Kurzfassung
Die Studie «Sicherheit 2026» der Militärakademie und des Center for Security Studies der ETH Zürich zeigt, dass Schweizerinnen und Schweizer die weltpolitische Lage (86%) und die Zukunft der Schweiz (37%) deutlich pessimistischer bewerten als 2025. Das Sicherheitsgefühl liegt auf dem tiefsten Stand seit 20 Jahren (82%). Gleichzeitig erreicht der Anteil jener, die Verteidigungsausgaben für zu niedrig halten, mit 29% den höchsten Wert seit Messbeginn 1986. 56% der Stimmberechtigten befürworten eine NATO-Annäherung, und 43% sehen eine Mitgliedschaft in einem europäischen Verteidigungsbündnis als sicherer als die Neutralität an.
Personen
- Dr. phil. Tibor Szvircsev Tresch (Hauptherausgeber Studienreihe «Sicherheit», Dozent Militärsoziologie)
Themen
- Schweizer Sicherheitspolitik
- Verteidigungsausgaben
- NATO-Annäherung
- Neutralität
- Bevölkerungsmeinungen
Clarus Lead
Die Erosion des Vertrauens in die Neutralität als Schutzmodell beschleunigt sich dramatisch: Während die Zustimmung zur Neutralität noch immer bei 85% liegt, ist sie seit 2022 um 12 Prozentpunkte gefallen. Die Mehrheit der Befragten (59%) hält militärische Neutralität heute für nicht mehr glaubwürdig – ein Signal für grundlegende Verschiebungen in der Schweizer Sicherheitsarchitektur. Die Studie dokumentiert erstmals eine Mehrheit (43%) für eine Mitgliedschaft in einem europäischen Verteidigungsbündnis, während die Bereitschaft zu militärischer Eigenverteidigung (78%) und nichtmilitärischen Hilfsleistungen (85%) rekordverdächtig hoch ausfällt.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Datengrundlage stammt aus einer kombinierten Online- und Telefonumfrage, die DemoSCOPE AG zwischen 6. und 30. Januar 2026 durchführte. Die Stichprobe von 2089 Befragten (958 telefonisch, 1131 online) ist repräsentativ für die deutsch-, französisch- und italienischsprachige Schweiz; der Stichprobenfehler liegt bei 95% Sicherheitsgrad maximal bei ±2,1%.
Zur Armee als Institution zeigt sich ein stabiles Vertrauen: 83% halten sie für unbedingt oder eher notwendig (–4 Pp gegenüber 2025). Der Wunsch nach Abschaffung der Wehrpflicht fällt auf 25% – den tiefsten Wert seit Ende des Kalten Krieges. 72% sehen in der Armee einen Dienst für den Zusammenhalt der mehrsprachigen Schweiz.
Zur konkreten Verteidigungsbereitschaft: 78% unterstützen militärische Verteidigung im Kriegsfall, 49% würden persönlich mit der Waffe kämpfen. Für nichtmilitärische Beiträge zeigt sich breite Unterstützung (85%). Bei Waffenlieferungen an direkte Nachbarstaaten sprechen sich 55% aus, während nur 31% die Entsendung von Schweizer Truppen befürworten.
Kernaussagen
- Weltpolitisches Pessimismus-Rekordhoch: 86% beurteilen die globale Lage negativ, +5 Pp gegenüber 2025
- Verteidigungsausgaben-Akzeptanz auf Allzeithoch: 29% halten sie für zu niedrig (seit 1986 nicht erreicht)
- NATO-Annäherung mehrheitsfähig: 56% befürworten sie, 43% sehen Bündnismitgliedschaft als sicherer als Neutralität
- Neutralität verliert Glaubwürdigkeit: 59% halten militärischen Schutz für unmöglich, Zustimmung seit 2022 um 12 Pp gesunken
- Sicherheitsgefühl auf 20-Jahres-Tief: Nur noch 82% fühlen sich sicher (–4 Pp)
Kritische Fragen
Datenqualität: Wie wird die Repräsentativität bei unterschiedlichen Erhebungsmethoden (Online vs. Telefon) gewährleistet, und gibt es bekannte Verzerrungen zwischen beiden Kanälen?
Zeitpunkt der Erhebung: Inwiefern reflektieren die Ergebnisse von Januar 2026 möglicherweise kurzfristige Reaktionen auf aktuelle Ereignisse statt struktureller Meinungsverschiebungen?
Kausalität: Lässt sich aus den Daten unterscheiden, ob der Pessimismus zur Weltlage direkt zu erhöhter Verteidigungsausgaben-Akzeptanz führt, oder ob beide Phänomene unabhängig sind?
Neutralitäts-Paradoxon: 85% bekennen sich noch zur Neutralität, während 59% sie für militärisch unmöglich halten – wie wird dieser Widerspruch interpretiert?
Handlungskonsequenzen: Welche politischen oder militärischen Entscheidungen sind konkret an diese Umfrageergebnisse gekoppelt?
Stichproben-Stabilität: Wie verteilen sich die 2089 Befragten auf die drei Sprachregionen, und sind regionale Unterschiede signifikant?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Sicherheit 2026 – Studie der Militärakademie (MILAK) an der ETH Zürich und des Center for Security Studies (CSS) der ETH Zürich – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/DAQdrwIdgNU0AH8nuAGOF
Datenerhebung: DemoSCOPE AG (Januar 2026) – Kombinierte Online- und Telefonumfrage, n=2089
Verifizierungsstatus: ✓ 26.05.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 26.05.2026