Kurzfassung

Bundesrat Albert Rösti plädiert für lösungsorientierte Zusammenarbeit zwischen Naturschutz, Infrastruktur und Energiewirtschaft. Statt ideologischer Konfrontation brauche es partnerschaftliche Kooperation über Verwaltungsebenen und Interessensgruppen hinweg. Drei Praxisbeispiele zeigen, dass Schutz und Nutzung von Landschaft gleichzeitig realisierbar sind.

Personen

  • Albert Rösti (Bundesrat, Umwelt-, Verkehrs- und Energieminister)

Themen

  • Naturschutz und Infrastrukturentwicklung
  • Föderale Zusammenarbeit
  • Energiewende und Biodiversität
  • Raumplanung und Stakeholder-Management

Clarus Lead

Die Schweiz steht vor dem zentralen Anspruch, ihre einzigartigen Landschaften zu bewahren und gleichzeitig Infrastrukturen auszubauen. Bundesrat Rösti betont, dass dieser klassische Zielkonflikt durch lösungsorientierte Kooperation statt ideologischer Konfrontation gelöst werden kann. Die Strategie setzt auf frühe Einbindung aller Akteure – von Umweltverbänden bis zur Wirtschaft – als Planungspartner statt Verhandlungspartner. Dies verhindert Blockaden, spart Zeit und schafft tragfähige Lösungen.

Detaillierte Zusammenfassung

Rösti illustriert seinen Ansatz mit drei konkreten Projekten. Das Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drances verbindet Energieproduktion mit Naturschutz durch 15 ökologische Ersatzmassnahmen und unterirdische Bauweise. Umweltverbände wurden früh eingebunden – nicht erst in der Endstufe. Das Projekt BelpmoosSolar beim Flughafen Bern zeigt, wie Photovoltaik, Luftfahrt und Naturschutz durch räumliche Aufteilung vereinbar sind: wertvolle Trockenwiesen bleiben geschützt, während Solaranlagen auf weniger sensiblen Flächen entstehen.

Das ambitionierteste Beispiel ist die Einhausung Schwamendingen in Zürich. Die eingehausten Nationalstrasse reduziert Lärm und Abgase, während ein neuer Park auf dem Dach Grünraum und Biodiversität schafft. Dieses Projekt zeigt, dass drei Ziele gleichzeitig erreichbar sind: Mobilität, Biodiversität und Lebensqualität. Entscheidend war der politische Wille auf allen föderalen Ebenen und der Impuls aus der Bevölkerung.

Rösti betont: Kooperation bedeutet nicht bloss Kompromisse, sondern gemeinsames Denken von Anfang an. Es braucht „Brückenbauerinnen und Brückenbauer", die bereit sind, eigene Positionen zu hinterfragen. Der gesamtheitliche Blick – Naturschutz, Energie, Mobilität, Siedlung als vernetzte Themen statt Gegensätze – schafft Handlungsspielraum.

Der Bund schafft Rahmenbedingungen durch die Strategie Biodiversität Schweiz und das Landschaftskonzept Schweiz. Die konkrete Umsetzung obliegt Kantonen, Gemeinden, Unternehmen und Verbänden vor Ort.

Kernaussagen

  • Zielkonflikte sind lösbar durch frühzeitige partnerschaftliche Kooperation, nicht durch ideologische Konfrontation
  • Planungspartnerschaft statt Verhandlung verhindert Blockaden und spart Zeit und Ressourcen
  • Gesamtheitlicher Blick auf vernetzte Themen (Energie, Mobilität, Naturschutz, Siedlung) schafft Synergien
  • Föderale Zusammenarbeit mit klarem politischem Willen auf allen Ebenen ist Voraussetzung für Umsetzung
  • Drei Praxisbeispiele belegen: Naturschutz und Infrastrukturentwicklung sind gleichzeitig realisierbar

Kritische Fragen

  1. Evidenz: Wie wurden die Erfolgsmetriken der drei Projekte gemessen? Liegen unabhängige Evaluationen zur tatsächlichen Biodiversitätssteigerung vor, oder basiert die Bewertung primär auf Planungszielen?

  2. Interessenskonflikte: Welche Interessensgruppen wurden bei den Beispielprojekten nicht oder erst spät eingebunden? Gab es Fälle, in denen Umweltverbände ihre Positionen aufgaben – und auf welcher Basis?

  3. Kausalität: Ist die frühe Einbindung von Stakeholdern tatsächlich die Ursache für Projekterfolg, oder sind andere Faktoren (Finanzierung, politische Priorität, technische Machbarkeit) entscheidender? Wie viele ähnlich strukturierte Projekte scheiterten dennoch?

  4. Umsetzbarkeit: Wie können Kantone und Gemeinden mit begrenzten Ressourcen solche aufwendigen Kooperationsprozesse dauerhaft etablieren? Welche Anreizmechanismen oder Finanzierungsinstrumente sieht der Bund vor?

  5. Skalierbarkeit: Funktioniert dieser Kooperationsansatz auch bei konfliktreicheren Themen (z. B. Windkraftausbau in Naturschutzgebieten) oder bei Projekten mit stärkeren wirtschaftlichen Gegensätzen?

  6. Risiken: Besteht die Gefahr, dass frühe Einbindung von Stakeholdern zu Verzögerungen oder zu Verwässerung von Schutzzielen führt? Wie werden Minimumstandards gewährleistet?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Rede von Bundesrat Albert Rösti zur BAFU-Tagung «Natur und Landschaft – Wirkung durch Zusammenarbeit» – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/r2aVOWxHZvd9_5APqO1tX

Verifizierungsstatus: ✓ 19. März 2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 19. März 2026