Kurzfassung
Zwischen Oktober 2025 und März 2026 kontrollierten Schweizer Behörden 12'224 Schafbetriebe auf Moderhinke. Der Anteil betroffener Betriebe sank von 22 Prozent (erste Periode) auf 9 Prozent in der zweiten Untersuchungsperiode. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) führt das koordinierte Bekämpfungsprogramm gemeinsam mit kantonalen Veterinärdiensten durch. Ziel ist die Reduktion positiver Betriebe auf unter ein Prozent innerhalb von fünf Jahren.
Personen
- Laurent Monnerat (Direktor BLV)
Themen
- Tiergesundheit und Veterinärwesen
- Schafhaltung in der Schweiz
- Infektionskrankheiten bei Nutztieren
- Koordinierte Bekämpfungsprogramme
Clarus Lead
Die Halbierung der Infektionsrate innerhalb eines Jahres signalisiert, dass dezentralisierte Kontrollmodelle mit kantonaler Eigenverantwortung messbar funktionieren – ein Modell, das für andere Tierkrankheiten relevant wird. Der Erfolg hängt jedoch von der Compliance der Schafhaltenden ab; die dritte Kontrollperiode (Oktober 2026 bis März 2027) wird zeigen, ob die Dynamik anhält oder ob Sättigungseffekte eintreten.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Moderhinke ist eine ansteckende Klauenkrankheit, die bei Schafen Schmerzen verursacht und wirtschaftliche Verluste in der Haltung auslöst. Das koordinierte Bekämpfungsprogramm basiert auf drei Säulen: fachgerechter Klauenschnitt, regelmässige Klauenbäder in betroffenen Herden sowie konsequente Biosicherheitsmassnahmen in allen Beständen. Die Strategie verzichtet auf Quarantänen oder Keulung und setzt stattdessen auf Sanierung durch Managementmassnahmen.
Die methodische Präzisierung der Anfangsrate von 21 auf 22 Prozent deutet auf Verbesserungen in der Datenerfassung hin. Der Rückgang auf 9 Prozent wird vom BLV primär dem Engagement der Tierhaltenden sowie der Zusammenarbeit zwischen kantonalen Veterinärdiensten, Tierärztinnen und Tierärzten, Laboren und dem Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer (BGK) zugeschrieben. Die dritte Kontrollperiode beginnt Oktober 2026.
Kernaussagen
- Infektionsrate in kontrollierten Schafbetrieben um 59 Prozent reduziert
- Dezentrales Kontrollmodell mit kantonaler Veterinärhoheit zeigt Wirksamkeit
- Erfolg basiert auf drei Säulen: Klauenpflege, Klauenbäder, Biosicherheit
- Zielmarke unter ein Prozent betroffener Betriebe innerhalb von fünf Jahren angestrebt
Kritische Fragen
Datenqualität: Wie wird die Vergleichbarkeit zwischen erster und zweiter Periode gewährleistet, wenn die Anfangsrate nachträglich von 21 auf 22 Prozent angepasst wurde – könnten weitere methodische Revisionen die Erfolgsbilanz relativieren?
Selektionsbias: Sind die 12'224 kontrollierten Betriebe repräsentativ für alle Schweizer Schafbetriebe, oder konzentrierten sich Kontrollen auf bekannt betroffene Regionen?
Kausalität: Lässt sich der Rückgang von 22 auf 9 Prozent eindeutig dem Programm zuordnen, oder spielen saisonale Faktoren, Betriebsstilllegungen oder natürliche Genesung eine Rolle?
Compliance-Messung: Wie wird überprüft, dass Schafhaltende die drei Massnahmensäulen tatsächlich umsetzen, und welche Sanktionen gelten bei Nichtbefolgung?
Kosteneffizienz: Welche direkten Kosten entstehen für Betriebe durch Klauenbäder und Klauenschnitte, und werden diese subventioniert oder von Haltern getragen?
Langzeittrend: Zeigen sich nach der dritten Periode (2027) weiterhin lineare Verbesserungen, oder stabilisiert sich die Rate auf einem höheren Niveau?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) – Medienmitteilung zur Moderhinke-Bekämpfung – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/sPVyxcCdAz2rZflN5plDG
Verifizierungsstatus: ✓ 05.05.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 05.05.2026