Kurzfassung
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat die dritte präventive Regulierungsphase des Wolfsbestands (September 2025 bis Januar 2026) analysiert. Die Kantone erhielten Zustimmung zur Regulierung von etwa 115 Wölfen und erlegten 77 davon. Der Bericht zeigt, dass das exponentielle Wachstum der Wolfspopulation gebremst wurde: Die Anzahl der Rudel stieg deutlich langsamer an als in vorherigen Jahren. Parallel dazu sanken die Schäden an Nutztieren durch verstärkten Herdenschutz und Bestandsregulierung.
Personen
- Bundesamt für Umwelt (BAFU) (Schweizer Behörde)
Themen
- Wolfsbestandsregulierung
- Herdenschutz
- Wildtiermanagement
- Nutztierschäden
Clarus Lead
Die präventive Wolfsregulierung entwickelt sich zur etablierten Managementstrategie in der Schweiz. Während das Wachstum der Population verlangsamt werden konnte, bleibt die Rudelzahl mit 40 erfassten Rudeln (30 national, 10 grenzüberschreitend) auf erhöhtem Niveau. Für Kantone und Landwirtschaft signalisiert der Bericht, dass eine kombinierte Strategie aus Herdenschutz und gezieltem Abschuss notwendig bleibt – ein Ansatz, der sich erst über mehrere weitere Regulierungszyklen vollständig bewerten lässt.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Regulierungsperiode 2025/2026 folgte einem etablierten Muster: Das BAFU stimmte der Regulierung von etwa 115 Wölfen zu; die Kantone führten 77 Abschüsse durch. Dies entspricht einer Quote von rund 67 Prozent der genehmigten Regulierungen. Im Vergleich zur Vorperiode (2024/2025) mit 92 erlegten Wölfen von 125 genehmigten zeigt sich eine leicht niedrigere Abschussquote, was möglicherweise auf veränderte Populationsdynamiken oder kantonale Kapazitäten hindeutet.
Die Kernmetrik des Erfolgs liegt in der Rudelentwicklung: Nach der Phase 2025/2026 wurden 30 vollständig in der Schweiz ansässige Rudel sowie 10 grenzüberschreitende Rudel gezählt. Die vorherige Phase (2024/2025) endete mit 36 Rudeln insgesamt (25 national, 11 grenzüberschreitend). Das bedeutet einen Rückgang um 4 Rudel trotz kontinuierlicher Zuwanderung – ein Indiz für gebremste Populationsdynamik. Allerdings warnt das BAFU, dass dieser Trend erst nach mehreren weiteren Zyklen mit statistischer Sicherheit bestätigt werden kann.
Der Herdenschutz wird als entscheidender Multiplikator dargestellt. Nach Spitzenschäden im Jahr 2022 sanken die Schadensbilanzen in den Folgejahren und nähern sich nun Werten von 2020/2021 an – einer Zeit mit 10–15 Rudeln. Dieser Rückgang wird explizit auf erweiterte Schutzmassnahmen (finanzielle Förderung, technische Verbesserungen) und parallele Bestandsregulierung zurückgeführt. Der Anteil der Fehlabschüsse blieb niedrig und entspricht dem Niveau vorhergehender Phasen, was auf kantonale Sorgfalt bei der Umsetzung hindeutet.
Kernaussagen
- Das exponentielle Wachstum der Wolfspopulation wurde durch drei präventive Regulierungszyklen verlangsamt, aber nicht gestoppt.
- Die Rudelzahl stieg von 35 (2023/2024) auf 40 (2025/2026), was einen deutlich verminderten Zuwachs gegenüber früheren Trends darstellt.
- Herdenschutzmassnahmen sind gleichgewichtig mit Bestandsregulierung: Schadensrückgang korreliert mit beiden Interventionen.
Kritische Fragen
Evidenz: Wie wird die Kausalität zwischen Regulierung und gebremster Rudelzunahme isoliert von natürlichen Faktoren (Nahrungsverfügbarkeit, Zuwanderungsmuster) nachgewiesen?
Datenqualität: Basieren die Rudelzählungen auf standardisierter Methodik über alle drei Phasen, oder können Unterschiede in Erfassungsmethoden die Trends verfälschen?
Interessenkonflikte: Inwiefern beeinflussen kantonale Jagd- und Landwirtschaftsinteressen die Genehmigungspraxis des BAFU bei der Festlegung von Regulierungsquoten?
Umsetzbarkeit: Welche Kapazitäten (Personal, Ausbildung) haben Kantone zur Verfügung, um die genehmigten Abschussquoten vollständig zu realisieren, und wo entstehen Engpässe?
Alternativen: Wurden nicht-tödliche Alternativen (Vergrämung, Lebensraummanagement) parallel evaluiert, oder steht Regulierung im Fokus?
Langfristige Stabilität: Nach welcher Rudelzahl würde das BAFU Regulierungsmassnahmen als erfolgreich abgeschlossen einstufen?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Regulierung Wolfsbestand: Bericht zur Regulierungsperiode 2025/2026 – Bundesamt für Umwelt (BAFU), 18.05.2026
Ergänzende Ressourcen:
- BAFU: Wolf – Themenportal des Bundesamts für Umwelt
Verifizierungsstatus: ✓ 18.05.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 18.05.2026