Kurzfassung
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) veröffentlichte am 6. Juli 2026 seinen Monitoringbericht zur Stellenmeldepflicht für 2025. Die Zahl der gemeldeten meldepflichtigen Stellen stieg von 178.026 (2024) auf 206.002 (2025). Dieser Anstieg wird durch die gestiegene Arbeitslosigkeit seit Mitte 2023 erklärt, die zu mehr meldepflichtigen Berufsarten führte. Erstmals seit 2022 fielen wieder mehr Berufsarten unter die Meldepflicht. Die digitalen Melde- und Vermittlungsprozesse funktionierten mit kurzen Durchlaufzeiten erfolgreich.
Personen
- SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft; Aufsichtsbehörde)
Themen
- Arbeitsmarktpolitik
- Stellenmeldepflicht
- Arbeitslosigkeit
- Arbeitsvermittlung
Clarus Lead
Die Rückkehr zu steigenden Meldepflicht-Quoten signalisiert eine strukturelle Verschiebung des Schweizer Arbeitsmarkts: Nach Jahren der Entspannung (2023–2024) führt die anhaltende Arbeitslosenquote nun wieder zu erweiterten Kontrollmechanismen. Für 2026 erwartet SECO einen weiteren Anstieg auf 10,8 Prozent der Erwerbstätigen in meldepflichtigen Berufsarten – ein Indikator für fortgesetzte Arbeitsmarktspannungen. Dies hat Implikationen für die Bilaterale-III-Verhandlungen zwischen Schweiz und EU, die Fragen der Arbeitskräftemobilität und des Schutzes einheimischer Arbeitsmärkte betreffen.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Stellenmeldepflicht regelt, dass Arbeitgebende offene Positionen in bestimmten Berufsarten der öffentlichen Arbeitsvermittlung melden müssen, bevor sie international rekrutieren. Die Liste dieser Berufsarten wird jährlich basierend auf der Arbeitslosenquote angepasst. 2021–2022 wurde die Liste aufgrund hoher Arbeitslosigkeit erweitert; 2023–2024 schrumpfte sie wieder. Der aktuelle Bericht zeigt eine Umkehrung: 6,4 Prozent der Erwerbstätigen arbeiteten 2025 in meldepflichtigen Berufsarten (gegenüber 3,5 % im Vorjahr).
Die regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) vermittelten 2.369 Personen direkt durch Vorschläge innerhalb von fünf Arbeitstagen. Allerdings erfasst diese Statistik nicht die selbstständigen Bewerbungen von Stellensuchenden über die Plattform „Job-Room", wo seit Mitte 2023 65–70 Prozent der Arbeitslosen registriert sind. Arbeitgebende erhalten kostenlos Kandidatenvorschläge und direkten Zugang zu einem grossen Pool. Der Vermittlungserfolg der RAV sank leicht aufgrund der angespannteren Arbeitsmarktlage, während die Vermittlungstätigkeit anteilsmässig stabil blieb. Für 2026 wird mit 10,8 Prozent der Erwerbstätigen in meldepflichtigen Berufsarten gerechnet – ein Anstieg um 4,4 Prozentpunkte.
Kernaussagen
- Gemeldete meldepflichtige Stellen stiegen 2025 um 15,7 Prozent (206.002 vs. 178.026 im Vorjahr)
- Erstmals seit 2022 wieder Anstieg der unter Meldepflicht fallenden Berufsarten
- RAV vermittelten 2.369 Personen; selbstständige Bewerbungen über Job-Room statistisch nicht erfasst
- Für 2026 wird weiterer Anstieg auf 10,8 Prozent meldepflichtiger Erwerbstätiger erwartet
Kritische Fragen
Datenqualität: Inwiefern ist die Schätzung der Reichweite (basierend auf Anteil erwerbstätiger Personen in meldepflichtigen Berufsarten) robust gegenüber Klassifizierungsänderungen zwischen Jahren?
Vollständigkeit der Erfassung: Der Bericht erfasst nur RAV-vermittelte Personen (2.369), nicht aber selbstständige Bewerbungen über Job-Room. Wie gross ist die Dunkelziffer erfolgreicher Vermittlungen ausserhalb der RAV-Statistik?
Kausalität Arbeitslosigkeit–Berufsartenliste: Wird die Auswahl meldepflichtiger Berufsarten allein durch Arbeitslosenquoten bestimmt, oder spielen Fachkräfteengpässe eine Rolle? Könnten beide Faktoren in Konflikt geraten?
Anreize für Arbeitgebende: Welche Compliance-Quote haben Arbeitgebende bei der Meldepflicht? Gibt es Hinweise auf Umgehungsstrategien (z. B. Outsourcing an Rekrutierungsagenturen)?
Arbeitsmarkteffekt: Führt die Meldepflicht zu besseren Chancen für Stellensuchende, oder lenkt sie nur Arbeitgebende-Aufmerksamkeit auf bereits sichtbare Kandidaten?
Prognosequalität: Die Projektion für 2026 (10,8 %) basiert auf welchen Annahmen zur Arbeitslosenquote? Wie sensitiv ist diese Prognose gegenüber Konjunkturveränderungen?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Monitoringbericht SECO zur Stellenmeldepflicht 2025 – Staatssekretariat für Wirtschaft, 06.07.2026
Verifizierungsstatus: ✓ 06.07.2026
Weitere Sprachen: Französisch | Englisch
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 06.07.2026