Kurzfassung
Die Schlichtungsbehörden im Miet- und Pachtrecht verzeichneten in der zweiten Jahreshälfte 2025 schweizweit 19'240 neue Verfahren, ein Anstieg um 1'482 Fälle gegenüber dem ersten Halbjahr. Die Behörden erledigten 17'328 Verfahren, wobei ordentliche Vertragskündigungen den grössten Anteil bildeten. Die Einigungsquote lag bei 57,9 Prozent. Trotz des Aufwärtstrendss blieb der Jahreswert 2025 um 5'426 Verfahren unter dem Vorjahr 2024. In 16 Kantonen stiegen die Neueingänge, in zehn sanken sie. Am Ende des Jahres 2025 verblieben 12'219 offene Fälle, eine Zunahme um 22,1 Prozent.
Personen
- (keine Personen namentlich genannt)
Themen
- Miet- und Pachtrecht
- Schlichtungsverfahren
- Zivilrechtliche Streitigkeiten
- Schweizer Rechtssystem
Clarus Lead
Die Statistik signalisiert eine Normalisierung nach dem Rekordjahr 2024, offenbart aber gleichzeitig eine wachsende Pendenzenlast: Mit 22,1 Prozent mehr offenen Fällen am Jahresende droht eine Überlastung der Schlichtungsbehörden. Besonders bemerkenswert ist der starke Rückgang von Mieterhöhungsanfechtungen um 42,91 Prozent – möglicherweise ein Indiz für stagnierende Mietpreise – während Mietzinssenkungsverfahren um 76,36 Prozent anstiegen. Diese Verschiebung deutet auf veränderte wirtschaftliche Bedingungen im Wohnungsmarkt hin. Für Mietende und Vermietende ist die hohe Einigungsquote von knapp 58 Prozent ein positives Signal für aussergerichtliche Lösungen.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Schlichtungsbehörden erledigten in der zweiten Jahreshälfte 2025 insgesamt 17'328 Verfahren. Davon führten 10'029 Fälle (57,9 Prozent) zu einer Einigung durch Vergleich, Klageanerkennung oder Klagerückzug. In 2'453 Fällen (14,2 Prozent) konnte keine Einigung erreicht werden, was zur Erteilung einer Klagebewilligung führte. Weitere 3'979 Verfahren (23,0 Prozent) wurden durch Rückzug, Nichteintreten oder Überweisung abgeschlossen. 134 Fälle wurden als Mediationsverfahren durchgeführt (Kantone Freiburg, Thurgau, Schaffhausen).
Hinsichtlich der Streitgegenstände dominierten ordentliche Vertragskündigungen mit 2'561 Fällen (14,78 Prozent). Zahlungsforderungen folgten mit 2'023 Verfahren (11,67 Prozent). Mietzinserhöhungsanfechtungen, die im ersten Halbjahr noch führend waren, sank um 42,91 Prozent und rangieren nun auf Platz drei. Dagegen verzeichneten Mietzinssenkungsverfahren einen Anstieg von 4,23 auf 7,46 Prozent – ein Zuwachs von 76,36 Prozent. Die Kantone Genf, Waadt und Zürich konzentrierten 85,22 Prozent aller Anfechtungsverfahren zum Anfangsmietzins. Die Schlichtungsbehörden bestehen aus einer unabhängigen vorsitzenden Person sowie paritätischer Vertretung von Mietern und Vermietern und folgen der Schweizer Zivilprozessordnung.
Kernaussagen
- Pendenzenlast wächst: 12'219 offene Fälle am Jahresende (+22,1 Prozent) deuten auf Kapazitätsprobleme hin
- Marktverschiebung: Mietzinssenkungen steigen stark an, während Erhöhungsanfechtungen deutlich rückläufig sind
- Hohe Einigungsquote: 57,9 Prozent der Verfahren werden aussergerichtlich gelöst
Kritische Fragen
Evidenz: Sind die 12'219 Pendenzen am Jahresende 2025 im Vergleich zu historischen Werten normal, oder signalisieren sie eine strukturelle Überlastung der Schlichtungsbehörden?
Datenqualität: Wie konsistent werden Schlichtungsverfahren zwischen den 26 Kantonen erfasst, besonders angesichts der unterschiedlichen Veränderungsraten (16 Kantone mit Anstieg, 10 mit Rückgang)?
Kausalität: Erklärt sich der 76-prozentige Anstieg von Mietzinssenkungsverfahren durch wirtschaftliche Faktoren (Inflation, Zinssätze) oder durch geänderte Rechtsauskünfte und Beratung?
Interessenskonflikte: Gewährleistet die paritätische Zusammensetzung der Schlichtungsbehörden (Mieter/Vermieter) tatsächlich Neutralität, oder entstehen systematische Verzerrungen zugunsten einer Partei?
Umsetzbarkeit: Wie viele der 10'029 Vergleiche werden tatsächlich umgesetzt, und gibt es Daten zu Rückfallquoten bei bereits geregelten Streitigkeiten?
Alternatives: Welche Rolle spielen alternative Streitbeilegungsmechanismen (z.B. private Mediation) ausserhalb der amtlichen Schlichtung?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Schlichtungsstatistik Miet- und Pachtrecht H2 2025 – Bundesamt für Wohnungswesen (BWO), 12.05.2026
Ergänzende Quellen:
Verifizierungsstatus: ✓ 12.05.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 12.05.2026