Kurzfassung
Ende 2025 arbeiteten in der Schweiz 282.000 Kulturschaffende, ein Rückgang von 4,8% gegenüber 2024 (296.000). Der Schwund entspricht dem Ausfall während der Covid-19-Pandemie 2019–2020 (–4,7%). Besonders betroffen waren männliche Kulturschaffende (–5,4%) und Schweizer Staatsangehörige (–5,4%). Regional fiel der Rückgang in der Westschweiz und italienischsprachigen Schweiz deutlicher aus als in der Deutschschweiz. Die Daten stammen aus der aktualisierten Statistik der Kulturwirtschaft des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Personen
- Bundesamt für Statistik (Datenquelle)
Themen
- Kulturwirtschaft Schweiz
- Arbeitsmarkt Kultur
- Erwerbsbevölkerung
- Kulturfinanzierung
Clarus Lead
Der Rückgang der Kulturschaffenden signalisiert eine strukturelle Schwächung des Kultursektors nach der Pandemie-Erholung. Während die Gesamterwerbsbevölkerung weiterhin wächst, verliert die Kulturwirtschaft überproportional an Beschäftigten – der Anteil sank von 5,8% auf 5,5%. Besonders besorgniserregend: Kulturschaffende berichten niedrigere finanzielle Zufriedenheit (26,6%) als der Durchschnitt der Erwerbstätigen (20,1%), was auf Einkommensdruck hindeutet.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Zahl der Kulturschaffenden mit Kulturberuf im Kulturssektor verzeichnete den stärksten Rückgang mit –7,8%. Diese Kerngruppe (Musiker, Künstler, Performer) ist am unmittelbarsten vom Markt abhängig. Kulturschaffende mit Kulturberuf ausserhalb des Kultursektors (z. B. Grafikdesigner in Unternehmen) verloren 4,7% ihrer Positionen. Am widerstandsfähigsten zeigten sich Beschäftigte ohne Kulturberuf im Kultursektor (–1,6%), da diese administrativen und technischen Funktionen weniger konjunkturabhängig sind.
Geschlechtsspezifisch traf der Rückgang Männer stärker (–5,4%) als Frauen (–4,2%). Schweizer Kulturschaffende waren mit –5,4% deutlich stärker betroffen als ausländische (–2,9%), was auf unterschiedliche Beschäftigungsmuster hinweist. Regional zeigten sich erhebliche Disparitäten: Die Deutschschweiz verzeichnete nur geringfügige Verluste, während die Westschweiz und besonders die italienischsprachige Schweiz deutliche Einbussen erlebten. Diese regionalen Unterschiede deuten auf divergierende wirtschaftliche Bedingungen und Kulturfinanzierungsmuster hin.
Die Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (SILC) dokumentiert, dass Kulturschaffende ihre finanzielle Lage pessimistischer bewerten als andere Erwerbstätige. Ein Viertel gab 2024 an, wenig oder gar nicht zufrieden mit ihrer finanziellen Situation zu sein – deutlich über dem Durchschnitt von einem Fünftel. Einkommensdaten für 2025 werden erst am 25. Juni 2026 veröffentlicht.
Kernaussagen
- Kulturschaffende-Beschäftigung 2025 um 4,8% gefallen – vergleichbar mit Pandemie-Ausfällen
- Männer und Schweizer Staatsangehörige überproportional betroffen
- Westschweiz und italienischsprachige Schweiz mit deutlich stärkeren Rückgängen
- Kulturschaffende berichten niedrigere finanzielle Zufriedenheit als Durchschnitt der Erwerbsbevölkerung
- Kerngruppe (Kulturberuf im Kulturssektor) mit –7,8% am stärksten getroffen
Kritische Fragen
Datenqualität: Basieren die Zahlen auf der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) mit ihrer üblichen Stichprobengrösse und Fehlertoleranz – wie präzise sind regionale Unterschiede bei kleineren Populationen?
Kausalität: Lässt sich der Rückgang primär auf konjunkturelle Faktoren, Strukturwandel im Kultursektor oder Verhaltensänderungen nach Covid zurückführen, oder sind mehrere Faktoren gleichgewichtig?
Geschlechterdisparität: Warum sind männliche Kulturschaffende stärker betroffen? Unterscheiden sich Branchenmix, Beschäftigungsformen oder Einkommensniveaus zwischen Männern und Frauen im Kultursektor?
Regionale Divergenzen: Welche spezifischen wirtschaftlichen oder politischen Faktoren erklären, dass die italienischsprachige Schweiz deutlicher betroffen ist als die Deutschschweiz?
Finanzielle Zufriedenheit: Ist die niedrigere Zufriedenheit von Kulturschaffenden (26,6% vs. 20,1%) Folge absolut niedrigerer Einkommen oder relativer Einkommenserwartungen – und wie hat sich dies seit 2020 entwickelt?
Nachhaltige Trends: Handelt es sich um temporäre Post-Pandemie-Anpassung oder um strukturelle Schrumpfung der Kulturwirtschaft, die politische Interventionen rechtfertigt?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Bundesamt für Statistik (BFS) – Medienmitteilung zur Statistik der Kulturwirtschaft 2025 – https://www.bfs.admin.ch/news/de/2026-0191
Verifizierungsstatus: ✓ 22.05.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 22.05.2026