Kurzfassung

Der Schweizer Bundesrat hat am 13. Mai 2026 einen Bericht zum Postulat 23.4152 verabschiedet, der den Langzeitbetrieb der Kernkraftwerke Gösgen und Leibstadt über bis zu 80 Jahre untersucht. Die Regierung kommt zum Schluss, dass ein solcher Betrieb technisch machbar und in den meisten Fällen wirtschaftlich rentabel wäre. Der Bericht prüft zudem, ob Neubauten von Kernkraftwerken die Stromversorgungssicherheit im Winter verbessern könnten, sollte der Ausbau erneuerbarer Energien nicht rasch genug voranschreiten. Eine staatliche finanzielle Förderung des Langzeitbetriebs wird derzeit für nicht notwendig erachtet.

Personen

  • Burkart (Postulant)

Themen

  • Kernenergie
  • Stromversorgungssicherheit
  • Energiepolitik
  • Langzeitbetrieb

Clarus Lead

Die Entscheidung signalisiert eine Neuausrichtung der Schweizer Energiepolitik unter Druck: Während der Ausbau erneuerbarer Energien schleppend vorangeht, werden bestehende Kernkraftwerke als strategische Reserve zur Winterstromversorgung reaktiviert. Die fehlende Subventionierungsforderung deutet auf verbesserte Marktbedingungen für Atomstrom hin, doch regulatorische Unsicherheiten – insbesondere das Risiko vorzeitiger Stilllegungen – bleiben zentrale Hürden für Investitionsentscheidungen der Betreiber.

Detaillierte Zusammenfassung

Der Bericht baut auf einer Vorarbeit des Bundesamts für Energie (BFE) auf, die bereits 2024 die technische und wirtschaftliche Machbarkeit eines 60-jährigen Langzeitbetriebs bestätigt hatte. Die neue Analyse erweitert diese Perspektive um eine Dekade und untersucht die Bedingungen für einen 80-jährigen Betrieb beider Anlagen. Unter realistischen Annahmen zur Strompreisentwicklung und Investitionskosten dürften sich erforderliche technische Nachrüstungen wirtschaftlich amortisieren – ohne dass Staatshilfen notwendig sind.

Allerdings identifiziert der Bericht erhebliche nicht-ökonomische Risiken. Politische und regulatorische Unsicherheiten – etwa durch mögliche vorzeitige Stilllegungsbeschlüsse oder verschärfte Sicherheitsstandards – könnten die Rentabilität nachträglich gefährden. Ein stabiler rechtlicher Rahmen wird daher als zentrale Voraussetzung benannt. Zusätzlich warnen die Kraftwerksbetreiber vor Fachkräftemangel: Der Erhalt von Spezialkompetenz über mehrere Jahrzehnte stellt eine operative Herausforderung dar. Der Bundesrat plant, diese Fragen im Rahmen der Energieperspektiven 2060 vertieft zu analysieren.

Kernaussagen

  • 80-jähriger Betrieb technisch und wirtschaftlich machbar – unter realistischen Strompreis- und Kostenszenarios ohne Subventionsbedarf
  • Regulatorische Stabilität ist Schlüsselfaktor – politische Unsicherheiten und mögliche Stilllegungen gefährden wirtschaftliche Rentabilität
  • Winterstromsicherheit im Fokus – Langzeitbetrieb plus Ausbau erneuerbarer Energien sollen Importabhängigkeit senken

Kritische Fragen

  1. Strompreis-Annahmen: Auf welchen Preisprognosen basieren die Wirtschaftlichkeitsberechnungen, und wie sensibel sind diese gegenüber Marktvolatilität?

  2. Regulatorisches Risiko: Welche konkreten Szenarien für Sicherheitsanforderungen wurden durchgespielt, und wie würden diese die Investitionsrentabilität beeinflussen?

  3. Fachkräfte-Sicherung: Welche Massnahmen plant der Bund, um die Verfügbarkeit von Kernkraft-Spezialkompetenz über 80 Jahre zu garantieren?

  4. Alternative Szenarien: Wie würde eine beschleunigte Expansion erneuerbarer Energien die Notwendigkeit des Langzeitbetriebs reduzieren, und was sind realistische Ausbauzeitpläne?

  5. Neubau-Wirtschaftlichkeit: Unter welchen Kostenszenarien wären Neubauten von Kernkraftwerken gegenüber Langzeitbetrieb wettbewerbsfähig?

  6. Stilllegungsrisiko: Welche parlamentarischen oder politischen Trigger könnten zu einer vorzeitigen Stilllegung führen, und wie werden diese in den Szenarien berücksichtigt?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Bundesrat – Bericht in Erfüllung des Postulates 23.4152 «Weiterbetrieb der bestehenden Kernkraftwerke ermöglichen» – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/KFsl_jemlcYglhQ7k9K8Z

Verifizierungsstatus: ✓ 13.05.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 13.05.2026