Kurzfassung
Die Schweizer Landwirtschaft schrumpft strukturell: 2025 existierten 46.270 Betriebe, 1,7% weniger als 2024. Die durchschnittliche Betriebsgrösse wächst auf 22,5 Hektare. Die Bioanbaufläche stieg auf 192.300 Hektare (18,5% der Gesamtfläche), obwohl die Biobetriebszahl erstmals seit 2010 sank. Milchkuhbestände gingen um 0,6% zurück, Geflügelbestände stiegen um 1,7%. Der Frauenanteil in der Betriebsleitung erhöhte sich auf 8,1%.
Personen
- Bundesamt für Statistik (BFS) (Datenquelle)
Themen
- Landwirtschaftliche Strukturentwicklung
- Biologische Landwirtschaft
- Tierbestandsentwicklung
- Geschlechterparität in der Landwirtschaft
Clarus Lead
Der Strukturwandel der Schweizer Landwirtschaft verschärft sich: Während Betriebszahlen fallen, wachsen überlebende Höfe in ihrer Fläche. Besonders relevant für Agrarpolitik ist die Divergenz zwischen Bioanbaufläche (weiter wachsend) und Biobetriebszahl (erstmals rückläufig) – ein Signal für Konsolidierung auch im Öko-Sektor. Regional konzentriert sich das Biowachstum auf Neuenburg, Thurgau und Luzern, während Jura und Wallis schrumpfen. Die steigende Frauenbeteiligung in der Betriebsleitung deutet auf demografische Verschiebungen hin, die Fachkräftepolitik prägen könnten.
Detaillierte Zusammenfassung
Die landwirtschaftliche Erwerbstätigenquote sank um 1,5% auf 145.600 Personen. Kleine Betriebe (unter 30 Hektare) verringerten sich um 2,7%, während grössere Betriebe um 1,4% zunahmen – ein Konzentrationstrend, der auch Biobetriebe erfasst. Im Biobereich bewirtschaften Bäuerinnen und Bauern durchschnittlich 24,6 Hektare.
Bei Kulturen zeigten sich unterschiedliche Dynamiken: Getreide (139.000 Hektare) wuchs nach 2024-Rückgang um 2% – Dinkel und Roggen legten deutlich zu, Gerste sank weiter. Gemüsebau (+5,0% auf 13.400 Hektare) konzentriert sich in Bern, Zürich und Aargau. Zuckerrüben (+4,5% auf 17.500 Hektare) bestätigten Aufwärtstrend seit 2023. Soja als Futtermittel expandierte seit 2020 um 67% auf 3.400 Hektare. Sonnenblumen und Raps erreichten zusammen 30.500 Hektare.
Bei Tierbeständen divergierte die Entwicklung: Der Rindviehbestand sank um 0,3%, Milchkühe um 0,6% auf 524.400 Tiere – Folge internationaler Spannungen und Überproduktion. Über zehn Jahre fiel der Milchkuhbestand um 10%, während Mutterkühe um 26% zunahmen. Geflügelhaltung wuchs um 1,7%, Legehennen um 1,9%, Mastpoulets um 2,2% (davon 20% Bio-Label). Schweinebestände sanken auf 1.257.700 Tiere; biologische Schweinehaltung bleibt mit 2,8% marginal.
Kernaussagen
- Betriebskonsolidierung: Weniger, aber grössere Betriebe prägen die Schweizer Landwirtschaft; Trend erfasst auch Biosektor
- Bioflächenwachstum bei Betriebsrückgang: Ökologische Anbaufläche erreicht 18,5% der Gesamtfläche, während Biobetriebe erstmals seit 2010 schrumpfen
- Regionale Disparitäten: Biowachstum konzentriert sich auf Deutschschweiz; Jura und Wallis verlieren an ökologischer Anbaufläche
- Tierhaltung im Wandel: Milchvieh unter Druck, Geflügel und alternative Proteinquellen (Soja) expandieren
- Geschlechtershift: Frauenanteil in Betriebsleitung verdoppelt sich in zehn Jahren (5,4% → 8,1%)
Kritische Fragen
Datenqualität: Basiert die Strukturerhebung auf Vollerhebung oder Stichprobe? Wie wird die Zuverlässigkeit der Betriebsabgrenzung (insbesondere bei Kleinstbetrieben) gewährleistet?
Kausalität Bioflächenwachstum: Wird das Flächenwachstum im Biobereich durch Umstellung bestehender Betriebe oder durch Neuzulassungen getrieben? Welche Rolle spielen Subventionen?
Milchkuhrückgang: Sind die genannten „internationalen Spannungen" (Russland-Sanktionen?) oder strukturelle Marktfaktoren ausschlaggebend? Wie lange hält dieser Trend an?
Umsetzungsrisiko Soja-Expansion: Ist die 67%-Steigerung der Sojaanbaufläche seit 2020 nachhaltig, oder reagiert sie auf volatile Futtermittelpreise? Welche Bodenschutzfolgen entstehen?
Geschlechterrepräsentation: Werden Frauen als Betriebsleiterinnen gezählt, wenn sie Partnerin eines Hauptleiters sind, oder nur als alleinige Entscheidungsträgerinnen?
Regionale Ungleichheit: Warum verlieren Jura und Wallis trotz Bioförderung an ökologischer Fläche? Sind Betriebsaufgaben oder Umstellungsrückgänge verantwortlich?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Landwirtschaftliche Strukturerhebung 2025 – Bundesamt für Statistik
Verifizierungsstatus: ✓ 12.05.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 12.05.2026