Kurzfassung

632 Stadtangestellte der Stadt Bern haben 412'000 Arbeitsstunden im Wert von 21,5 Millionen Franken als Zeitguthaben akkumuliert. Diese Guthaben ermöglichen ihnen flexible Pensionierungsoptionen, einschliesslich bezahlten «Vorruhestandsurlaub». Eine Kaderfrau nutzt dieses System bereits, um mit 58 Jahren in den Ruhestand zu gehen. 57 Mitarbeitende haben sogar Guthaben im Umfang eines kompletten Jahresarbeitspensum angesammelt.

Personen

Themen

  • Pensionierungssysteme
  • Arbeitszeitkonten
  • Personalmanagement
  • Finanzielle Liabilities

Clarus Lead

Die Stadt Bern verfügt über ein grosszügiges Lebensarbeitszeitkonto-System, das Angestellten erlaubt, Überstunden zu sparen und später als bezahlte Auszeit zu nutzen. Mit über 21 Millionen Franken in akkumulierten Zeitguthaben entsteht für die Stadt eine erhebliche latente Verbindlichkeit. Ein konkretes Beispiel: Die Kaderfrau Regula Buchmüller nutzt diese Regelung für einen einjährigen bezahlten «Vorruhestandsurlaub» mit nur 58 Jahren – was erhebliche finanzielle und organisatorische Implikationen für die Stadtverwaltung hat.

Detaillierte Zusammenfassung

Das Lebensarbeitszeitkonto-System der Stadt Bern ermöglicht es Mitarbeitenden, Überstunden und zusätzliche Arbeitsstunden zu akkumulieren und diese später flexibel einzulösen. Besonders attraktiv ist die Möglichkeit, sich vor dem ordentlichen Renteneintrittsalter – unter Beibehaltung der Gehaltszahlungen – pensionieren zu lassen. Dies wird durch die zweite Säule des Pensionssystems ermöglicht, nicht durch die AHV.

Die Bilanz dieser Regelung ist beeindruckend: Über 632 Stadtangestellte haben kollektiv 412'000 Arbeitsstunden (im Gegenwert von 21,5 Millionen Franken) auf ihren Konten gesammelt. Besonders problematisch ist die Konzentration dieser Guthaben: 57 Mitarbeitende haben jeweils mehr als ein ganzes Jahresarbeitspensum angespart – ein Vielfaches der durchschnittlichen Akkumulation. Die praktische Manifestation dieser Regelung zeigt sich bei der Stadträtin Regula Buchmüller, die mit 58 Jahren einen ganzen bezahlten Urlaub nimmt, was de facto einer frühen Pensionierung gleichkommt.

Kernaussagen

  • 412'000 Arbeitsstunden im Wert von 21,5 Millionen Franken sind als Zeitguthaben bei der Stadt Bern akkumuliert
  • 632 Mitarbeitende nutzen das Lebensarbeitszeitkonto-System zur Zeitflexibilisierung
  • 57 Angestellte haben Guthaben im Umfang von über einem vollständigen Jahresarbeitspensum angehäuft
  • Das System ermöglicht frühe Pensionierungen mit vollem Gehalt (Beispiel: Regula Buchmüller, 58 Jahre)
  • Erhebliche finanzielle Verbindlichkeit für die Stadtverwaltung entstanden

Kritische Fragen

  1. Datenvalidität: Wie wurde die Summe von 21,5 Millionen Franken kalkuliert? Basiert sie auf aktuellen Gehaltssätzen oder historischen Werten, und welche Diskrepanz ergibt sich bei künftigen Auszahlungen?

  2. Budgetplanung: Ist diese 21,5-Millionen-Verbindlichkeit in den städtischen Haushaltsplanungen explizit ausgewiesen, oder handelt es sich um eine verborgene Schuld?

  3. Anreizstruktur: Führt das grosszügige Zeitguthaben-System zu einer Überakkumulation von unbenutzten Stunden, die systematisch nicht abgebaut werden, weil der Anreiz zur Nutzung fehlt?

  4. Fairness und Compliance: Gibt es interne Kontrollmechanismen, um zu verhindern, dass einzelne Mitarbeitende (wie jene 57 mit über einem Jahrespensum) das System überproportional ausnutzen?

  5. Kausalität: Bewirkt die Möglichkeit der frühen Pensionierung durch Zeitguthaben eine höhere Fluktuation oder Vakanzproblematik in Kaderpositionen?

  6. Risikomanagement: Was geschieht bei Mitarbeitenden, die plötzlich ausscheiden (Kündigung, Krankheit)? Werden ungenutztem Zeitguthaben ausbezahlt oder verfallen?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Bernhard Ott: Berner Stadtangestellte hamstern Zeitguthaben für über 21 Millionen Franken – Der Bund, 02.03.2026 https://www.derbund.ch/bern-stadtangestellte-sparen-ueberstunden-fuer-21-millionen-914395094609

Verifizierungsstatus: ✓ 02.03.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 02.03.2026