Kurzfassung
Bundesrat Beat Jans besuchte am 8./9. April 2026 Belgien zu Arbeitsgesprächen im Sicherheitsbereich. Er traf belgische Innenminister Bernard Quintin, die nationale Drogenkommissarin Ine Van Wymersch und den Leiter der belgischen Terrorabwehrbehörde OCAM. Am zweiten Tag besichtigte die Delegation den Hafen von Antwerpen, einen der grössten Einfallstore für Kokain nach Europa. Begleitet wurde Jans von den Regierungsrätinnen Stephanie Eymann (BS) und Kathrin Schweizer (BL) sowie Vertretern von fedpol und dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit.
Personen
- Beat Jans (Bundesrat, Leiter Departement Justiz und Polizei)
- Bernard Quintin (belgischer Innenminister)
- Ine Van Wymersch (belgische nationale Drogenkommissarin)
Themen
- Organisierte Kriminalität
- Terrorismusbekämpfung
- Internationale Hafenkooperation
- Schengen-Zusammenarbeit
- Drogenhandel und Kokainschmuggel
Clarus Lead
Die Reise unterstreicht die wachsende Bedeutung bilateraler Sicherheitskooperation im Schengenraum angesichts eskalierender Bedrohungen durch organisierte Kriminalität und Extremismus. Belgiens Erfahrungen mit Hafenkontrollen und Drogenbekämpfung sind für die Schweiz unmittelbar relevant, da auch die Basler Rheinhäfen als «Port of Switzerland» zunehmend zum Ziel von Schmugglern werden. Die Schweiz signalisiert damit Interesse an einer aktiveren Rolle in der Europäischen Hafenallianz, um Informationen und Best Practices zu institutionalisieren und die Sicherheit im Schengenraum zu stärken.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Gespräche konzentrierten sich auf vier Schwerpunkte: organisierte Kriminalität, Terrorismusbekämpfung, Drogenhandel und Hafensicherheit. Belgien verfügt über spezialisierte Strukturen wie die OCAM-Behörde (Organe de Coordination pour l'Analyse de la Menace) zur Terrorabwehr und hat in jüngster Zeit Reformen im Sicherheitsbereich durchgeführt, die erste Erfolge zeigen – der Kokainschmuggel durch den Hafen von Antwerpen ist gesunken, weicht aber auf kleinere Häfen aus.
Die Schweiz präsentierte im Dezember 2025 erstmals eine nationale Strategie gegen organisierte Kriminalität, deren Umsetzung durch einen Nationalen Aktionsplan und Gesetzesanpassungen erfolgt. Belgiens Knowhow zu wirksamen Massnahmen gegen Betäubungsmittelhandel und Geldwäsche ist für diesen Prozess zentral. Im Bereich Terrorismus und Radikalisierung von Jugendlichen werden neue Formen von Gewaltextremismus diskutiert; das Schengener Informationssystem (SIS) ermöglicht grenzüberschreitende Fahndung nach Personen und Gegenständen.
Die Schweiz ist derzeit Beobachterin der Europäischen Hafenallianz und hat einen Runden Tisch mit den Basler Rheinhäfen, fedpol und regionalen Polizeien etabliert. Die Antwerpen-Gespräche bestätigten, dass bilaterale Polizeikooperation, Schengen-Zusammenarbeit und der Zugang zu Informationssystemen wie SIS, Europol und INTERPOL unverzichtbar für die innere Sicherheit sind.
Kernaussagen
- Belgien und die Schweiz teilen Prioritäten bei der Bekämpfung von organisierter Kriminalität, Terrorismus und Radikalisierung
- Der Hafen von Antwerpen ist ein kritischer Punkt für Kokainschmuggel nach Europa; die Schweiz will von belgischen Kontrollmassnahmen lernen
- Die Schweiz signalisiert verstärktes Interesse an der Europäischen Hafenallianz zur Institutionalisierung von Sicherheitskooperation
- Das Schengener Informationssystem und bilaterale Verträge sind zentral für die Sicherheit im Schengenraum
Kritische Fragen
Evidenz: Welche konkreten Daten belegen, dass die belgischen Massnahmen zur Hafensicherheit zu nachweisbaren Erfolgen geführt haben, und wie werden diese gemessen?
Interessenkonflikte: Inwiefern beeinflussen wirtschaftliche Interessen der Basler Rheinhäfen die Schweizer Sicherheitspolitik gegenüber der Europäischen Hafenallianz?
Kausalität: Kann die Verlagerung von Kokainschmuggel auf kleinere Häfen als Erfolg belgischer Politik interpretiert werden, oder verschärft dies die Problematik regional?
Umsetzbarkeit: Welche konkreten Ressourcen und Gesetzesanpassungen sind notwendig, um die nationale Strategie gegen organisierte Kriminalität bis wann umzusetzen?
Datenschutz: Wie werden Datenschutz und Transparenz bei der erweiterten Nutzung des Schengener Informationssystems gewährleistet?
Alternativen: Warum wird eine vollständige Mitgliedschaft in der Europäischen Hafenallianz nicht angestrebt, sondern nur eine verstärkte Beobachterrolle?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Bundesrat Beat Jans auf Arbeitsbesuch in Belgien – Sicherheit im Zentrum der Treffen – news.admin.ch, 09.04.2026
Verifizierungsstatus: ✓ 09.04.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 09.04.2026