Kurzfassung

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) veröffentlichte am 30. April 2026 seinen Jahresbericht zum Schienenausbau. Die Schweizer Bahnunternehmen erreichten 2025 bedeutende Fortschritte: Die SBB nahm den Doppelspurausbau Grellingen–Duggingen in Betrieb, vollendete den Vierspurausbau in Liestal und eröffnete zusätzliche Überholgleise für Güterzüge. Rund 300 Projekte befinden sich derzeit in Projektierung oder Realisierung. Der Bundesrat plant eine Neupriorisierung der Ausbauprogramme basierend auf ETH-Gutachten und wird eine Vernehmlassungsvorlage vor den Sommerferien vorlegen.

Personen

  • Bundesamt für Verkehr (BAV) (Behörde; Berichterstattung)

Themen

  • Schieneninfrastruktur
  • Bahnausbau Schweiz
  • Verkehrspolitik
  • Öffentliche Verkehrsmittel

Clarus Lead

Die Neupriorisierung der Bahnausbauprojekte signalisiert einen Strategiewechsel: Der Bundesrat reagiert auf finanzielle Engpässe und orientiert sich künftig an wissenschaftlichen Prioritäten statt linearer Projektabfolge. Die Vernehmlassungsvorlage vor den Sommerferien wird zeigen, welche Grossprojekte (wie die Bahnhofserweiterungen in Lausanne und Zürich Stadelhofen) an Gewicht verlieren oder beschleunigt werden – mit direkten Auswirkungen auf regionale Verkehrsanbindungen und Investitionszyklen.

Detaillierte Zusammenfassung

Im Berichtsjahr 2025 demonstrierte die SBB Umsetzungskraft bei mehreren Grossprojekten. Der Doppelspurausbau zwischen Grellingen und Duggingen im Laufental ermöglichte ab Dezember eine Angebotserhöhung. In Liestal wurde der Vierspurausbau fertiggestellt; die S-Bahn Basel–Liestal verkehrt seither im Viertelstundentakt. Ein neues Überholgleis zwischen Pfäffikon SZ und Altendorf ermöglicht den durchgehenden Halbstundentakt der IC Zürich–Chur für den Güterverkehr.

Bei den Grossprojekten des Programms ZEB (Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur) machte die SBB Fortschritte: Die Bahnhofserweiterung Lausanne erhielt Hauptarbeitsaufträge, in Fribourg wurde die zweite Personenunterführung eröffnet, und für den Brüttenertunnel – Kernstück des Vierspurausbaus Zürich–Winterthur – erteilte das BAV die Plangenehmigung. Die öffentliche Auflage für die Stadelhofen-Erweiterung in Zürich wurde eingeleitet.

Die Neuausrichtung der Bahnpolitik basiert auf einem ETH-Gutachten und Analysen der Bundesämter, die der Bundesrat am 28. Januar 2026 beschloss. Die finanzielle Neupriorisierung wird in der geplanten Vernehmlassungsvorlage konkretisiert; der aktuelle Standbericht bildet die Priorisierung noch nicht ab.

Kernaussagen

  • 300 Bahnprojekte befinden sich derzeit in Projektierung oder Realisierung in den Ausbauprogrammen 2025/2035 und ZEB
  • Vierspurausbau Liestal abgeschlossen: S-Bahn Basel–Liestal verkehrt ab Dezember 2025 im Viertelstundentakt
  • Neupriorisierung geplant: Bundesrat orientiert sich künftig an wissenschaftlichen Prioritäten statt bisheriger Projektabfolge; Vernehmlassungsvorlage vor Sommerferien erwartet

Kritische Fragen

  1. Evidenz/Datenqualität: Welche konkreten Kapazitätssteigerungen (Züge pro Stunde, Fahrgastplätze) resultieren aus den 2025 abgeschlossenen Projekten, und wie werden diese gemessen?

  2. Interessenkonflikte: Wie wurden regionale Interessen (Kantone, Gemeinden) in die ETH-Priorisierungsanalyse einbezogen, und besteht das Risiko einer Benachteiligung peripherer Regionen?

  3. Kausalität/Alternativen: Inwiefern wird die Neupriorisierung auch alternative Finanzierungsmodelle (Public-Private-Partnership, Nutzergebühren) prüfen, oder bleibt sie auf Bundesmittel fokussiert?

  4. Umsetzbarkeit/Risiken: Welche Verzögerungsrisiken entstehen durch die Neupriorisierung für laufende Grossprojekte wie die Lausanne-Erweiterung, und wie werden Bauverträge angepasst?

  5. Transparenz: Werden die Priorisierungskriterien (Wirtschaftlichkeit, Klimaziele, Sozialnutzen) in der Vernehmlassungsvorlage öffentlich offengelegt?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Standbericht Bahnausbau 2025 – Bundesamt für Verkehr

Ergänzende Quellen:

  1. Ausbauprogramme – BAV
  2. Bundesratsbeschluss zur Neupriorisierung, 28. Januar 2026

Verifizierungsstatus: ✓ 30.04.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 30.04.2026