Kurzfassung
Die US-Wirtschaft ist im vierten Quartal 2025 mit 2,4% gewachsen – ein solides Ergebnis, das einen teilweisen Regierungsstillstand kompensiert hat. Allerdings beschleunigt sich die Inflation auf 2,9%, was die Federal Reserve zur Vorsicht zwingt. Anleger debattieren, ob das Wachstum ausreicht, um den Aktienmarkt zu stützen, während eine geografische Rotation aus US-Tech in europäische und zyklische Werte zunimmt.
Personen
- Anastasia Amorosa (Chief Investing Strategist, Partners Group)
- Lindsay Piazza (Ökonomin)
- Jane Foley (Rabobank, Währungsanalystin)
Themen
- US-Wirtschaftswachstum und Inflation
- Aktienmarktrotation (Tech vs. Value)
- Währungsmärkte und sichere Häfen
- Private Credits und Risikobewertung
Clarus Lead
Die US-Wirtschaft wuchs im Q4 2025 um 2,4% (bereinigt um Lagerbestände und Aussenhandel), was auf robuste Konsumnachfrage hindeutet. Gleichzeitig sprang die Inflation auf 2,9% – ein Niveau, das die Federal Reserve skeptisch stimmt und weiteren Zinssenkungen entgegenwirkt. Für Entscheidungsträger ist entscheidend: Die Profitmargen steigen auf rekordhohe 13,9%, getrieben durch KI-Effizienzgewinne. Dies stützt die Aktienmärkte kurzfristig, doch eine wachsende Rotation aus Softwareaktien hin zu europäischen und kapitalintensiven Assets signalisiert Umschichtung in der Risikobereitschaft.
Detaillierte Zusammenfassung
Der Regierungsstillstand kostete die US-Wirtschaft etwa 1–2 Prozentpunkte Wachstum (Dezember 2025–Januar 2026). Ohne diesen Effekt hätte das Quartalswachstum näher bei 3–3,5% gelegen. Ökonomin Lindsay Piazza warnt jedoch, dass der Optimismus übertrieben sein könnte: Die Inflation bei 2,9% bewegt sich in die falsche Richtung, und die Fed könnte gezwungen sein, länger an der Seitenlinie zu bleiben als erwartet.
Investitionsstratege Amorosa von Partners Group empfiehlt eine globale Streuung. Während die USA durch Innovationskraft, Produktivitätsgewinne und Fiskalstimulanzen (insbesondere Steuererleichterungen) attraktiv bleiben, sieht sie Chancen in Europa – angetrieben durch deutsche Fiskalpakete und neue Handelsabkommen. Die europäische Manufakturproduktion ist gestiegen. Gleichzeitig warnt sie vor dem blossen Kauf vollständiger Softwareindizes: Viele Namen haben ihre Bewertungsmodelle überholt, und "agenticAI" könnte ein Dauerdämpfer für das Wachstum von Software-as-a-Service-Einnahmen sein.
Private Credits bleiben mit 9–10% Rendite attraktiv. Ausfallquoten bei sponsor-gestützten, säkularen Wachstumskrediten liegen bei nur 1–1,5% – deutlich unter Indexniveaus. Diese Risikoklasse bietet Schutz in einer Welt sinkender Zinsen anderswo.
Kernaussagen
- Solides US-Wachstum unter Mühe: 2,4% Quartalswachstum trotz Shutdown ist stabil, aber nicht spektakulär.
- Inflation als Fed-Bremse: 2,9% Inflationsrate signalisiert, dass die Zentralbank Zinssenkungen zögerlicher angehen wird als Märkte erhofft.
- Globale Rotation läuft: Investoren schichten von US-Tech zu europäischen und zyklischen Assets um; Partners Group erhöht Europa-Allokation.
- Profitmargen im Rekordhoch: 13,9% durch KI-Effizienzen gestützt – Haupttreiber für Aktienmarktstabilität.
Weitere Meldungen
- US-Dollar behält Safe-Haven-Status: Trotz Schwäche-Narrative bleibt der Dollar stärkste G10-Währung; Schweizer Franken und Norwegische Krone profitieren von soliden Fiskalpositionen.
- Iran-Spannungen: Militärischer Aufbau der USA im Nahen Osten deutet auf eskalierende Konfrontation hin; Wirtschaftsfolgen über Ölpreise möglich.
Kritische Fragen
Datenmessung: Wie belastbar ist das 2,4%-Wachstum, wenn der Shutdown 1–2 Prozentpunkte kostete? Liegt das strukturelle Wachstum wirklich nur bei 1–1,5%?
Interessenkonflikte: Partners Group hat erhebliche Allokationen in beide Märkte (USA und Europa). Wie objektiv ist die Empfehlung zur geografischen Diversifizierung angesichts des eigenen Kapitals?
Inflationskausalität: Treibt die Fiskalpolitik (Steuererleichterungen, Regierungsausgaben) die Inflation über 2,9% hinaus, oder sind es externe Schocks (Energiepreise, Handelsvolumina)?
Softwarevaluation: Amorosa sagt, einige Software-Namen seien jetzt kaufenswert, warnt aber vor Indexkäufen. Welche Kriterien trennen "attraktive" von "fallenden Messern"?
Private-Credit-Risiko: Wenn Ausfallquoten unter 2% liegen, warum ist die Rendite noch 9–10%? Preist der Markt versteckte Kreditverschlechterung ein?
Fed-Signale: Die Fed-Mitglieder diskutierten Zinserhöhungen (laut Protokoll). Ist die Seitenlinie ein Missverständnis, und droht eine überraschende Zinserhöhung 2026?
Geopolitisches Risiko: Wie sehr sind die Aktienbewertungen (2,4% Wachstum, 13,9% Margen) bereits für Kriegs-/Ölpreisszenarien im Nahen Osten adjustiert?
Konsumentenspending: Tax refunds (24% YoY) sollen Konsum ankurbeln. Werden diese Gelder tatsächlich ausgegeben oder in Ersparnisse fliessen – angesichts der Inflationsangst?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Bloomberg Surveillance Podcast, 21. Februar 2026 – Interview mit Anastasia Amorosa (Partners Group), Lindsay Piazza (Economist), Jane Foley (Rabobank)
Ergänzende Quellen:
- BEA Quarterly GDP Report Q4 2025
- Bureau of Labor Statistics – CPI Report Februar 2026
- Federal Reserve – FOMC Minutes (jüngste Sitzung)
Verifizierungsstatus: ✓ 21.02.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 21.02.2026