Kurzfassung

Nach dem Brand in Crans Montana werden Verbrennungsopfer zur spezialisierten Behandlung in europäische Kliniken verlegt. Die Schweiz nutzt dafür den europäischen Zivilschutzmechanismus (UCPM) und erhält Unterstützung von mehreren Nachbarländern. Etwa 50 Patienten mit schweren Verbrennungen sollen bis zum 4. Januar in spezialisierte Kliniken in Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien und anderen europäischen Ländern transportiert werden.

Personen

  • Nationale Alarmzentrale und Ereignisbewältigung (NEOC)
  • EU Emergency Response Coordination Centre (ERCC)

Themen

  • Katastrophenmedizin und Patientenverlegung
  • Europäischer Zivilschutzmechanismus
  • Spezialisierte Behandlung von Verbrennungsverletzungen
  • Internationale medizinische Zusammenarbeit
  • Lufttransport und Rettungsdienste

Detaillierte Zusammenfassung

Medizinische Notwendigkeit und Kapazitäten

Der Brand in Crans Montana hat eine grosse Anzahl von Patienten mit schweren Verbrennungsverletzungen zur Folge gehabt. Während die Erstversorgung in Schweizer Spitälern sichergestellt werden konnte, reichen die Kapazitäten für die langfristige spezialisierte Behandlung nicht aus. Nach der interkantonalen Planung für hochspezialisierte Medizin (HSM) sind das Universitätsspital Zürich und das CHUV Lausanne die einzigen Zentren in der Schweiz für die Behandlung von Brandverletzten. Die erforderliche Behandlung wird voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Aktivierung des europäischen Zivilschutzmechanismus

Die Schweiz hat über den Union Civil Protection Mechanism (UCPM) um internationale Unterstützung ersucht, nachdem mehrere europäische Staaten und das EU Emergency Response Coordination Centre (ERCC) ihre Hilfe angeboten hatten. Die Unterstützung umfasst spezialisierte Behandlungsplätze, medizinische Lufttransportkapazitäten sowie spezialisierte Burns Assessment Teams aus Frankreich und Italien.

Koordination und Patientenverlegung

Die Nationale Alarmzentrale und Ereignisbewältigung (NEOC) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz koordiniert die medizinischen Evakuationen in enger Zusammenarbeit mit Schweizer Spitälern, der Rega und europäischen Partnern. Die Zuteilung der Patienten erfolgt ausschliesslich nach medizinischen Kriterien, basierend auf dem Zustand und der Art der Verletzungen. Die Verlegungen sind medizinisch dringlich und müssen innerhalb der nächsten 48 Stunden erfolgen, um die Stabilität der Patienten für den Transport zu gewährleisten.

Umfang und Ziele der Verlegungen

Gegenwärtig werden etwa 50 Verlegungen bis zum 4. Januar erwartet. Die meisten Patienten werden in die Nachbarländer Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien verlegt, weitere Aufnahmeplätze wurden von anderen Staaten zur Verfügung gestellt. Aufgrund der grossen Anzahl schwerverbrannter Patienten werden auch Verlegungen in weiter entfernte Länder in Betracht gezogen. Lufttransportkapazitäten stellen Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Rumänien und Italien zur Verfügung.

Kernaussagen

  • Die Schweiz nutzt den europäischen Zivilschutzmechanismus (UCPM) zur Bewältigung der Katastrophe und zur Verlegung von Verbrennungsopfern
  • Etwa 50 Patienten mit schweren Verbrennungen werden in spezialisierte europäische Kliniken verlegt
  • Die Verlegungen erfolgen nach medizinischen Kriterien und sind zeitlich dringlich (innerhalb von 48 Stunden)
  • Mehrere europäische Länder stellen Behandlungsplätze und Lufttransportkapazitäten zur Verfügung
  • Spezialisierte Burns Assessment Teams aus Frankreich und Italien unterstützen die Schweizer Spitäler
  • Die Koordination erfolgt durch die Nationale Alarmzentrale und Ereignisbewältigung (NEOC) in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Organisationen
  • Patienten werden unabhängig von ihrem Wohnort verlegt, um die bestmögliche medizinische Versorgung zu gewährleisten

Metadaten

Sprache: Deutsch
Publikationsdatum: 2. Januar 2026
Quelle: https://www.news.admin.ch/de/newnsb/cRCNrmeIgyfEV5Dz8PZWl
Herausgeber: Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS)
Dokumenttyp: Medienmitteilung
Textlänge: 3.847 Zeichen