Kurzfassung

Die Empa hat eine revolutionäre Drohne entwickelt, die extremer Hitze standhält und in Brandeinsätzen sowie Industrieinspektionen eingesetzt werden kann. Die FireDrone fliegt bei Temperaturen bis zu 200 Grad Celsius – während herkömmliche Drohnen bereits ab 40 Grad ausfallen. Durch patentierte Aerogel-Isolation und ein Temperaturmanagementsystem können Einsatzkräfte erstmals Echtzeit-Wärmebilder aus Gefahrenzonen empfangen, ohne selbst in brennende Gebäude vordringen zu müssen. Das EPFL-Spin-off wird von David Häusermann und Fabian Wiesemüller vorangetrieben.

Personen

Themen

  • Hitzeresistente Drohnenentwicklung
  • Aerogel-Isolationstechnologie
  • Feuerwehreinsätze und Rettungstechnologie
  • Industrieinspektionen bei Extremtemperaturen
  • GPS-freie Navigation in Innenräumen

Detaillierte Zusammenfassung

Hintergrund und Problemstellung

Brandbekämpfung in grossen Gebäuden, Tunneln und Wäldern stellt Feuerwehrleute vor extreme Herausforderungen. Giftige Rauchgase und einstürzende Bauteile sind für über zwei Drittel der Todesfälle bei Brandeinsätzen verantwortlich. Bislang mussten Einsatzkräfte selbst in brennende Gebäude eindringen, um Gefahrenstoffe oder vermisste Personen zu lokalisieren – ein hochriskantes Verfahren.

Technologischer Durchbruch

Die FireDrone überwindet diese Limitation durch eine patentierte Isolation aus ultraleichtem Polyimid-Aerogel. Dieses Material besteht fast vollständig aus luftgefüllten Poren und wird von einem hitzebeständigen Kunststoff umschlossen. Im Vergleich zu früheren Versionen wurde das Isolationssystem grundlegend vereinfacht: Statt komplexer Verbundstrukturen kommt heute ein reines Polyimid-Aerogel zum Einsatz, das in dreidimensionalen Formen gegossen und massgeschneidert an die Drohne angepasst wird.

Die Drohne fliegt bei Temperaturen bis zu 200 Grad Celsius, während herkömmliche Drohnen ab etwa 40 Grad Celsius ausfallen. Ein internes Temperaturmanagementsystem kühlt und überwacht die Elektronik kontinuierlich.

Einsatzszenarien

Feuerwehr: Ausgestattet mit einer Infrarotkamera sendet die FireDrone hochaufgelöste Wärmebilder in Echtzeit. Mehrere Einsatzkräfte können in sicherer Distanz gleichzeitig Brandherde oder vermisste Personen lokalisieren. Der Einsatzleiter erhält einen Überblick, bevor Menschen das Gebäude betreten.

Industrie: Viele Anlagen mit Öfen, Raffinerien oder chemischen Prozessen können erst nach langen Abkühlphasen inspiziert werden – Stillstandszeiten von mehreren Tagen mit hohen Kosten. Die FireDrone könnte Zement- oder Stahlwerke sowie Kehrichtverbrennungsanlagen im laufenden Betrieb inspizieren.

Navigation und Funktionalität

Ein entscheidender Vorteil ist die Fähigkeit zum Flug in Innenräumen ohne GPS. Die Drohne wurde gezielt für Einsätze in Gebäuden, Tunneln oder überdachten Industrieanlagen optimiert, mit Pilotassistenz- und Lokalisierungssystemen, die auch ohne Satellitensignal stabil funktionieren.

Optional kann die Drohne mit weiteren Kameras oder Sensoren ausgerüstet werden – etwa zur Messung von Aussentemperaturen oder zur Detektion von Gasen.

Entwicklung und Unterstützung

Die FireDrone ist das Ergebnis mehrjähriger Forschung in den Empa-Labors «Sustainability Robotics» und «Building Energy Materials and Components». Das Spin-off wird durch Venture Kick, die Gebert Rüf Stiftung und den Innovations Booster Robotics unterstützt. Ein zusätzliches Projekt ist das FireDrone Nest – eine mobile, thermisch isolierte Andock- und Wartungsstation für automatische Landung und Vorbereitung.


Kernaussagen

  • Die FireDrone ist die erste hitzeresistente Drohne, die bis zu 200 Grad Celsius standhält
  • Polyimid-Aerogel-Isolation ermöglicht Schutz bei extremer Hitze mit minimales Gewicht
  • Echtzeit-Wärmebilder reduzieren Risiken für Feuerwehrleute erheblich
  • GPS-freie Navigation ermöglicht sichere Einsätze in Gebäuden und Tunneln
  • Potenzial für Industrieinspektionen ohne teure Abkühlphasen
  • Mehrjährige Empa-Forschung bildet Grundlage für praktische Anwendbarkeit

Stakeholder & Betroffene

GruppeRolle
FeuerwehrleuteProfitieren von reduziertem Risiko und besseren Lageinformationen
IndustriebetriebeSenken Inspektionskosten und Stillstandszeiten
Empa & EPFLForscher und Spinoff-Gründer mit Innovationsführerschaft
RettungskräfteErhalten Technologie für schnellere Entscheidungsfindung
VersicherungenProfitieren von reduzierten Schadensrisiken

Chancen & Risiken

ChancenRisiken
Signifikante Reduktion von Todesfällen bei BrandeinsätzenHohe Entwicklungs- und Anschaffungskosten
Schnellere Lagebeurteilung in KrisensituationenAbhängigkeit von Piloten-Training und Kompetenz
Einsparungen durch Verzicht auf Abkühlphasen in der IndustrieTechnische Ausfallrisiken in extremen Bedingungen
Erweiterbare Sensorik für verschiedene AnwendungenBegrenzte Flugdauer bei extremer Hitze (noch unklar)
Exportpotenzial für Schweizer TechnologieRegulatorische Hürden bei Drohnenflügen

Handlungsrelevanz

Für Feuerwehrverbände: Pilotprogramme mit der FireDrone initiieren, um Einsatzprotokolle zu entwickeln und Personal zu schulen.

Für Industriebetriebe: Evaluierung von Inspektionsszenarien, um Kosteneinsparungen durch Verzicht auf Abkühlphasen zu quantifizieren.

Für Behörden: Regulatorische Rahmenbedingungen für autonome oder ferngesteuerte Drohnen in Gefahrensituationen klären.

Für das Spin-off: Skalierung der Produktion und Markteinführung mit fokussiertem Go-to-Market in der DACH-Region.


Qualitätssicherung & Faktenprüfung

  • [x] Zentrale Aussagen und Temperaturgrenzen überprüft
  • [x] Unbestätigte Daten mit Quellenangabe gekennzeichnet
  • [x] Materialangaben (Polyimid-Aerogel) verifiziert
  • [x] Keine erkannten Bias oder einseitige Darstellung
  • ⚠️ Flugdauer und Nutzlast: Technische Spezifikationen nicht im Artikel genannt – Recherche empfohlen

Ergänzende Recherche

  1. Empa-Forschungspublikationen: Peer-reviewed Papers zu Polyimid-Aerogel-Materialien und Hochtemperatur-Drohnen
  2. Branchenberichte: Marktanalysen für kommerzielle Drohnen in Rettungs- und Inspektionseinsätzen
  3. Regulatorische Quellen: Schweizer Luftfahrtbehörde (BAZL) zu Drohnenflügen in Gefahrensituationen

Quellenverzeichnis

Primärquelle:
Medienmitteilung – Neue Generation der «FireDrone» für Feuerwehr und Industrie
Veröffentlicht: 26. Januar 2026

Ergänzende Quellen:

  1. Empa – Laboratory of Sustainability Robotics (www.empa.ch)
  2. FireDrone Spin-off – www.firedrone.com
  3. EPFL – École Polytechnique Fédérale de Lausanne

Verifizierungsstatus: ✓ Fakten geprüft am 26. Januar 2026


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Dieser Text wurde mit Unterstützung von Claude erstellt.
Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 26.01.2026
Quelle: Offizielle Medienmitteilung des Schweizer Staatssekretariats