Kurzfassung
Der Bundesrat hat die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) 2024 beauftragt, die Qualität von Prognosen in Entscheidgrundlagen zu evaluieren. Die EFK hat einen Bericht mit sieben Empfehlungen zur Verbesserung erstellt, denen der Bundesrat am 1. Juli 2026 zustimmte. Die Empfehlungen zielen darauf ab, dass Fachämter häufiger quantitative Prognosen erstellen, Qualitätsvorgaben verbindlich einhalten und Unsicherheiten transparenter darstellen. Der Bundesrat will die Empfehlungen ohne zusätzliche Ressourcen und proportional umsetzen, wobei die Fachämter weiterhin die Verantwortung tragen.
Personen
- Bundesrat (Kollegialorgan; verantwortlich für Umsetzung)
Themen
- Prognosequalität in Gesetzgebung
- Qualitätssicherung bei Datenverarbeitung
- Parlamentarische Entscheidungsgrundlagen
- Transparenz in Abstimmungserläuterungen
Clarus Lead
Die Qualität von Prognosen in Bundesentscheidungen wird zum strategischen Thema: Während Stimmbevölkerung und Parlament auf verlässliche Grundlagen angewiesen sind, zeigt der EFK-Bericht systematische Lücken bei der Prognose-Darstellung und Risikokommunikation. Der Bundesrat muss nun die Balance wahren zwischen erhöhten Standards und knappen Mitteln – eine Umsetzung ohne zusätzliches Budget wird die Prioritäten der Verwaltung neu ausrichten.
Detaillierte Zusammenfassung
Die EFK identifizierte in ihrer Prüfung zwei Handlungsschwerpunkte. Erstens müssen Fachämter quantitative Prognosen häufiger einsetzen, dabei Risiken explizit kennen und Qualitätsvorgaben als verbindlich behandeln. Bei bedeutsamen Vorlagen sollen sie vermehrt externes Fachwissen beiziehen und Prognosemodelle verstärkten Qualitätskontrollen unterziehen. Zweitens müssen bestehende Vorgaben zur Prognose-Darstellung besser eingehalten werden – sowohl in Bundesratsbotschaften als auch in Abstimmungserläuterungen. Zentral ist die Forderung, Unsicherheiten von Prognosen grundsätzlich zu thematisieren, um Transparenz gegenüber den Entscheidungsträgern zu erhöhen.
Der Bundesrat bekennt sich zur Zielsetzung der Empfehlungen, betont aber die Notwendigkeit einer verhältnismässigen Umsetzung. Er will Verantwortlichkeiten nicht vermischen: Die Fachämter bleiben für Korrektheit und korrekte Darstellung ihrer Prognosen verantwortlich. Gleichzeitig wird er Verantwortung und Prozesse in den Ämtern stärken und durch gezielte Überprüfung ergänzen – ohne den administrativen Aufwand für Rechtsetzungsvorhaben generell zu erhöhen. Angesichts angespannter Bundesfinanzen sollen die Empfehlungen weitgehend ohne zusätzliche Ressourcen umgesetzt werden.
Kernaussagen
- Die EFK empfiehlt sieben konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Prognosequalität in Bundesentscheidungen.
- Fachämter sollen häufiger quantitative Prognosen erstellen und dabei Risiken und Unsicherheiten transparent kommunizieren.
- Der Bundesrat akzeptiert die Empfehlungen, setzt ihre Umsetzung aber unter Haushaltsvorbehalt um – ohne zusätzliches Budget.
Kritische Fragen
Evidenz/Datenqualität: Welche spezifischen Einzelfälle hat die EFK analysiert, um ihre Befunde zur mangelhaften Prognosequalität zu begründen? Sind diese Fälle repräsentativ für die gesamte Bundesverwaltung?
Interessenkonflikte: Wie wird sichergestellt, dass Fachämter bei der Prognose-Erstellung unabhängig bleiben, wenn sie gleichzeitig für die politische Umsetzung ihrer Vorlagen verantwortlich sind?
Kausalität: Inwiefern ist unklar dargestellte Prognose-Unsicherheit tatsächlich die Ursache für schlechte Entscheidungen, oder spielen andere Faktoren eine Rolle?
Umsetzbarkeit: Wie können Fachämter ohne zusätzliche Ressourcen häufiger quantitative Prognosen erstellen und gleichzeitig verstärkte Qualitätskontrollen durchführen?
Nebenwirkungen: Besteht das Risiko, dass stärkere Prognose-Anforderungen zu Verzögerungen in Gesetzgebungsprozessen führen?
Monitoring: Wie wird der Bundesrat die Umsetzung der sieben Empfehlungen überprüfen und über Fortschritte berichten?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Paket Schweiz-EU (Bilaterale III) – Bundesrat verbessert Qualität von Prognosen
Verifizierungsstatus: ✓ 01.07.2026
Weitere Sprachen: Französisch | Englisch
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 01.07.2026