Kurzfassung
Die Schweizer Vermögen sind in 25 Jahren von 1400 auf 3600 Milliarden Franken gewachsen – ein Anstieg, der die Einkommensentwicklung deutlich übersteigt. Wirtschaftsprofessor Marius Brülhart dokumentiert in einer neuen Studie, dass Vermögen jährlich um 3,9 Prozent, Einkommen aber nur um 2,6 Prozent zunehmen. Diese Divergenz befeuert politische Forderungen nach neuen Finanzierungsquellen für die 13. AHV und Rüstungsausgaben – insbesondere durch eine progressive Vermögenssteuer auf Bundesebene, wie sie GLP-Nationalrat Patrick Hässig vorschlägt.
Personen
- Marius Brülhart (Wirtschaftsprofessor, Lausanne)
- Patrick Hässig (GLP-Nationalrat)
- Alfred Gantner (Milliardär, Partners Group)
Themen
- Vermögensverteilung und Vermögenssteuer
-
- AHV-Finanzierung
- Bundesfinanzen und Einnahmequellen
- Vermögenskonzentration und Ungleichheit
Clarus Lead
Die Schweizer Vermögen sind exponentiell schneller gewachsen als die Einkommen – ein Phänomen, das neue Debatten über progressive Besteuerung anheizt. Eine Studie von Wirtschaftsprofessoren der ETH Zürich und EPF Lausanne zeigt: In 25 Jahren verfünfachten sich die vererbbaren Vermögen auf 3600 Milliarden Franken, während die Einkommen nur um 65 Prozent stiegen. Für Entscheidungsträger relevant ist die Konsequenz: Der Bundesrat benötigt dringend neue Einnahmen für die 13. AHV und Rüstung. GLP-Politiker Patrick Hässig bringt daher eine Vermögenssteuer ab 5 Millionen Franken ins Spiel – als Alternative zu weiteren Mehrwertsteuerererhöhungen.
Detaillierte Zusammenfassung
Das Vermögenswachstum übersteigt die wirtschaftliche Gesamtentwicklung um 50 Prozent. Der Lausanner Wirtschaftsprofessor Marius Brülhart belegt in einer gemeinsamen Studie mit Schweizer Hochschulen eine markante Divergenz: Während Vermögen seit 2000 um durchschnittlich 3,9 Prozent pro Jahr zunahmen, wuchs das Bruttoinlandprodukt und damit die Einkommen nur um 2,6 Prozent. Absolut bedeutet dies eine Vermögensexplosion von 1400 auf 3600 Milliarden Franken – eine Verfünffachung in 25 Jahren.
Die Finanzierungskrise der Sozialversicherungen treibt die Debatte. Der Bundesrat plant zur Deckung der 13. AHV-Rente und zusätzlicher Rüstungsausgaben zwei Mehrwertsteuerererhöhungen: 0,8 Prozent für die Armee, 0,4 Prozent für die AHV. Diese traditionelle Belastung der Konsumenten stösst auf Widerstand. Patrick Hässig, GLP-Nationalrat aus Zürich, schlägt daher einen alternativen Weg vor: eine progressive Vermögenssteuer auf Bundesebene mit einem Freibetrag von 5 Millionen Franken. «Dies ist eine smarte Besteuerung», argumentiert Hässig, die den Mittelstand schone.
Breite Unterstützung aus unerwarteten Quellen. Interessanterweise fordern nicht nur Grüne und Linke höhere Vermögensteuern. Der Milliardär und Partners-Group-Mitgründer Alfred Gantner spricht sich öffentlich für progressive Vermögensbesteuerung aus und diagnostiziert eine global problematische Vermögenskonzentration. Auch Grünen-Nationalrätin Manuela Weichelt argumentiert, dass das «extrem einschneidende» Sparpaket durch Mehreinnahmen flankiert werden müsse. Brülhart selbst hält eine Bundesvermögenssteuer für überlegenswert – bisher werden Vermögen in der Schweiz nur auf kantonaler Ebene besteuert.
Kernaussagen
- Vermögensungleichheit wächst: Vermögen nahmen in 25 Jahren 50 Prozent schneller zu als Einkommen (3,9 vs. 2,6% pro Jahr).
- Neue Finanzierungsquelle gefordert: GLP und Grüne schlagen progressive Vermögenssteuer ab 5 Millionen Franken vor – statt weitere Mehrwertsteuerererhöhungen.
- Unerwartete Bündnisse: Auch Milliardäre wie Alfred Gantner unterstützen progressive Vermögensbesteuerung als Lösung gegen Vermögenskonzentration.
- Institutionelle Lücke: Die Schweiz besteuert Vermögen nur kantonal, nicht auf Bundesebene – eine Besonderheit unter Industrieländern.
Kritische Fragen
Datenqualität: Wie definiert Brülharts Studie «vererbbare Vermögen»? Sind Immobilien, Pensionsvermögen und Betriebsvermögen inkludiert, und wie wird ihre Bewertung gehandhabt?
Vergleichbarkeit: Warum wird die 3,9-%-Wachstumsrate mit dem 2,6-%-BIP-Wachstum verglichen – sind dies vergleichbare Grössen oder mischt die Analyse Bestandsgrössen mit Stromgrössen?
Anreizeffekte: Welche Abwanderungseffekte und Gestaltungsreaktionen würde eine Bundesvermögenssteuer auslösen, und wie wird dies gegen die Steuereinnahmen abgewogen?
Umsetzbarkeit: Wie würde eine Vermögenssteuer ab 5 Millionen Franken administrativ durchgesetzt, wenn Schweizer Vermögen zunehmend international gestreut sind?
Alternativfinanzierung: Warum wird eine progressive Einkommensteuererhöhung (wie von den Grünen vorgeschlagen) nicht detailliert mit einer Vermögenssteuer verglichen?
Realismus der Exemption: Schont ein 5-Millionen-Freibetrag tatsächlich den Mittelstand, oder trifft es auch wohlhabende Mittelständler mit Immobilienbesitz?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: «Statt Lohnprozente: Von allen sollen die Reichen für die 13. AHV zahlen» – Blick.ch, Céline Zahno
Verifizierungsstatus: ✓ 2025
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 2025