Kurzfassung
Die Schiene verliert beim alpenquerenden Gütertransport weiter an Boden: Der Bahnanteil sank 2025 von 70,3 auf 68,6 Prozent, während die Zahl der Lastwagen stabil bei 960'000 blieb. Hauptgründe sind Bauarbeiten in Deutschland und wirtschaftliche Schwäche. Der Bundesrat reagiert mit verlängerten Betriebsbeiträgen für den kombinierten Verkehr und internationaler Koordination der Infrastrukturmodernisierung.
Personen
- Bundesrat (kollektiv)
Themen
- Alpentransit und Güterverkehr
- Schienenverkehr vs. Strassentransport
- Verkehrsverlagerungspolitik
- Europäische Infrastruktur
Clarus Lead
Die Eisenbahn verliert beim alpenquerenden Gütertransport zum vierten Mal in Folge Marktanteile. Der Schienengüterverkehr durch die Alpen sank 2025 um 7,5 Prozent gegenüber 2024, während der Strassengüterverkehr stabil blieb. Diese Entwicklung gefährdet das Verkehrsverlagerungsziel und erfordert politische Gegenmassnahmen für die Wettbewerbsfähigkeit des Schienensystems.
Detaillierte Zusammenfassung
Der 2. Semesterbericht 2025 des Bundesamts für Verkehr (BAV) dokumentiert eine anhaltende Schwächung des Schienengüterverkehrs im Alpenraum. Mit einem Marktanteil von 68,6 Prozent verlor die Bahn gegenüber 2024 weitere 1,7 Prozentpunkte. Absolut bedeutet dies: Die Eisenbahn beförderte 7,5 Prozent weniger Güter, während 960'000 Lastwagen die Alpen querten – eine konstante Menge.
Die Ursachen sind vielschichtig. Infrastrukturmängel entlang der europäischen Nord-Süd-Achsen – insbesondere Bauarbeiten und Streckenunterbrüche in Deutschland – beeinträchtigen Qualität und Zuverlässigkeit erheblich. Hinzu kommt ein angespanntes wirtschaftliches Umfeld, das die Nachfrage nach Gütertransporten insgesamt belastet.
Der Bundesrat setzt auf mehrere Massnahmen: Die bis 2030 befristeten Betriebsbeiträge für den kombinierten Verkehr sollen verlängert werden, um Transportunternehmen Planungssicherheit zu geben. Zudem plant er befristete finanzielle Anreize zur Kompensation der Einstellung der „Rollenden Landstrasse" im Dezember 2025. International will sich die Schweiz für bessere Koordination der Bauarbeiten und ausreichend leistungsfähige Umleitungsmöglichkeiten einsetzen.
Kernaussagen
- Der Bahnanteil am alpenquerenden Gütertransport fiel 2025 auf 68,6 Prozent (von 70,3 Prozent 2024)
- Dies ist der vierte Rückgang in Folge – ein besorgniserregendes Trend
- Hauptursachen: Infrastrukturmängel in Deutschland und wirtschaftliche Schwäche
- Bundesrat verlängert Betriebsbeiträge für kombinierten Verkehr zur Stabilisierung
- Internationale Koordination soll Schienengüterverkehr unterstützen
Kritische Fragen
Datenqualität: Wie wird der Marktanteil erhoben? Sind Schätzungen und tatsächliche Messungen unterschiedlich gewichtet, und könnte dies die Trend-Einschätzung verfälschen?
Kausalität: Inwieweit ist der Rückgang tatsächlich auf deutsche Bauarbeiten zurückzuführen, und wie viel entfällt auf konjunkturelle Faktoren? Gibt es Daten zur Aufteilung?
Umsetzbarkeit: Wie realistisch ist es, dass verlängerte Betriebsbeiträge ohne Infrastrukturverbesserungen in der Schweiz selbst den Rückgang stoppen? Wo liegen Investitionsprioritäten?
Interessenskonflikte: Wer profitiert von höheren Betriebsbeiträgen – Bahnbetreiber oder auch Spediteure? Ist die Anreizstruktur gerecht verteilt?
Alternativen: Wurden Massnahmen wie Strassenmaut oder Lenkungsabgaben zur Verlagerung auf die Schiene erwogen, oder setzt die Politik ausschliesslich auf Subventionen?
Risiken: Welche Risiken entstehen, wenn der Bahnanteil weiter sinkt – für Umwelt, Verkehrssicherheit und Finanzierung des Schienensystems?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Weniger Marktanteile für die Bahn im alpenquerenden Güterverkehr – Medienmitteilung Bundesamt für Verkehr
Verifizierungsstatus: ✓ 12. März 2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 12. März 2026