Kurzfassung

Die öffentliche Entwicklungshilfe (APD) der Schweiz sank 2025 um 7 Prozent auf 3,8 Milliarden Franken, was 0,46 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) entspricht. Der Rückgang um 261 Millionen Franken gegenüber 2024 ist hauptsächlich auf gesunkene anrechenbare Asylkosten zurückzuführen, die 2025 erstmals seit 2022 unter einer Milliarde Franken lagen. Trotz des Rückgangs verbesserte sich die Schweiz im internationalen Vergleich um zwei Plätze und belegt nun Rang 7 unter den DAC-Mitgliedsländern. Global verzeichnete die Entwicklungshilfe der 33 DAC-Länder einen historischen Rückgang von 23 Prozent, angeführt durch massive Kürzungen der USA.

Personen

  • Keine Einzelpersonen namentlich genannt

Themen

  • Öffentliche Entwicklungshilfe (APD)
  • Schweizer Aussenpolitik
  • Internationale Zusammenarbeit
  • Asylkosten
  • OECD-DAC-Kriterien

Clarus Lead

Der globale Rückgang der Entwicklungshilfe um ein Viertel signalisiert eine Zeitenwende in der internationalen Entwicklungspolitik. Die Schweiz positioniert sich trotz sinkender Mittel strategisch neu: Während die fünf grössten Geberländer ihre Budgets kürzen und die USA ihre Führungsrolle an Deutschland verlieren, gewinnt die Schweiz durch relative Stabilität an Gewicht. Die Parlamentsbeschlüsse mit Kürzungen von 110 Millionen Franken, teilweise kompensiert durch zusätzliche Sudankrise-Mittel, deuten auf eine Neuausrichtung hin, die Armutsbekämpfung, Friedensförderung und Menschenrechte priorisiert.

Detaillierte Zusammenfassung

Die Schweizer APD-Quote von 0,46 Prozent des BNE bleibt deutlich unter dem UN-Ziel von 0,7 Prozent, das nur vier DAC-Länder erreichen: Norwegen, Luxemburg, Schweden und Dänemark. Ohne Asylkosten liegt die Quote bei 0,36 Prozent. Die Asylkosten-Reduktion von 156 Millionen Franken erklärt den Hauptteil des Rückgangs; diese Kosten sanken von über einer Milliarde auf 856 Millionen Franken 2025.

Auf globaler Ebene führte ein realer Rückgang von 23 Prozent bei DAC-Ländern zu einer Gesamtsumme von 174,3 Milliarden US-Dollar. Besonders dramatisch: Die USA verursachten drei Viertel des weltweiten Rückgangs und verlieren ihre Position als grösster Geber an Deutschland. Von 33 DAC-Ländern senkten 26 ihre APD; nur acht Länder erhöhten sie (Ungarn, Spanien, Schweden, Luxemburg, Island, Dänemark, Norwegen, Italien).

Die Schweizer internationale Zusammenarbeit wird von der DEZA, der Abteilung Frieden und Menschenrechte (AFM) des EDA und dem SECO umgesetzt, deren kombinierte Budgets etwa 70 Prozent der APD 2025 abdecken. Die APD-Berechnung folgt OECD-DAC-Richtlinien und umfasst Ausgaben von Bund, Kantonen und Gemeinden (geschätzt 70 Millionen Franken), schliesst aber private Beiträge aus.

Kernaussagen

  • Schweizer APD 2025: 3,8 Milliarden Franken (−7 % vs. 2024), Quote 0,46 % des BNE
  • Asylkosten-Rückgang um 156 Millionen Franken ist Hauptgrund für den Gesamtrückgang
  • Schweiz verbessert sich auf Platz 7 im DAC-Vergleich trotz sinkender Absolutbeträge
  • Globale APD-Krise: 23-Prozent-Rückgang bei DAC-Ländern; USA verliert Geberführerschaft an Deutschland
  • Nur vier Länder (Norwegen, Luxemburg, Schweden, Dänemark) erreichen UN-Ziel von 0,7 % des BNE

Kritische Fragen

  1. Quellenvalidität: Wie wird die Abgrenzung zwischen „anrechenbaren Asylkosten" und regulären Asylbudgets nach OECD-Kriterien genau definiert, und hat sich diese Definition 2025 geändert?

  2. Kausalität: Ist der Rückgang der Asylkosten (−156 Mio. CHF) tatsächlich auf geringere Asylzahlen zurückzuführen, oder auf veränderte Kostenberechnungsmethoden?

  3. Interessenkonflikte: Inwiefern beeinflussen parlamentarische Budgetkürzungen (−110 Mio. CHF) die strategische Priorisierung zwischen Entwicklungshilfe und Friedensförderung?

  4. Umsetzbarkeit: Wie sichert die Schweiz Kontinuität ihrer IZA-Ziele (Armutsbekämpfung, Menschenrechte, Friedensförderung) bei real sinkenden Mitteln?

  5. Evidenz: Welche Länder profitieren 2025 am stärksten von der Schweizer APD, und wie verändert sich die geografische Verteilung durch die Priorisierung der Sudankrise?

  6. Alternativen: Warum wurden die Parlamentskürzungen (−110 Mio.) nicht durch zusätzliche Mittel für Kernbereiche kompensiert, wie bei der Sudankrise (+50 Mio.)?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Öffentliche Entwicklungshilfe der Schweiz 2025 – Pressemitteilung EDA

Verifizierungsstatus: ✓ 09.04.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 09.04.2026