Kurzfassung
Das Schweizer Impulsprogramm zur Wiedereingliederung von älteren und erschwert vermittelbaren Arbeitslosen hat zwischen 2020 und 2026 in 22 Kantonen 35 Projekte umgesetzt. Evaluationen zeigen, dass Job Coaching als Einzelmassnahme die höchste Erfolgsquote aufweist und positive Effekte auf Bewerbungskompetenzen, Motivation und Selbstvertrauen hat. Die meisten dieser Projekte werden nun in die regulären Strukturen der Arbeitslosenversicherung integriert. Auch intensivierte Beratungsangebote und niederschwellige Formate erweisen sich als wirksam und werden von den Kantonen dauerhaft fortgeführt.
Personen
- Staatssekretariat für Wirtschaft SECO (Durchführungsorgan)
Themen
- Arbeitsmarktintegration
- Job Coaching
- Arbeitslosenversicherung
- Beratungsangebote
- Digitale Kompetenzen
Clarus Lead
Das Bundesamt hat ein Impulsprogramm zur Arbeitsmarktintegration von älteren und schwer vermittelbaren Arbeitslosen evaluiert. 22 Kantone setzten 35 Projekte um, die auf sieben Handlungsfelder abzielten: Job Coaching, Beratungsintensivierung, Kompetenzstärkung, Massnahmeneuentwicklung, Selbstlernformate, digitale Kompetenzen und Netzwerkausbau. Die Synthese der externen Evaluationen identifiziert Job Coaching als Erfolgsfaktor mit nachgewiesenen positiven Effekten auf Vermittlungsquoten und Teilnehmerzufriedenheit. Für Entscheider in Kantonen und Arbeitsmarktbehörden bedeutet dies: Investitionen in individuelle Begleitung zahlen sich aus und sollten in Regelstrukturen verankert werden.
Detaillierte Zusammenfassung
Das Impulsprogramm wurde 2019 vom Bundesrat beauftragt und vom SECO im Rahmen der Arbeitslosenversicherung (ALV) und öffentlichen Arbeitsvermittlung (öAV) umgesetzt. Die 35 kantonalen Projekte adressierten unterschiedliche Integrationshürden mit differenzierten Ansätzen. Die Evaluationssynthese zeigt übergreifend positive Effekte auf zentrale Faktoren der Stellensuche: Bewerbungskompetenzen, Motivation, Selbstvertrauen und soziale Kontakte verbesserten sich messbar.
Eine zentrale Erkenntnis betrifft die Skalierbarkeit: Projekte mit sehr spezifischen Zielgruppen erreichten weniger Teilnehmende und zeigten daher geringere Wirksamkeit. Die Vermittlung von Personen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf bleibt anspruchsvoll und erfordert engen, kontinuierlichen Kontakt zu Arbeitgebenden. Job Coaching wurde von 14 Kantonen erprobt und zeigte in zwei Projekten mit quantitativer Wirkungsanalyse positive Effekte auf die tatsächliche Wiedereingliederung. Die Zufriedenheit der Teilnehmenden war durchweg sehr hoch. Die Mehrheit dieser Projekte wird in die Regelstrukturen überführt und bildet einen Schwerpunkt der «Strategie öAV 2030».
Neben Job Coaching bewährten sich auch intensivere Beratungsangebote zu spezifischen Themen sowie niederschwellige, flexibel nutzbare Formate. Ein Grossteil dieser Projekte wird von den Kantonen dauerhaft eingeführt, was auf nachhaltige Akzeptanz hindeutet.
Kernaussagen
- Job Coaching ist der Erfolgsfaktor: Individuelle Begleitung zeigt nachweislich positive Effekte auf Vermittlung und Teilnehmerzufriedenheit
- Skalierung ist eine Herausforderung: Zu spezifische Zielgruppen erreichen zu wenige Personen; breiter anwendbare Ansätze sind effizienter
- Intensivberatung und niederschwellige Formate funktionieren: Diese Ansätze werden von Kantonen dauerhaft in Regelstrukturen integriert
- Enge Arbeitgeberkontakte sind notwendig: Besonders bei Personen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf braucht es kontinuierliche Vermittlungsarbeit
Kritische Fragen
Datenqualität: Welche Vergleichsgruppen wurden in den zwei Projekten mit quantitativer Wirkungsanalyse verwendet? Sind die Effekte kausal oder korrelativ?
Selektionsbias: Unterscheiden sich Teilnehmende von Job Coaching Projekten in Motivation oder Voraussetzungen von Nicht-Teilnehmenden? Könnte Selbstselektion die hohen Zufriedenheitswerte erklären?
Langfristigkeit: Wie lange wurden die Teilnehmenden nach Programmende beobachtet? Bleiben die Vermittlungserfolge nachhaltig oder zeigen sich Rückfallquoten?
Kosteneffizienz: Welche Kosten pro erfolgreiche Vermittlung entstanden bei Job Coaching im Vergleich zu anderen Handlungsfeldern?
Umsetzungsrisiken: Welche Kantone setzen Job Coaching um und welche nicht? Gibt es Unterschiede in Kapazität oder politischer Priorität?
Zielgruppendefinition: Warum erreichen spezifische Zielgruppen-Projekte weniger Teilnehmende? Ist dies ein Rekrutierungs- oder ein Bedarfsproblem?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Impulsprogramm zur Förderung der Wiedereingliederung von erschwert vermittelbaren und älteren Arbeitslosen – Evaluationsberichte – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/l335OYuKNdJLBoZz-BNKd
Verifizierungsstatus: ✓ 17. Februar 2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 17. Februar 2026