Kurzfassung
Das Schweizer Steuersystem benachteiligt Familien mit Kindern systematisch, während kinderlose Ehepaare bevorzugt werden. Eine Studie des Instituts für schweizerische Wirtschaftspolitik in Luzern dokumentiert diese Schieflage. Die geplante Steuerreform zur Individualbesteuerung wird dieses Problem nicht lösen, sondern verschärfen – weil sie den Ehestatus ignoriert und die Bürokratie aufbläht. Nur der Kanton Wallis bietet Familien mit Kindern steuerliche Erleichterungen.
Personen
- Roger Köppel (Kommentator & Herausgeber Weltwoche)
Themen
- Steuergerechtigkeit und Familienbelastung
- Steuerreform und Individualbesteuerung
- Schweizer Verfassungsrecht
- Wirtschaftspolitik
Clarus Lead
Das Schweizer Steuersystem weist eine fundamentale Schieflage zugunsten kinderloser Paare auf. Laut dem Institut für schweizerische Wirtschaftspolitik werden Familien mit Kindern – mit Ausnahme des Kantons Wallis – überall systematisch überbesteuert. Die geplante Individualbesteuerung verschärft das Problem, statt es zu lösen: Sie ignoriert die Ehe als juristische Einheit und bläht die Steuerverwaltung auf. Der fundamentale Fehler liegt darin, dass Eheleute künftig wie einzelne Personen behandelt werden – ein "philosophischer Widersinn", wie der Kommentator kritisiert.
Detaillierte Zusammenfassung
Die aktuelle Steuersituation in der Schweiz benachteiligt Familien mit Kindern massiv. Während kinderlose Ehepaare und Konkubinatskonstellationen von der heutigen Regelung profitieren, zahlen Familien überproportional. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat diese Disparität lange toleriert, ohne korrigierend einzugreifen.
Die geplante Steuerreform zur Individualbesteuerung wird diese Ungerechtigkeit nicht beheben. Stattdessen schafft sie neue Probleme: Die Behandlung von Eheleuten als steuerliche Einzelpersonen negiert die rechtliche und soziale Realität der Ehe. Dies führt zu einer ideologischen Verschiebung weg von familienorientierten Strukturen. Parallel wird die Bürokratie massiv aufgebläht – ein klassischer Fall, in dem die Administration wächst, ohne dass die Bürger profitieren. Alternative Lösungen sind erforderlich: gezielt Steuererleichterungen für Familien, ohne die Ehestruktur zu zerstören.
Kernaussagen
- Kinderlose Ehepaare zahlen in der Schweiz weniger Steuern als Familien mit Kindern
- Der Kanton Wallis ist die Ausnahme mit familienfreundlicherer Besteuerung
- Die geplante Individualbesteuerung löst das Problem nicht, sondern vergrössert die Verwaltung
- Die Reform ignoriert die verfassungsmässige Bedeutung der Ehe als Institution
- Gezielt Schwerpunkte verschieben (statt Steuern erhöhen) wäre die bessere Strategie
Kritische Fragen
Evidenz/Datenqualität: Welche konkreten Steuerdaten vom IWP belegen die Behauptung, dass Familien in allen Kantonen ausser Wallis überbesteuert werden? Sind Vergleichsfälle (Einkommen, Vermögen, Deduktionen) wirklich identisch?
Interessenskonflikte: Welche politischen oder ideologischen Positionen vertritt das Institut für schweizerische Wirtschaftspolitik selbst? Könnte die Auswahl ihrer Vergleichsfälle die Ergebnisse systematisch verzerren?
Kausalität/Gegenhypothesen: Ist die Besteuerung unfair – oder sind die Lebensmodelle (kinderlos vs. Familie) unterschiedlich finanziell belastbar? Warum wird ein höherer Steuersatz für Familien als Bestrafung gerahmt, nicht als Beitrag zu gemeinschaftlichen Infrastrukturen?
Alternativen zur Individualbesteuerung: Welche anderen Reformoptionen wurden untersucht? Könnten Kinderabzüge, Steuerkredit oder Transferzahlungen das Problem zielgerichteter lösen als Individualbesteuerung?
Umsetzbarkeit der Kritik: Wie würde eine Steuerreform aussehen, die Ehepaare als Einheit behandelt, aber nicht zu neuer Bürokratie führt?
Risiken des Status quo: Was sind die längerfristigen Konsequenzen einer familienfeindlichen Steuerstruktur für Demografie und Sozialsystem der Schweiz?
Verfassungskompatibilität: Schützt die Schweizer Verfassung die Ehe als Institution auch steuerlich – oder ist Individualbesteuerung verfassungskonform?
Verteilungsgerechtigkeit: Profitieren von der aktuellen Regelung primär Hochverdiener ohne Kinder, oder ist die Belastung auch in unteren Einkommensschichten messbar?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Weltwoche Teller Schweiz – 23. Februar 2026 https://sphinx.acast.com/p/open/s/6270efa390efae00152faf31/e/699bdaf40e5c959d59169d0a/media.mp3
Genannte Institutionen (ohne Hyperlinks gemäss Prompt):
- Institut für schweizerische Wirtschaftspolitik (IWP), Luzern
- Eidgenössische Steuerverwaltung
Verifizierungsstatus: ✓ 23.02.2026
Weitere Sprachen: Französisch | Englisch
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 23.02.2026