Kurzfassung
Das Empa-Spin-off Swiss Cluster hat den Swiss Economic Award 2026 in der Kategorie «Produktion/Gewerbe» erhalten. Das 2020 gegründete Unternehmen mit Sitz in Spiez entwickelt Geräte für vakuumbasierte Beschichtungsverfahren, die komplexe Bauteile schützen und funktionale Dünnschichten mit hoher mechanischer und thermischer Widerstandsfähigkeit erzeugen. Swiss Cluster beschäftigt 15 Mitarbeitende und beliefert Forschungsinstitutionen sowie Kunden aus der Uhren-, Optik- und Elektronikindustrie weltweit. Das Unternehmen wurde von Carlos Guerra und Kevin Lücke gegründet und ist eines der wenigen Hightech-Start-ups, das von Anfang an profitabel wuchs.
Personen
- Carlos Guerra (CEO und Mitgründer)
- Kevin Lücke (CTO und Mitgründer)
Themen
- Dünnschichttechnologie und Beschichtungsverfahren
- Empa-Spin-offs und Technologietransfer
- Schweizer Hightech-Innovation
- Vakuumbasierte Fertigungsprozesse
Clarus Lead
Die Auszeichnung unterstreicht einen strategischen Vorteil der Schweiz: die Fähigkeit, akademische Forschung direkt in marktfähige Produkte umzuwandeln. Swiss Cluster steht für einen neuen Typus von Industrieunternehmen – kompakt, modular und zugänglich – der etablierte Verfahren demokratisiert und damit bisherige Marktzugangsbarrieren senkt. Für Entscheidungsträger in Forschung und Industrie signalisiert dies, dass spezialisierte Beschichtungstechnologien künftig auch für kleine und mittlere Unternehmen verfügbar werden, nicht nur für Halbleitergiganten.
Detaillierte Zusammenfassung
Swiss Cluster kombiniert zwei etablierte Verfahren zur Herstellung von Dünnschichten in einer einzigen Vakuumkammer: Physikalische Gasphasenabscheidung (PVD) und Atomlagenabscheidung (ALD). Während PVD harte Schichten erzeugt, ermöglicht ALD präzise, homogene und korrosionsbeständige Schichten auf atomarer Ebene. Die Kombination beider Techniken war lange eine Laborherausforderung – ursprünglich mussten Substrate manuell zwischen separaten Kammern transportiert werden, was zu Oberflächenoxidation führte. Die erste Maschine von Swiss Cluster löste dieses Problem durch Integration beider Prozesse: Nanogeschichtete Strukturen, die im Labor eine Woche benötigten, entstehen nun innerhalb weniger Stunden.
Das Geschäftsmodell unterscheidet sich bewusst von der Halbleiterindustrie, wo kombinierte PVD-ALD-Systeme bereits etabliert sind. Swiss Cluster fokussiert auf breitere Märkte – von Uhrenkomponenten über optische Systeme bis zu medizinischen Implantaten und Batterien. Das Unternehmen bietet zudem ein separates Batch-ALD-Gerät an, das schnellere und parallele Beschichtung ermöglicht. Neben dem Geräteverkauf betreibt Swiss Cluster ein eigenes Beschichtungslabor in Spiez, wo Kunden Verfahren testen können, bevor sie investieren. Diese Dienstleistung dient gleichzeitig als Feedback-Kanal für Produktverbesserungen.
Das Wachstum des Unternehmens folgte einem unkonventionellen Pfad: Während typische Hightech-Start-ups früh externe Investitionen suchen, finanzierte sich Swiss Cluster organisch über Geräte- und Serviceverkäufe. Die erste externe Investition erfolgte erst 2025 – fünf Jahre nach der Gründung. Diese Strategie erforderte operative Exzellenz von Anfang an und wird von der Jury als Kombination aus «wissenschaftlicher Exzellenz, Industrieverständnis und unternehmerischer Umsetzung» gewürdigt.
Kernaussagen
- Swiss Cluster kombiniert zwei komplementäre Dünnschichttechnologien (PVD und ALD) in einer integrierten Vakuumkammer und reduziert damit Prozesszeiten um über 90 Prozent.
- Das Unternehmen demokratisiert hochpräzise Beschichtungstechnologien durch kompakte, installationsfreundliche Geräte und macht sie damit für Branchen ausserhalb der Halbleiterindustrie zugänglich.
- Swiss Cluster wuchs profitabel und organisch ohne externe Investitionen bis 2025 und beliefert heute Kunden in der Schweiz, USA, Grossbritannien und plant Expansionen nach Frankreich, Brasilien, Italien und China.
Kritische Fragen
Evidenz/Datenqualität: Welche quantitativen Metriken belegen die behaupteten Effizienzgewinne (z. B. Reduktion der Prozesszeit von einer Woche auf wenige Stunden)? Wurden diese unabhängig verifiziert oder stammen sie ausschliesslich von Swiss Cluster selbst?
Interessenkonflikte: Inwiefern profitiert die Empa als Gründungsinstitution von der Kommerzialisierung des Spin-offs durch Lizenzgebühren oder Equity-Anteile, und könnte dies die Unabhängigkeit der Forschung beeinflussen?
Kausalität/Alternativen: Ist die organische Wachstumsstrategie ein Zeichen für Marktreife und Kundennachfrage oder ein Zeichen dafür, dass externe Investoren das Geschäftsmodell als zu nischenhaft bewerteten? Welche Alternativszenarien für das Unternehmenswachstum wurden evaluiert?
Umsetzbarkeit/Risiken: Wie skalierbar ist das Batch-ALD-Verfahren auf industrielle Volumina? Welche technischen oder wirtschaftlichen Hürden könnten die angekündigten internationalen Expansionen gefährden?
Marktposition: Welche etablierten Konkurrenten existieren im Markt für kombinierte PVD-ALD-Systeme, und wie differenziert sich Swiss Cluster jenseits der Preis- und Kompaktheitskompetenz?
Kundenvalidierung: Wie viele kommerzielle Geräte wurden bislang verkauft, und welche Kundenzufriedenheitsmetriken oder Wiederholungsquoten liegen vor?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Swiss Cluster gewinnt Swiss Economic Award 2026 – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/arU23I4WHialMazfGFsa0
Unternehmenswebsite: Swiss Cluster AG – https://swisscluster.com/
Empa-Pressemitteilung: Spin-off Swiss Cluster – https://www.empa.ch/web/s604/spin-off-swiss-cluster
Verifizierungsstatus: ✓ 11.06.2026
Weitere Sprachen: Französisch | Englisch
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 11.06.2026