Kurzfassung

Der Bundesrat hat am 22. April 2026 einen Vorschlag der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates zur Ausweitung der Sonntagsarbeit in Verkaufsgeschäften begrüsst. Die Vorlage ermöglicht es den Kantonen, die Anzahl der Sonntage mit erlaubter Sonntagsarbeit ohne Ausnahmebewilligung von bisher vier auf bis zu zwölf pro Jahr zu erhöhen. Der Bundesrat betont, dass der föderalistische Ansatz gewahrt bleibt und die Kantone eigenverantwortlich über die Umsetzung entscheiden können. Die Standesinitiative des Kantons Zürich von 2023 wird damit umgesetzt.

Personen

  • Kanton Zürich (Initiator; Standesinitiative)

Themen

  • Arbeitsrecht und Ladenöffnungszeiten
  • Föderalismus
  • Wirtschaftspolitik
  • Sonntagsarbeit

Clarus Lead

Die Entscheidung signalisiert eine pragmatische Balance zwischen wirtschaftlichen Flexibilisierungsbedürfnissen und föderalistischen Strukturen. Für Kantone und Einzelhandelsbetriebe eröffnet sich damit ein neuer Handlungsspielraum in einem regulatorisch sensiblen Bereich – ohne zentrale Vorgaben durchzusetzen. Die massvolle Erhöhung von vier auf zwölf Sonntage pro Jahr adressiert die seit 2023 diskutierte Standesinititative und ermöglicht differenzierte kantonale Lösungen.

Detaillierte Zusammenfassung

Der Bundesrat würdigt in seiner Stellungnahme explizit, dass der föderalistische Ansatz bewahrt bleibt. Die Kantone behalten vollständige Entscheidungshoheit: Sie können die neue Regelung nutzen oder ablehnen und bei Umsetzung selbst bestimmen, wie viele der bis zu zwölf Sonntage sie freigeben. Dies ermöglicht es den Kantonen, lokale wirtschaftliche und gesellschaftliche Besonderheiten zu berücksichtigen.

Die geltenden Schutzbestimmungen des Arbeitsgesetzes für Sonntagsarbeit bleiben unverändert gültig – auch an den neu hinzukommenden Sonntagen. Die kantonale Hoheit über Ladenöffnungszeiten wird durch die Vorlage nicht eingeschränkt. Einzelne Verkaufsgeschäfte können zudem eigenständig entscheiden, ob sie an den kantonal freigegebenen Sonntagen Personal einsetzen möchten, basierend auf ihrer Kosten-Nutzen-Abwägung. Als nächster Schritt wird sich die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerates mit der Bundesratsstellungnahme auseinandersetzen.

Kernaussagen

  • Der Bundesrat begrüsst die moderate Erhöhung der Sonntagsarbeitstage von 4 auf maximal 12 pro Jahr
  • Föderalistische Entscheidungshoheit der Kantone bleibt vollständig erhalten
  • Arbeitsschutzbestimmungen und kantonale Ladenöffnungszeitshoheit sind nicht betroffen
  • Einzelbetriebe entscheiden eigenverantwortlich über Personalbesetzung an freien Sonntagen

Kritische Fragen

  1. Evidenz: Welche empirischen Daten zur Umsatzentwicklung oder Arbeitnehmerzufriedenheit liegen der Zürcher Standesinitiative zugrunde, und wurden diese vom Bundesrat überprüft?

  2. Interessenskonflikte: Welche Positionen vertreten Arbeitgeberverbände versus Gewerkschaften zur Ausweitung, und wie wurden diese in der Kommissionsdiskussion gewichtet?

  3. Kausalität: Wird erwartet, dass alle Kantone die volle Ausweitung auf 12 Sonntage nutzen, oder sind regional unterschiedliche Umsetzungsquoten wahrscheinlich – und mit welchen Folgen für Wettbewerbsgerechtigkeit?

  4. Umsetzbarkeit: Wie werden Kantone bei der praktischen Kommunikation und Kontrolle der Sonntagsfreigaben unterstützt, insbesondere in Grenzregionen mit unterschiedlichen kantonalen Regelungen?

  5. Nebenwirkungen: Könnte die Erhöhung zu verstärktem Druck auf Arbeitnehmende führen, gerade in Kantonen mit hohem Einzelhandelsdichte, trotz unveränderter Schutzbestimmungen?

  6. Alternativen: Wurden weniger invasive Flexibilisierungsmodelle (z. B. zeitlich befristete Pilotprojekte oder Opt-in-Systeme für Betriebe) diskutiert?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: [Stellungnahme Bundesrat zur Sonntagsarbeit in Verkaufsgeschäften] – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/9ypcgg1R7RzJpatwB4UFD

Ergänzende Quellen:

  1. Schweizer Parlament – Geschäft 23.325: Zeitlich befristete Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten – https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20230325

Verifizierungsstatus: ✓ 22.04.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 22.04.2026