Kurzfassung

Die Empa in St. Gallen beteiligt sich am europäischen Grossprojekt PARC (Partnership for the Assessment of Risks from Chemicals), das die Risikobewertung von Chemikalien verbessern soll. Das Projekt vernetzt über 200 Partner aus 29 Ländern, darunter acht Schweizer Forschungsinstitutionen und drei Bundesämter. Die Empa entwickelt im Teilbereich «Safe and Sustainable by Design» (SSbD) Methoden und Werkzeuge, um potenzielle Gefahren neuer Chemikalien bereits in frühen Entwicklungsphasen zu erkennen. PARC läuft von 2022 bis 2029 und soll zukünftige Skandale wie DDT, Asbest oder PFAS vermeiden helfen.

Personen

Themen

  • Chemikaliensicherheit
  • EU-Forschungsprojekte
  • Nachhaltige Materialentwicklung
  • Risikobewertung

Clarus Lead

Die Schweiz trägt zentral zu einem der ambitioniertesten EU-Chemikalien-Sicherheitsprojekte bei – in einer Zeit, in der synthetische Stoffe wie PFAS global zum Umweltproblem werden. Der SSbD-Ansatz adressiert ein strukturelles Versäumnis: Während Pharma und Agrarchemie längst präventiv arbeiten, fehlt diese Systematik in anderen Industrien. Die Entwicklung von Fachkräften («SSbD practitioners») und die geplante Zusammenarbeit mit der Industrie signalisieren, dass Prävention nur mit wirtschaftlichen Akteuren funktioniert – nicht nur mit Behörden.

Detaillierte Zusammenfassung

Das Projekt PARC arbeitet auf neun verschiedenen Themenfeldern an der Weiterentwicklung von Chemikalien-Risikobewertung. Die Schweizer Koordination liegt beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), beteiligt sind neben der Empa auch die ETH Zürich, Eawag, Agroscope und weitere Institutionen sowie die Bundesämter für Umwelt (BAFU) und Wirtschaft (SECO).

Die SSbD-Teilaufgabe der Empa hat bereits erste Toolbox-Varianten entwickelt und diese an bekannten Chemikalien wie Bisphenol-A (BPA) getestet. Der Forschungsansatz basiert darauf, Risiken zu bewerten und zu quantifizieren – die eigentliche Herausforderung liegt jedoch in der Interpretation dieser Daten, insbesondere bei neuen Stoffen mit wenigen verfügbaren Informationen. Forscher wie Bernd Nowack arbeiten daher mit Schätzungen, Modellierungen und Wahrscheinlichkeitsmodellen.

In nächsten Schritten will die Empa die Entwicklungsprozesse der Pharmazie und Agrarchemie analysieren, wo SSbD bereits Standard ist, um diese Methoden auf andere Industriezweige zu übertragen. Zusätzlich plant die Empa, Materialien wie Graphen in die Toolbox aufzunehmen und verstärkt mit der Industrie zusammenzuarbeiten – da Chemikalienentwicklung überwiegend dort stattfindet.

Kernaussagen

  • Europäisches Netzwerk von 200+ Partnern aus 29 Ländern arbeitet an früher Gefahrenerkennung für Chemikalien
  • Schweizer Empa-Forschung testet SSbD-Methoden bereits an bekannten Stoffen und entwickelt Bewertungswerkzeuge
  • Ziel: Zukünftige Chemikalien-Skandale wie DDT, Asbest oder PFAS durch präventive Risikoanalyse vermeiden
  • Pharmazie zeigt Vorbild – SSbD muss nun in andere Industrien und früh in Entwicklungsprozesse integriert werden

Kritische Fragen

  1. Evidenz/Datenqualität: Wie valide sind Risikomodelle für völlig neue Chemikalien, wenn – wie Nowack einräumt – kaum Daten vorliegen? Welche Fehlerquoten werden akzeptiert?

  2. Interessenkonflikte: Wie wird sichergestellt, dass Industriepartner bei der SSbD-Entwicklung nicht ihre eigenen Sicherheitsstandards verwässern?

  3. Kausalität/Alternativen: Warum hat die Pharmabranche SSbD längst etabliert, andere Industrien aber nicht? Sind regulatorische Unterschiede oder wirtschaftliche Anreize der Grund?

  4. Umsetzbarkeit: Wie realistisch ist es, dass «SSbD practitioners» in ausreichender Zahl ausgebildet werden, wenn dies eine hochspezialisierte Rolle ist?

  5. Zeitrahmen: PARC läuft bis 2029 – wie schnell können entwickelte Methoden in EU-Regulierung (z.B. REACH-Reform) integriert werden?

  6. Scope: Deckt die Toolbox auch Cumulative-Exposure-Szenarien ab, oder bewertet sie Chemikalien isoliert?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Paket Schweiz-EU (Bilaterale III) – Forschung und Behörden entwickeln bessere Risikobewertung für Chemikalien – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/Arqgvznye6u6GklO5HoPH

Ergänzende Quellen:

  • PARC Initiative – www.eu-parc.eu
  • Empa PARC-Seite – www.empa.ch/web/s604/parc-initiative-fuer-sichere-chemikalien
  • Empa Abteilung Technologie und Gesellschaft – www.empa.ch/web/s506

Verifizierungsstatus: ✓ 23.07.2026

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Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 23.07.2026