Kurzfassung
Das grösste Zürcher Kino Corso am Bellevue soll nach einer Sanierung ab 2029 durch ein Eventhaus ersetzt werden. Der Stadtrat hat diese Entscheidung letzte Woche getroffen – ohne parlamentarische Breite abzustützen. Dagegen regt sich massiver Widerstand: FDP und Grüne kritisieren das Vorgehen, eine Petition sammelt bereits über 2'000 Unterschriften. Das Zürich Filmfestival fürchtet um seine Existenz. Die nächste Hürde ist eine Abstimmung beim Bezirksrat über den Stimmrechtsrekurs der FDP.
Personen
- Florinka Paul (FDP-Gemeinderat)
- Urs Ricklin (Grüne, Gemeinderat)
- Christian Jungens (ZFF-Chef)
Themen
- Kinokultur & Stadtentwicklung
- Partizipation & Regierungshandeln
- Kulturelle Infrastruktur Zürich
Clarus Lead
Die Stadt Zürich plant, ihr Wahrzeichen-Kino Corso zu schliessen und das Gebäude in ein Eventhaus umzuwandeln. Diese Entscheidung trifft Kulturpolitiker, Cineasten und Festival-Organisatoren hart: Das Corso war seit 2005 Heimspielstätte des Zürich Filmfestivals und ist eines der ältesten Kinos der Stadt. Der Stadtrat hat die Schliessung im Alleingang beschlossen – ohne dass Gemeinderat oder Parlament mitreden konnten. Das provoziert einen seltenen Schulterschluss zwischen FDP und Grünen gegen das Vorgehen.
Detaillierte Zusammenfassung
Der Stadtrat hat beschlossen, das Gebäude Corso ab 2029 zu sanieren. Während dieser Umbauphasen soll das Kino keinen Platz mehr haben; stattdessen plant die Stadt ein massgeschneidertes Eventhaus mit Live-Darbietungen. Der bestehende Club und die Restauration bleiben Teil des Konzepts – nur das Kino nicht.
Die FDP hat dies als undemokratisch kritisiert. Gemeinderat Florinka Paul reichte einen Stimmrechtsrekurs beim Bezirksrat ein, um zu überprüfen, ob der Entscheid breiter im Gemeinderat und Parlament hätte abgestützt werden müssen. Auch von links regt sich Widerstand: AL-Politiker Mischa Schiwow lancierte eine Online-Petition, die bereits über 2'000 Unterschriften sammelt. Grüne wie Urs Ricklin sind überrascht von der Vertragsauflösung mit Blue Cinema und fordern Transparenz über die künftigen Pläne.
Der grösste Verlierer ist das Zürich Filmfestival (ZFF). Chef Christian Jungens betont, dass das Corso seit dem Gründungsjahr 2005 essentiell für den Festivalbetrieb war. Obwohl die Stadt dies weiss, ist das Festival im neuen Konzept nicht eingeplant. Ein weiteres Zeichen für das unabgestimmte Vorgehen des Stadtrats.
Kernaussagen
- Der Stadtrat beschloss ohne Gemeinderat/Parlament, das Corso-Kino zu schliessen
- FDP reichte Stimmrechtsrekurs ein; über 2'000 Bürger unterzeichneten Petition
- Zürich Filmfestival verliert zentrale Spielstätte ohne Alternativplanung
- Nächste Entscheidung beim Bezirksrat über parlamentarische Mitsprache
Kritische Fragen
Evidenz: Welche Kosten-Nutzen-Analyse lag dem Stadtrat vor? War eine Doppelnutzung (Kino + Event) während/nach Sanierung wirklich unmöglich?
Interessenskonflikte: Wer profitiert wirtschaftlich vom Eventhaus-Konzept? Gibt es Verbindungen zwischen Stadtrat und geplanten Eventhaus-Betreibern?
Kausalität: Warum ist die Schliessung des Kinos notwendig für die Sanierung – nicht nur zeitlich verzögert, sondern dauerhaft?
Legitimation: Hätte das Vorgehen via Gemeinderat statt Stadtrat-Alleingang zu anderen Lösungen geführt? Warum wurde die parlamentarische Breite vermieden?
Kultur-Risiken: Welche wirtschaftlichen/kulturellen Folgen hat der Verlust des grössten Zürcher Kinos für die Szene – jenseits des Festivals?
Eventhaus-Konzept: Was genau ist mit „massgeschneidertes Konzept" gemeint? Gibt es einen Betriebsplan oder nur eine Absichtserklärung?
Transparenz-Deficit: Warum erfuhr die Öffentlichkeit erst nach der Entscheidung von den Plänen, nicht davor?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Regionaljournal Zürich-Schaffhausen (SRF) – 2026-02-04 https://download-media.srf.ch/world/audio/Regionaljournal_Zuerich_Schaffhausen_radio/
Verifizierungsstatus: ✓ 2026-02-05
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 2026-02-05