Kurzfassung
Das Verteidigungsdepartement (VBS) vergibt massiv mehr Geld an externe Berater und Dienstleister als noch vor wenigen Jahren. 2023 betrugen diese Ausgaben 186 Millionen Franken – ein Anstieg von 41 Millionen gegenüber 2022. Die interne Revisionsstelle kritisiert diese Entwicklung und fordert eine Reduktion. Sie warnt vor struktureller Abhängigkeit von externen Experten und potenziellen Interessenskonflikten bei direkten Aufträgen bis 150'000 Franken.
Personen
- Martin Pfister (VBS-Vorsteher)
Themen
- Öffentliche Finanzen & Ausgabenkontrolle
- Verwaltungseffizienz & Personalabbau
- Compliance & Revisionsprozesse
Clarus Lead
Das Verteidigungsdepartement beschafft über externe Beratungsmandaten massiv mehr Dienstleistungen ein als andere Bundesämter. Die interne Revision dokumentiert einen Anstieg von 145 Millionen (2022) auf 186 Millionen Franken (2023). Das ist für Entscheider relevant, weil es Fragen zur Spareffizienz und zum langfristigen Know-how-Aufbau der Verwaltung aufwirft. VBS-Vorsteher Martin Pfister hat im Januar angewiesen, alle Revisions-Empfehlungen innerhalb von sechs Monaten umzusetzen.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Ausgaben des VBS für externe Dienstleistungen und Beratermandaten sind in einem Jahr um über 40 Millionen Franken gestiegen. Diese Aufträge umfassen Digitalisierungsprojekte, rechtliche Gutachten (beispielsweise zur F-35-Beschaffung) und Übersetzungen. Die interne Revisionsstelle bescheinigt zwar, dass die Vergaben nach gesetzlichen Vorgaben erfolgen, kritisiert aber die Gesamtstrategie.
Ein zentrales Problem: Das VBS wird zunehmend abhängig von externen Spezialisten. Die Revision fordert daher einen gezielten Know-how-Transfer – Fachkompetenz soll wieder vermehrt intern aufgebaut werden. Ein weiterer Kritikpunkt ist die sogenannte „Konvention 150": Die Militärverwaltung darf Direktaufträge bis 150'000 Franken ohne interne Beschaffungsfachleute vergeben. Die Revision warnt, dass einzelne Aufträge den Anschein von Gefälligkeit oder persönlicher Verbindung erwecken könnten.
Die Departementsleitungen betonen hingegen den Spardruck bei Personalkosten – ohne externe Partner seien viele Projekte nicht umsetzbar. VBS-Vorsteher Pfister hat eine strikte Umsetzung aller Empfehlungen angeordnet.
Kernaussagen
- 186 Millionen Franken (2023): VBS-Ausgaben für externe Mandate – ein Anstieg von 41 Millionen in einem Jahr
- Interne Revision fordert Reduktion und Know-how-Transfer statt weitere Abhängigkeit von externen Beratern
- Direktaufträge bis 150'000 Franken werfen Fragen zu Transparenz und Interessenskonflikten auf
Kritische Fragen
Datenqualität: Welche Kostenkategorien sind in den 186 Millionen enthalten – werden Umfang und Zusammensetzung des Datensatzes für 2024 veröffentlicht?
Spareffekt: Wenn das VBS Personalkosten spart, indem es externe Berater einkauft – wie ist die Gesamtkosteneinsparung dokumentiert, und über welchen Zeitraum rechnet sich der Personalabbau?
Abhängigkeitsfalle: Die Revision warnt vor struktureller Abhängigkeit. Wie will das VBS Know-how-Transfer konkret messen und sicherstellen, dass intern aufgebaute Kapazität nicht wieder weggespart wird?
Konvention 150: Welche sachlichen Kriterien rechtfertigen die Schaffung einer Ausnahmezone für Direktaufträge bis 150'000 Franken ohne Kontrolle durch zentrale Beschaffungsfachleute – und wie werden potenzielle Interessenskonflikte ausgeschlossen?
Benchmarking: Wie hoch sind die Beratungsquoten bei anderen Bundesämtern (EDA, BAFU, BAG), und gibt es Sektoren, die mit deutlich niedrigeren Quoten arbeiten – wenn ja, warum?
Umsetzungskontrolle: VBS-Vorsteher Pfister setzt die Frist auf sechs Monate. Wer überwacht die Einhaltung, und welche Konsequenzen drohen bei Nichterfüllung?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: SRF Heute Morgen – Radio-Beitrag „Zu hohe Kosten für externe Berater: VBS gibt über 186 Millionen Franken aus" (17.02.2026) – https://download-media.srf.ch/world/audio/HeuteMorgen_radio/2026/02/HeuteMorgen_radio_AUDI20260217_RS_0042_3c4101ac5b8a417dba086bcac8628460.mp3
Verifizierungsstatus: ✓ 18.02.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt.
Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 18.02.2026