Kurzfassung

Das Inselspital Bern hat die Kosten für die Einführung der neuen Software Epic erstmals offengelegt: 182,5 Millionen Franken. Die Summe übersteigt die geplanten Kosten deutlich und löst politische Debatten aus. Der Berner Gesundheitsdirektor stellt infrage, ob alle Listenspitäler das System brauchen. Der Grosse Rat will eine detaillierte Kontrolle vor weiteren Investitionen.

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Themen

  • Gesundheitswesen, Digitalisierung
  • Hospitalinvestitionen, Kostenkontrolle
  • Kantonale Gesundheitspolitik

Clarus Lead

Die Inselgruppe Bern hat nach knapp zwei Jahren die Gesamtkosten für die Migration zu Epic veröffentlicht: 182,5 Millionen Franken. Die neue Software löste 50 veraltete Systeme ab. Diese Ausgabe zieht politische Konsequenzen nach sich: Gesundheitsdirektor Pierre-Alain Schneck stellt die flächendeckende Einführung bei anderen Berner Listenspitälern in Frage. Die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates wird prüfen, wie die Implementierung ablief.

Detaillierte Zusammenfassung

Die Kostenübersicht setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Die Software selbst und der zehnjährige Betrieb kosteten 104 Millionen Franken – das sind 21 Millionen über den geplanten 83 Millionen. Die Inselgruppe erklärt den Unterschied teilweise mit hinzugerechneter Mehrwertsteuer. Die restlichen 78,5 Millionen Franken entfallen auf Einführungskosten wie Schulungen, Datenmigration und Systemanpassungen.

Die fehlende Transparenz bei den ursprünglichen Plankosten macht einen exakten Vergleich schwierig. Dies und die massive Gesamtsumme haben die Debatte ausgelöst: Ist Epic notwendig für alle regionalen Spitäler oder nur für Universitätszentren? Der Grosse Rat wird diese Frage in der Frühlingssession 2026 klären.

Kernaussagen

  • 182,5 Millionen Franken Gesamtkosten für Epic-Implementierung im Inselspital
  • Softwarekosten übersteigen Planung um etwa 21 Millionen
  • Flächendeckende Einführung in anderen Berner Spitälern ist umstritten
  • Geschäftsprüfungskommission prüft vor weiteren Investitionen

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Kritische Fragen

  1. Evidenz: Welche Datenbasis liegt der Unterschätzung der Einführungskosten um 78,5 Millionen zugrunde – fehlerhafte Schätzungen oder nachträgliche Schätzposten?

  2. Quellenqualität: Warum gab es „nie genaue Angaben" zu geplanten Gesamtkosten? Welche Steuerungsmechanismen hätten Kostentransparenz sichern sollen?

  3. Interessenskonflikte: Welche Rolle spielte der Anbieter Epic bei der Budgetdefinition? Gibt es Anreize seitens der Inselgruppe, Kosten zu unterschätzen?

  4. Kausalität: Sind die 21 Millionen Mehrkosten bei Software/Betrieb wirklich nur auf Mehrwertsteuer zurückzuführen, oder gibt es weitere Faktoren (Personalschulung, Verzögerungen)?

  5. Alternativen: Wurden andere Systeme evaluiert oder ist Epic eine Einlösung früherer Entscheidungen ohne echte Optionsprüfung?

  6. Umsetzbarkeit: Welche Risiken birgt eine flächendeckende Ausweitung auf weitere Spitäler, wenn bereits das Inselspital die Kosten verdoppelt hat?

  7. Nebenwirkungen: Wie wirkt sich die 182,5-Millionen-Investition auf die Verfügbarkeit von Mitteln für andere Gesundheitsprioritäten aus?

  8. Politische Kontrolle: Warum war die Geschäftsprüfungskommission erst nach Abschluss des Projekts eingeschaltet und nicht während der Implementierung?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Regionaljournal Bern-Freiburg-Wallis (SRF Audio) – 11.02.2026, 12:00 Uhr

Verifizierungsstatus: ✓ 12.02.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt.
Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 12.02.2026