Autor: Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI)
Quelle: news.admin.ch – ETH-Rat Medienmitteilung
Publikationsdatum: 4. Dezember 2025
Lesezeit: 3 Minuten


Executive Summary

Die ETH Zürich und ETH Lausanne haben 2025 erstmals mehr Frauen als Männer auf Professurenposten ernannt – ein historischer Meilenstein für die Schweizer Forschungslandschaft. Diese Entwicklung signalisiert, dass strukturelle Massnahmen zur Geschlechterparität messbare Ergebnisse liefern und beide Institutionen auf Kurs sind, langfristige Diversitätsziele zu erreichen. Der Erfolg reflektiert ein strategisches Commitment zur Talentakquisition ohne ideologische Verzerrung, sondern als rationale Antwort auf globale Konkurrenzfähigkeit und Fachkräftemangel.


Kritische Leitfragen

  1. Welche konkreten Massnahmen des Organisationsentwicklungsprojekts «FIT for the Future» haben diese Quote ermöglicht – und sind sie nachhaltig oder Resultat einer punktuellen Kohorte?

  2. Wie wird Gleichstellung mit Meritokratie vereinbart? Besteht Transparenz darüber, ob Selektionskriterien und Berufungsverfahren wissenschaftliche Exzellenz primär gewichten?

  3. Transferiert sich dieser Erfolg auch auf mittlere und niedrigere akademische Ebenen – oder bleibt er auf der Führungsebene konzentriert?


Szenarienanalyse: Zukunftsperspektiven

ZeithorizontSzenarioWahrscheinlichkeit
Kurzfristig (1 Jahr)Kontinuierliche Quote über 50 % bei Neuernennungen; erste messbare Effekte auf Retention und PublikationsoutputMittel–Hoch
Mittelfristig (5 Jahre)Paritätische Professurenschaft in Mathematik, Naturwissenschaften und Ingenieurwesen; internationales Benchmark-BeispielMittel
Langfristig (10–20 Jahre)Verschiebung der Diskussion von Quote zu Chancengleichheit; strukturelle Gleichstellung als NormalfallMittel–Niedrig (abhängig von Durchhaltung)

Hauptzusammenfassung

Kernthema & Kontext

Die ETH-Gruppe (ETH Zürich, ETH Lausanne) hat im Jahr 2025 bei Professurenernennungen erstmals ein Geschlechterverhältnis erreicht, bei dem Frauen mehr als 50 % der Neuposititionen besetzen. Dies markiert einen Wendepunkt in der Schweizer Forschungselite nach Jahrzehnten struktureller Unterrepräsentanz. Der ETH-Rat beschloss dies an seiner Sitzung vom 3./4. Dezember 2025 und kündigte weitere Schritte im Reformprojekt «FIT for the Future» an.

Wichtigste Fakten & Zahlen

  • Über 50 % der Neuernennungen auf Professurenposten sind Frauen (2025)
  • ETH-Rat bestätigt: Langfristiges Ziel einer erhöhten Professorinnenquote ist erreichbar
  • ⚠️ Absolute Anzahl der ernannten Professorinnen nicht spezifiziert – Quote könnte auf kleiner Basis beruhen
  • ⚠️ Keine Angaben zu Fachrichtungen – Ausgewogenheit über alle Disziplinen unklar
  • Organisationsentwicklungsprojekt «FIT for the Future» bleibt strategischer Rahmen
  • ⚠️ Sustainability-Massnahmen und konkrete Massnahmenbündel nicht detailliert – Reproduzierbarkeit offen

Stakeholder & Betroffene

  • ETH Zürich & ETH Lausanne: Institutionelle Leistungsträger
  • Forscherinnen: Primäre Begünstigte
  • Schweizer Hochschulsystem: Referenzinstitution für andere Universitäten
  • Industrieforschung: Potentiell verbesserte Talentpipeline
  • Gesellschaft: Kultureller Signaleffekt

Chancen

  • 🟢 Verbesserter Zugang zu globalem Forscherinnen-Talentpool
  • 🟢 Erhöhte Innovationskraft durch Diversität in Forschungsteams
  • 🟢 Vorbildfunktion für andere Schweizer und europäische Hochschulen
  • 🟢 Stärkere Vereinbarkeit von Familie und Karriere durch kritische Masse

Risiken

  • 🔴 Zielquoten können Meritokratie gefährden, falls Selektionskriterien unklar bleiben
  • 🔴 Nachhaltigkeitsfalle: Einmaliger Erfolg ohne strukturelle Verankerung
  • 🔴 Lack of Transparency: Keine öffentliche Darlegung der Berufungskriterien
  • 🔴 Backlash-Risiko: Politische oder mediale Delegitimation ohne klare Kommunikation

Handlungsrelevanz

Für Führungskräfte in Forschung und Hochschulmanagement:

  • Implementierung transparenter, wissenschaftsorientierter Berufungsprozesse
  • Regelmässige Publizierung von Diversitätsmetriken
  • Vermeidung von symbolischer Diversity ohne strukturelle Änderung

Qualitätssicherung & Faktenprüfung

AussageStatusBemerkung
Über 50 % Frauenquote bei Ernennungen 2025✅ Offiziell bestätigtPräzise Zahlenangabe fehlt
ETH-Rat Sitzung 3./4. Dezember 2025✅ BestätigtOffizielles Protokoll verfügbar
Projekt «FIT for the Future» läuft✅ BestätigtDetails zu Massnahmen unklar
Susan Gasser und Peter Allenspach scheiden aus✅ BestätigtÜbergangsprozess nicht näher beschrieben

Verifizierungsstatus: ✅ Fakten geprüft am 4. Dezember 2025 (Originalquelle: Offizielle Medienmitteilung)


Ergänzende Recherche

  1. ETH-Jahresbericht 2024/25 – Detaillierte Geschlechterstatistiken nach Fachrichtung und Karrierestufe
    → Kontext: Longitudinale Trendverfolgung empfohlen

  2. Schweizerischer Wissenschaftsrat – Bericht zu Geschlechterparität in MINT-Professurenschaft
    → Kontext: Komparativer Benchmark zu anderen Schweizer Universitäten

  3. International Perspective: Massachusetts Institute of Technology (MIT), Stanford University – Vergleichbare Reformpfade
    → Kontext: Best-Practice-Transfer


Quellenverzeichnis

Primärquelle:
Medienmitteilung ETH-Rat – ETH Zürich und ETH Lausanne erreichen Geschlechterparität bei Professurenernennungen

Ergänzende Quellen:

Verifizierungsstatus: ✅ Fakten geprüft am 4. Dezember 2025 – Primärquelle ist offizielle Staatsmitteilung.