittelfristig: Szenarioplanung für europäische Alternativen (z.B. Eurofighter, Gripen) vorantreiben
- Parallel: Gespräche mit europäischen Partnern zur sicherheitspolitischen Kooperation intensivieren
- Monitoring: Entwicklung der Trump-Administration und US-Zuverlässigkeit kontinuierlich bewerten
Qualitätssicherung & Faktenprüfung
- [x] Zentrale Aussagen und Zitate überprüft
- [x] Zeitliche Konsistenz (Publikation: 25.01.2026) validiert
- [x] Parlamentarische Positionen korrekt zugeordnet
- [ ] Präzise Kosten der F-35-Beschaffung nicht im Text genannt – Verifizierung notwendig
- [x] WEF-Kontext (22.01.2026) nachvollziehbar
Ergänzende Recherche
- Rüstungskontrollinstitut Stockholm (SIPRI): Daten zu Schweizer Rüstungsausgaben und internationalen Beschaffungstrends
- Bundesamt für Rüstung (armasuisse): Offizielle Projektübersicht und Kostenprognosen zur F-35-Beschaffung
- NZZ-Berichterstattung zu europäischen Kampfflugzeug-Programmen: Vergleichende Analysen zu Gripen, Eurofighter, Rafale
Quellenverzeichnis
Primärquelle:
Triaca, Ladina: «Wenn der Bundesrat heute einen Kampfjet wählen müsste, würde er wohl nicht mehr auf den F-35 setzen» – Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2026
https://www.nzz.ch/schweiz/wenn-der-bundesrat-heute-einen-kampfjet-waehlen-muesste-wuerde-er-wohl-nicht-mehr-auf-den-f-35-setzen-die-zweifel-am-us-flieger-wachsen-im-bundeshaus-ld.1921447
Ergänzende Quellen:
- Tanner, Samuel: «Der Dominator von Davos: Wie Donald Trump das WEF beherrscht» – NZZ, 22.01.2026
- Berner, Selina: «F-35: Auch der Umbau der Flugplätze wird teurer als erwartet» – NZZ, 21.01.2026
- Humbel, Georg & Marti, Simon: «Bundesrat Pfister warnt vor Krieg» – NZZ, 2026
Verifizierungsstatus: ✓ Fakten geprüft am 25.01.2026
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Dieser Text wurde mit Unterstützung von Claude erstellt.
Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 25.01.2026
Quelle: Neue Zürcher Zeitung