Kurzfassung
Das Bundesamt für Energie (BFE) und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) lancieren die erste Ausschreibung des Förderinstruments SWEETER mit dem Fokus auf energieeffiziente und ressourcenschonende Industrieprozesse. Die Bewerbungsfrist läuft bis 30. Juni 2026. Das Budget beträgt knapp 12 Millionen Franken für zwei Dreijahresperioden. Zwei Forschungsschwerpunkte werden adressiert: die Dekarbonisierung von Hochtemperaturprozessen und das Recycling von Komponenten des zukünftigen Energiesystems. Erstmals können auch Unternehmen und nicht-akademische Akteure Konsortien leiten.
Personen
- Bundesamt für Energie (BFE) (Förderinstitution)
- Bundesamt für Umwelt (BAFU) (Förderinstitution)
Themen
- Industrielle Energieeffizienz
- Dekarbonisierung von Hochtemperaturprozessen
- Kreislaufwirtschaft und Recycling
- Energiestrategie 2050
- Klimastrategie Schweiz
Clarus Lead
Die Ausschreibung adressiert eine zentrale Lücke in der Schweizer Klimapolitik: Industrielle Prozesswärme verursacht etwa 15% der nationalen CO₂-Emissionen, doch marktfähige Alternativen zu fossilen Brennstoffen für hohe Temperaturen (≥150 °C) fehlen noch weitgehend. Mit der Öffnung für nicht-akademische Konsortienleiter signalisiert das BFE eine Beschleunigung der Innovationstransformation – Unternehmen sollen direkter in die Forschungsgestaltung eingebunden werden. Dies unterstreicht die wachsende Dringlichkeit, Dekarbonisierungslösungen vom Labor in die Industrie zu bringen.
Detaillierte Zusammenfassung
Der Industriesektor trägt überproportional zur Schweizer Emissionslast bei. Prozesswärme macht über 55% des Endenergieverbrauchs in diesem Sektor aus, und fast die Hälfte davon stammt noch immer aus fossilen Quellen. Das zentrale technologische Hindernis liegt bei Hochtemperaturanwendungen: Etwa 70% aller industriellen Prozesse erfordern Temperaturen ab 150 °C, für die derzeit keine ausgereiften dekarbonisierten Lösungen am Markt verfügbar sind.
Der erste Forschungsschwerpunkt konzentriert sich auf die Optimierung und Entkopplung dieser Hochtemperaturprozesse sowie anderer Verfahren ohne marktfähige Alternativen. Der zweite Schwerpunkt zielt auf die Kreislaufwirtschaft: Wiederverwendung, Umnutzung und Recycling von Komponenten wie Photovoltaikmodulen, Batterien, Wärmepumpen und Elektrolyseuren – Technologien, die im zukünftigen Energiesystem zentral sein werden. Dieser Doppelansatz verbindet Emissions- und Ressourceneffizienz.
Das Ausschreibungsverfahren folgt einer zweistufigen Logik: Konsortien reichen bis 30. Juni Pre-Proposals ein. Die zwei am besten bewerteten Vorschläge erhalten finanzielle Unterstützung zur Ausarbeitung von Full Proposals. Das Budget von knapp 12 Millionen Franken wird auf zwei Dreijahresperioden mit Zwischenevaluation verteilt. Die Öffnung für Unternehmensleitung von Konsortien markiert eine strukturelle Änderung gegenüber früheren SWEET-Ausschreibungen und soll Forschungsergebnisse schneller in Praxis überführen.
Kernaussagen
- Industrielle Prozesswärme ist Schlüssel zur Emissionsreduktion – 15% der nationalen CO₂-Emissionen entstehen durch fossile Wärmeerzeugung in der Industrie
- Hochtemperaturprozesse (≥150 °C) sind technologisch noch nicht dekarbonisierbar und erfordern Forschungsinvestitionen
- Kreislaufwirtschaft wird als gleichgewichtiger Forschungsschwerpunkt neben Dekarbonisierung etabliert
- Strukturelle Öffnung für Unternehmensführung von Konsortien beschleunigt Innovationstransfer
Kritische Fragen
Evidenz: Basiert die Annahme, dass 70% der industriellen Prozesse ≥150 °C erfordern, auf einer Vollerhebung oder Sektorstichprobe? Wie aktuell sind diese Daten?
Interessenskonflikte: Wie wird sichergestellt, dass Unternehmen als Konsortienleiter nicht primär ihre Eigeninteressen (z. B. Wettbewerbsvorteil) statt Allgemeinwohls verfolgen?
Kausalität: Wird in der Zwischenevaluation nach zwei Jahren gemessen, ob die Forschungsergebnisse tatsächlich zu Marktdurchbrüchen führen, oder nur ob Publikationen entstanden sind?
Umsetzbarkeit: Welche Hürden bestehen noch zwischen Laborergebnissen und industrieller Skalierung – und werden diese im Ausschreibungsdesign adressiert?
Ressourcenallokation: Warum wird das Budget (12 Mio. CHF) auf nur zwei Konsortien konzentriert, statt mehrere kleinere Projekte zu fördern und Risiken zu diversifizieren?
Zeithorizont: Reichen zwei Dreijahresperioden aus, um Hochtemperaturlösungen zur Marktreife zu entwickeln, oder ist ein längerer Zeithorizont erforderlich?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Bundesamt für Energie (BFE) & Bundesamt für Umwelt (BAFU): Erste SWEETER-Ausschreibung lanciert – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/SJ5ApF1p59hxUwB_rje34
Ergänzende Ressourcen:
- Förderprogramm SWEET – www.bfe.admin.ch/bfe/de/home/forschung-und-cleantech/foerderprogramm-sweet.html
- Call Guideline (im Anhang zur Medienmitteilung)
Verifizierungsstatus: ✓ 16.04.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 16.04.2026