Kurzfassung

Die Schweiz zählte am 31. Dezember 2025 über 9,1 Millionen Einwohner und verzeichnete ein Bevölkerungswachstum von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erstmals übersteigt die Zahl der über 65-Jährigen (1,811 Millionen) die der unter 20-Jährigen (1,802 Millionen). Die Geburtenhäufigkeit sank das vierte Jahr in Folge, während der internationale Wanderungssaldo rückläufig war. Diese provisorischen Ergebnisse stammen vom Bundesamt für Statistik (BFS).

Personen

  • Bundesamt für Statistik (Schweizer Statistikbehörde)

Themen

  • Demografische Alterung
  • Bevölkerungswachstum
  • Geburtenraten
  • Migration und Wanderungssaldo
  • Lebenserwartung

Clarus Lead

Die Überalterung der Schweizer Bevölkerung markiert einen strukturellen Wendepunkt mit erheblichen Konsequenzen für Rente, Gesundheitswesen und Erwerbstätigenquoten. Der Altersquotient (32,9 Senioren pro 100 Erwerbstätige) nähert sich dem Jugendquotient (32,7) an – ein Trend, der sich seit 2005 kontinuierlich verschärft hat. Gleichzeitig bremst der vierte Geburtenrückgang in Folge das natürliche Bevölkerungswachstum, während die Zuwanderung schwächer ausfällt als im Vorjahr.

Detaillierte Zusammenfassung

Das Bevölkerungswachstum der Schweiz verlangsamte sich 2025 auf +73.300 Personen (+0,8%) – deutlich unter dem Vorjahreswert von +1,0 Prozent. Regional zeigten sich Unterschiede: Schaffhausen (+1,6%), Basel-Stadt (+1,4%) und das Wallis (+1,3%) verzeichneten die stärksten Zuwächse, während Glarus und Tessin (+0,2%) sowie Bern, Jura und Neuenburg (+0,4%) minimal wuchsen.

Die Geburtenzahl sank 2025 auf 77.900 Lebendgeburten (–0,5% gegenüber 2024), wobei die Abnahmerate gegenüber den Vorjahren deutlich verlangsamte (2024: –2,2%; 2023: –2,8%). Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau fiel von 1,29 auf 1,28. Todesfälle nahmen leicht ab (71.700 Fälle, –0,3%), wobei 89 Prozent Personen ab 65 Jahren betrafen. Die Lebenserwartung stieg marginal: Frauen auf 86,3 Jahre (+0,4), Männer auf 82,7 Jahre (+0,3).

Die Zuwanderung sank um 3,8 Prozent auf 204.600 Personen, während Auswanderungen um 1,9 Prozent auf 127.300 sanken. Der Wanderungssaldo verringerte sich von 82.800 (2024) auf 77.300 (2025). Ausländische Staatsangehörige wuchsen trotzdem schneller (+1,9%) als Schweizer (+0,4%), gestützt durch 41.500 Einbürgerungen. Eheschliessungen gingen um 2,8 Prozent zurück (35.700), Scheidungen um 2,7 Prozent (15.700); bei Fortsetzung der Trends könnten künftig 38,8 Prozent der Ehen geschieden werden.

Kernaussagen

  • Erstmals übersteigen Senioren (65+) die Jugendlichen (<20) in der Schweiz – ein struktureller Wendepunkt der Bevölkerungspyramide
  • Geburtenzahl sinkt das vierte Jahr in Folge, aber mit verlangsamtem Tempo – Indiz für Stabilisierung
  • Zuwanderung schwächt ab (–3,8%), während natürliches Wachstum durch niedrige Geburtenraten gebremst wird
  • Erwerbstätigenquote unter Druck: Altersquotient nähert sich Jugendquotient an und steigt strukturell

Kritische Fragen

  1. Datenqualität: Wie robust sind die provisorischen Zahlen des BFS für 2025, und welche Revisionen sind bei den definitiven Ergebnissen (Juni/August 2026) zu erwarten?

  2. Migrationseffekte: Inwiefern kompensiert die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte den Geburtenrückgang, und wie nachhaltig ist diese Strategie ohne Integrationsplanung?

  3. Kausalität Geburtenrückgang: Sind die sinkenden Geburtenzahlen primär Folge wirtschaftlicher Unsicherheit, veränderter Lebensentwürfe oder struktureller Kinderbetreuungslücken – und welche Hypothese wird durch die kantonsweisen Unterschiede gestützt?

  4. Rentensystem-Tragfähigkeit: Bei einem Altersquotienten von 32,9 – wie lange bleibt das Umlageverfahren ohne Reformen finanzierbar, und welche Schwellenwerte plant die Politik?

  5. Regionale Divergenz: Warum wachsen Schaffhausen (+1,6%) und Basel-Stadt (+1,4%) deutlich schneller als Tessin (+0,2%) – sind es Zuwanderung, Geburten oder Abwanderung?

  6. Scheidungsquote-Prognose: Die Annahme, dass 38,8% der Ehen geschieden werden, basiert auf 2025er Trends – wie stabil ist diese Extrapolation, und welche soziodemografischen Faktoren treiben sie?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Demografische Alterung nimmt in der Schweiz weiter zu – news.admin.ch/de (02.04.2026)

Ergänzende Quellen:

  1. Bundesamt für Statistik (BFS) – Statistik der Bevölkerung und der Haushalte 2025
  2. Verordnung vom 19. Dezember 2008 über die eidgenössische Volkszählung (SR 431.112.1)

Verifizierungsstatus: ✓ 02.04.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 02.04.2026