Autor: Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI)
Quelle: news.admin.ch – Medienmitteilung
Publikationsdatum: 5. Dezember 2025
Lesezeit der Zusammenfassung: 3 Minuten


Executive Summary

Der Bundesrat bekräftigt die strategische Bedeutung von Forschung, Entwicklung und Innovation im Leistungssport und verankert diese dezentral in Sportverbänden statt durch zentrale Vorgaben. Die Strategie setzt auf Selbstverantwortung der Verbände, bestehende Strukturen und die Bildung eines Forschungsnetzwerks, um die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Sports nachhaltig zu sichern – ohne staatliche Lenkung der Forschungsinhalte.


Kritische Leitfragen

  1. Eigenverantwortung vs. Koordination: Wie gewährleisten dezentrale Strukturen ohne zentrale Vorgaben kohärente Innovationsprozesse und Wissenstransfer zwischen Verbänden?

  2. Ressourceneffizienz: Verfügen kleinere Sportverbände über ausreichende Mittel und Expertise, um eigenständig F&E-Kapazitäten aufzubauen – oder droht fragmentierte Innovationskraft?

  3. Transparenz des Netzwerks: Welche konkrete Koordinationsmechanismen und Erfolgsmessstäbe definiert das Forschungsnetzwerk, um Fortschritt nachvollziehbar zu machen?


Szenarienanalyse: Zukunftsperspektiven

Kurzfristig (1 Jahr)
Sportverbände etablieren erste F&E-Strukturen; Forschungsnetzwerk wird operationalisiert. Risiko: unterschiedliches Tempo und Ressourceneinsatz führen zu Ungleichgewichten.

Mittelfristig (5 Jahre)
Dezentralisierte Innovation erzeugt vielfältige Lösungen; Wissensaustausch über das Netzwerk verstärkt sich. Chancen: agile, praxisnahe Forschung. Risiko: Doppelarbeit, fragmentierte Standards.

Langfristig (10–20 Jahre)
Schweizer Sport profitiert von autonomer Innovationskultur in Verbänden; internationale Wettbewerbsfähigkeit hängt von Netzwerk-Effektivität ab. Kritisch: Abhängigkeit von Privatfinanzierung und Verbands-Commitment.


Hauptzusammenfassung

Kernthema & Kontext

Der Bundesrat antwortet auf das Postulat des Nationalrats Marcel Dobler (21.4509) mit einer dezentralisierten Strategie für Forschung, Entwicklung und Innovation (F&E&I) im Schweizer Sport. Statt zentraler staatlicher Vorgaben zur Forschungsausrichtung sollen Sportverbände selbstverantwortlich F&E-Kapazitäten aufbauen und über ein neues Forschungsnetzwerk kooperieren.

Wichtigste Fakten & Zahlen

  • ✅ Der Bundesrat lehnt zentrale Vorgaben zur Forschungsausrichtung ab – Autonomie steht im Vordergrund
  • Bestehende Gefässe (Institutionen, Strukturen) sollen weitergeführt werden – Kontinuität statt Umbruch
  • ✅ Forschung, Entwicklung und Innovation sollen primär auf Verbandsebene verankert werden
  • ✅ Ein Forschungsnetzwerk wird etabliert – zentrale Koordinations- und Wissenstransfer-Plattform
  • ⚠️ Konkrete Finanzierungsquellen, Netzwerk-Governance und verbindliche Leistungsindikatoren werden in der Medienmitteilung nicht spezifiziert
  • ⚠️ Zeitrahmen für Umsetzung und erste Meilensteine fehlen

Stakeholder & Betroffene

  • Sportverbände (Schweizer Olympisches Komitee, Fachverbände, Clubs)
  • Hochschulen & Forschungsinstitute (Partner im Netzwerk)
  • Athletinnen und Athleten (Leistungsträger, Nutzer von Innovation)
  • Bundesrat / SBFI (strategische Steuerung, Ressourcenrahmen)
  • Nationale und internationale Konkurrenz (Benchmark)

Chancen

  • 🎯 Föderale Innovation: Verbände entwickeln massgeschneiderte, praxisnahe Lösungen
  • 🎯 Schnellere Adaption: Dezentralisierung ermöglicht agile Reaktionen auf Markt- und Trainings-Trends
  • 🎯 Eigenverantwortung: Verbände gewinnen Gestaltungsfreiheit und Ownership
  • 🎯 Netzwerk-Effekte: Zentrales Forschungsnetzwerk fördert Best-Practice-Austausch und Synergien

Risiken

  • ⚠️ Ressourcenungleichgewicht: Kleinere Verbände könnten zurückfallen, wenn Finanzierung nicht gezielt unterstützt wird
  • ⚠️ Koordinationsvakuum: Ohne verbindliche Standards und Schnittstellen droht Fragmentierung statt Integration
  • ⚠️ Abhängigkeit von Commitment: Erfolg hängt von Verbands-Eigeninitiative ab – staatliche Mitverantwortung unklar
  • ⚠️ Messbarkeit: Fehlende explizite Erfolgskriterien erschweren Monitoring und Accountability

Handlungsrelevanz

Für Sportverbände: Proaktive Schaffung von F&E-Strukturen und Netzwerk-Engagement erforderlich
Für Hochschulen & Institute: Klarheit über Partnerschaftsmodelle und Finanzierung notwendig
Für Bundesrat: Konkretisierung von Governance, Budget und Leistungsindikatoren im Follow-up empfohlen


Qualitätssicherung & Faktenprüfung

Verifiziert: Postulat Marcel Dobler (21.4509) existiert; Bundesratsbeschluss vom 5.12.2025 bestätigt
Verifiziert: Dezentralisierungs- und Netzwerk-Ansatz als zentrale Strategie
⚠️ Unbestätigt: Konkrete Budget-Obergrenzen, Verbands-Beteiligung, Netzwerk-Struktur (Details folgen ggfs. in späteren Implementierungsberichten)


Ergänzende Recherche & Kontexte

  1. Swiss Olympic & Verbands-Perspektive:
    clarus.news – Swiss Olympic

  2. Weitere Bundesrats-Positionen zu Sport & Innovation:
    clarus.news – Bundesrat

  3. Parlamentarische Debatten & Nationale Forschungsstrategie:
    clarus.news – Nationalrat

  4. Breitere Sport-Policy-Debatten:
    clarus.news – Sport


Quellenverzeichnis

Primärquelle:
«Wie können Forschung, Entwicklung und Innovation im Sport effizient institutionalisiert werden?» – Bericht zur Erfüllung des Postulats Dobler (21.4509)
Medienmitteilung, Bundesrat, 5. Dezember 2025

Ergänzende Quellen:

  • Swiss Olympic – Strategiedokumente zur Innovationsförderung
  • Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) – Forschungspolitik
  • Postulat 21.4509 (Nationalrat Marcel Dobler) – Parlamentarische Datenbank

Verifizierungsstatus: ✅ Kernaussagen und Fakten geprüft am 5. Dezember 2025