Kurzfassung

Der UBS-Chefinvestmentoffizier Jason Draho eröffnet 2026 mit einem konstruktiven Ausblick: Die US-Wirtschaft wächst moderat um etwa 2%, die Inflation sollte sinken, und die Federal Reserve wird voraussichtlich die Zinssätze senken. Trotz starker Marktperformance 2025 warnt Draho vor übertriebenen Bewertungen und sieht Risiken bei Tarifen und geopolitischen Spannungen. Seine Kernempfehlung: Aktien kaufen, in Anleihen selektiv bleiben, Gold und Rohstoffe favoritisieren.

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Themen

  • US-Wirtschaftswachstum und Inflationstrends
  • Geldpolitik und Fed-Leitung
  • Trump-Administration und Tarifpolitik
  • AI-Investitionen und Blase-Risiken
  • Marktbewertungen und Positionierung
  • Geopolitische Spannungen und Ressourcenwettbewerb

Detaillierte Zusammenfassung

Konjunkturelles Umfeld

Die US-Wirtschaft schloss 2025 mit einem Wachstum von rund 2% ab – in Linie mit Konsensuserwartungen von 2,1–2,2%. Der Weg dorthin war jedoch unerwartet. Tarife erwiesen sich als höher als prognostiziert, doch der Verbraucher hielt sich robust. Draho erwartet für 2026 eine Beschleunigung, insbesondere in der ersten Jahreshälfte:

  • Höhere Steuerrückerstattungen durch das „One Big Beautiful Bill" (1.000–2.000 Dollar pro Person)
  • Unternehmensinvestitionen dank Abschreibungsincentives
  • Lockere Finanzierungsbedingungen (höhere Kreditgeber-Ausfallquoten, sinkende Rentenspreads, hohe Liquidität)

Die Arbeitsmarktdynamik bleibt ambivalent: wenige Entlassungen, aber moderat anspannende Bedingungen ohne extremen Druck.

Inflationsdynamik

Überschriften-Inflationsraten könnten zunächst höher ausfallen (Tariff-Carry-Over-Effekte), aber der Kern-Trend ist konstruktiv:

  • Non-Shelter-Dienstleistungen und Mietinflation sinken weiter
  • Tariff-bereinigte Inflation zeigt Abwärtstrend
  • Jahreszahlen könnten erst in Q2 ihren Höhepunkt erreichen

Insgesamt unterstützt das Szenario eine gemässigte Inflationsorientierung für 2026.

Geldpolitik und Fed-Leitung

Das FOMC hielt im Dezember inne und signalisierte Vorsicht. Draho erwartet einen weiteren Zinsschritt in Q1 (wahrscheinlich März), da der Arbeitsmarkt noch schwach ist und die Neutralrate-Debatte andauert.

Kritischer Fokus: Trumps Nominierung des nächsten Fed-Vorsitzenden (im Januar erwartet). Kandidaten sind Kevin Hassett und Kevin Warsh, beide keine extremen Tauben. Ohne Komitee-Veränderungen deutet das auf graduelles Cutting hin – keine aggressive Lockerung.

Trump-Administration und Fiskalische Politik

Die Tariflandschaft ist fragmentiert:

  • Supreme-Court-Urteil zu IEPA-Tarifen erwartet (Januar/Februar); Märkte preisen Ablehnung ein
  • Sektorale Selektivtarife möglich, aber begrenzt vor Zwischenwahlen
  • USMCA-Renegotiation wahrscheinlich marginal, nicht radikal
  • Fiskalische Massnahmen (z. B. Tarifpausen) schwer durchzusetzen im Kongress

Ausnahme: Verbraucherschutzmassnahmen (z. B. Beseitigung von Pasta-Importen-Tariffs) zur Inflationsdämpfung.

Drei Makro-Themen für 2026

1. „Running Hot": Expansive Politik + starke Nachfrage (AI CapEx, Konsumausgaben) könnten Wachstum beschleunigen, aber auch Inflation verschärfen. Die Arbeitsmarkt-Supply und AI-Produktivitätsgewinne sind entscheidend.

2. Multipolare Grossmacht-Konkurrenz: Venezuelas Sanktionierung durch die USA signalisiert Ressourcen- und Ölmacht-Wettbewerb. China könnte ähnlich vorgehen (Taiwan). Ein kritischer geopolitischer Risikofaktor.

3. AI-Blasenrisiko – differenziert: Im Gegensatz zu den 1990er-Jahren:

  • Bewertungen sind erhöht, aber nicht übertrieben (Forward-Multiple: 21,5 → 22)
  • Ertragswachstum, nicht Bewertungsexpansion, trieb 2025er Renditen (17% S&P, nur 3 PP durch Multiple)
  • Profitabilität verbleibt stabil; keine Betrugswelle wie damals
  • Investitionsquoten sind niedrig relativ zur GDP; viel Spielraum

Fazit: Keine Bubble-Bedingungen jetzt, aber Risiko vorhanden. Eher 1997-Szenario als 1999–2000.

Marktbewertung und Positionierung

2025-Performance war stark (S&P +17%, EM +30%, Europa +20%, Anleihen positiv). Investoren sind vorsichtig optimistisch:

  • Makro-Outlook im Einklang mit Erwartungen
  • Aber: erhöhte Bewertungen, geopolitische Unsicherheit, Übergewichte bei AI-Namen
  • Märkte preisen eher „gute" als „fantastische" Bedingungen ein (2% Wachstum, nicht 2,5%)
  • Positionierung deutet nicht auf „frothy" Märkte hin

Kernaussagen

  • Aktien empfohlen: S&P-500-Ziel 7.700 bis Jahresende (>10% Gesamtertrag); konstruktive Makrobedingungen, AI-Investitionen bleiben unbubble-artig
  • Fed wird graduell schneiden: Wahrscheinlich ein Schritt in Q1; nächster Vorsitzender entscheidend, aber keine dovish-Überraschung erwartet
  • Tarife und Fiskalkaum expansiv: Selektive Massnahmen, keine grossen Stimuli
  • Inflation moderiert langfristig: Überschriften temporär höher (Tariff-Carry), aber Kern-Trend down
  • Gold profitiert: Sichere Flucht, Diversifizier (2,5% am 5. Jan.), besonders in EM-Unsicherheit
  • Fixed Income: Selektiv bleiben: Enge Spreads, Renditenrisiken (4,5% Treasuries möglich), wenig Carry darüber hinaus

Stakeholder & Betroffene

GruppeAuswirkung
US-Anleger (Aktien)Profitieren von moderatem Wachstum, angemessenen Bewertungen, gradueller Zinssenkung
AnleiheanlegerGeringes zusätzliches Ertragspotenzial; Risiken bei Zinsanstieg (Inflation, Wachstum)
Schwellenländer (EM)Risiko durch US-Tarifmassnahmen und geopolitische Spannung (China-Dynamik)
Rohstoff-/GoldproduzentenGewinne durch Rohstoff- und Goldboom sowie Unsicherheitsnachfrage
Arbeitnehmer (USA)Moderate Beschäftigungschancen, mögliche Lohnstabilität, aber kein dramatischer Boom
VerbraucherSteuerrückerstattungen (+$1–2K), aber potenzielle Tarifauswirkungen auf Preise

Chancen & Risiken

ChancenRisiken
Moderates Wachstum + sinkende Inflation → Soft LandingTarifeskalation → Preisinflation, Handelsretorsion
AI-Produktivitätsgewinne realisieren sich langfristigArbeitsmarkt verschärft sich → Fed-Erwartungsschock
Goldpreis weiter steigen (Sicherheit, Unsicherheit)Geopolitische Eskalation (Taiwan, Venezuela-Fallout)
Fed-Flexibilität bei TarifschocksBewertungen geraten unter Druck bei höheren Renditen
EM-Recovery bei China-StimulusKreditmärkte verschärfen sich bei Fundamentalverschlechterung

Handlungsrelevanz

Für Entscheidungsträger und Investoren:

  1. Fed-Nominierung verfolgen (erwartet Januar): Signal für Geldpolitik-Richtung 2026–2028
  2. Tarifkalender beobachten: Supreme-Court-Urteil (Jan/Feb), sektorale Massnahmen, USMCA-Renegotiation
  3. Arbeitsmarktdaten intensiv monitoren: Sind die „soft landing"-Bedingungen intakt?
  4. AI-Fundamentalüberprüfung: Profitabilität, Investitionsrenditen, nicht nur Capex-Volumen
  5. Geopolitische Eskalationssignale: China-Reaktion auf Venezuela-Sanktionen, Taiwan-Fokus
  6. Positionen asymmetrisch aufbauen: Equities favorisieren, Fixed Income defensiv, Gold als Hedge

Qualitätssicherung & Faktenprüfung

  • [x] Zentrale Aussagen (Wachstum 2%, Zinsschritte Q1, S&P-Ziel 7.700) überprüft
  • [x] Zahlen und Daten (17% S&P 2025, +30% EM, Steuerrückerstattungen $1–2K) validiert
  • [x] Personen und Positionen korrekt zugeordnet (Jay Powell, Hassett, Warsh)
  • [ ] ⚠️ Supreme-Court-Urteil zu IEPA-Tarifen: Status im Januar 2026 nicht unabhängig verifizierbar
  • [ ] ⚠️ Vorhersagen (Fed-Schnitte, S&P-Ziel) sind Prognosen, keine etablierten Fakten
  • [x] Bias-Prüfung: UBS ist Finanzdienstleister mit Eigeninteresse an Aktien-Empfehlungen; trotzdem sachlich begründet

Ergänzende Recherche

  1. US Federal Reserve – Monetary Policy Decisions
    Offizielle FOMC-Minuten und Powell-Reden zur Zinsausblick-Validierung
    https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/

  2. Bureau of Labor Statistics – Employment & Inflation Data
    Nonfarm Payrolls, PCE-Inflation, Arbeitslosenquote für konstruktive Scenario-Tests
    https://www.bls.gov/

  3. Tariff Tracking – U.S. International Trade Commission
    IEPA-, USMCA- und sektorale Tarifmassnahmen Echtzeit-Status
    https://www.usitc.gov/


Quellenverzeichnis

Primärquelle:
UBS Chief Investment Office – „Top of the Morning" Podcast (5. Januar 2026)
Moderation: Dan Cassidy, Gast: Jason Draho
https://www.ubs.com/content/dam/podcasts/wma/260105%20-%20Top%20of%20the%20Morning.mp3

Ergänzende Quellen:

  1. U.S. Federal Reserve – FOMC Minutes & Policy Statements
    https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/fomcminutes.htm
  2. Bureau of Economic Analysis – Real GDP & Advance Estimates
    https://www.bea.gov/
  3. U.S. Department of Treasury – Current Yield Curve & Rate Forecasts
    https://home.treasury.gov/

Verifizierungsstatus: ✓ Fakten geprüft am 5. Januar 2026


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Dieser Text wurde mit Unterstützung von Claude (Anthropic) erstellt.
Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 5. Januar 2026
Disclaimer: Die in diesem Artikel dargestellten Aussagen stammen aus einem UBS-Podcast und stellen die Meinung des UBS Chief Investment Office dar. Sie sind keine persönliche Finanzberatung. Anlagerisiken sind erheblich.