Kurzfassung
Die Schweizer Hotellerie verzeichnete in der Wintersaison 2025/26 (November 2025 bis April 2026) mit 18,7 Millionen Logiernächten einen historischen Höchstwert. Dies entspricht einem Anstieg von 1,1 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Die inländische Nachfrage wuchs stärker (+1,6%) als die ausländische (+0,5%). Während Dezember und Februar starke Zuwächse zeigten, kam es ab März zu einem Rückgang – insbesondere bei Gästen aus Asien aufgrund des Konflikts im Mittleren Osten.
Personen
- Bundesamt für Statistik (BFS) (Datenquelle)
Themen
- Schweizer Tourismus
- Hotellerie und Logiernächte
- Wintertourismus
- Geopolitische Auswirkungen
Clarus Lead
Der Rekord zeigt eine gespaltene Tourismuskonjunktur: Während europäische und amerikanische Märkte robust wachsen – besonders die USA mit ihrem besten Ergebnis seit drei Jahrzehnten – offenbaren die Daten eine zunehmende Abhängigkeit von geopolitischen Krisen. Der Einbruch bei asiatischen Gästen (–10,1%) verdeutlicht, wie schnell externe Konflikte Schweizer Hotelbelegungen beeinflussen. Für Destinationen und Betriebe bedeutet dies: Diversifizierung von Herkunftsmärkten wird zur strategischen Notwendigkeit.
Detaillierte Zusammenfassung
Binnenmarkt als Wachstumstreiber: Die inländische Nachfrage stieg um 152.000 Logiernächte auf 9,5 Millionen – ein Rekord der letzten vier Wintersaisons. Dezember 2025 verzeichnete das stärkste Plus (+5,9%), während März einen deutlichen Rückgang aufzeigte (–5,7%). Diese Volatilität deutet auf saisonale und möglicherweise wetterabhängige Schwankungen hin.
Ausländische Märkte fragmentieren sich: Mit 9,3 Millionen Logiernächten erreichte die internationale Nachfrage ihren höchsten Stand seit 2007/08, blieb aber nominal stabil. Europäische Gäste dominierten mit 62,6 Prozent (5,8 Millionen Nächte). Deutschland (+26.000), Vereinigtes Königreich (+18.000) und Spanien (+17.000) zeigten Zuwächse, während Frankreich (–10.000) und die Niederlande (–5.100) verloren. Der amerikanische Kontinent erzielte ein markantes Plus von 93.000 Logiernächten (+5,5%), angeführt von den USA mit ihrem besten Jahrzehnt-Ergebnis (+52.000/+4,5%).
Asien-Kollaps durch Mittlerer-Osten-Konflikt: Die asiatische Nachfrage fiel um 155.000 Logiernächte (–10,1%) auf 1,4 Millionen. Besonders betroffen waren Indien (–33.000/–15,8%), Golfstaaten (–26.000/–9,6%) und Südkorea (–22.000/–18,4%). Der Rückgang verschärfte sich von März (–16,9%) bis April (–28,4%). China blieb stabil (+0,3%), während Japan weniger betroffen war.
Regionale Gewinner und Verlierer: Zehn von 13 Tourismusregionen verzeichneten Wachstum. Zürich Region (+51.000), Genf (+42.000) und das Tessin (+49.000) profitierten von urbaner Nachfrage. Das Wallis zeigte nur moderates Wachstum (+15.000/+0,7%), Graubünden blieb flach (+2.800/+0,1%), erzielte aber das stärkste Wachstum bei ausländischen Gästen (+57.000/+5,0%).
Kernaussagen
- Historischer Rekord: 18,7 Millionen Logiernächte markieren einen neuen Höchstwert für Schweizer Wintertourismus.
- Inländische Stabilität: Schweizer Gäste kompensieren Schwankungen im Auslandsmarkt und zeigen konsistentes Wachstum.
- Geopolitische Verletzlichkeit: Der Mittlerer-Osten-Konflikt verursachte einen Rückgang asiatischer Nachfrage um 10 Prozent – ein Risikofaktor für künftige Saisons.
- Marktverschiebung zu Amerika: USA und Kanada ersetzen teilweise asiatische Ausfälle; europäische Märkte bleiben fundamental.
Kritische Fragen
Datengüte: Basieren die Zahlen auf vollständiger Erfassung aller Beherbergungsbetriebe, oder gibt es Untererfassungen bei kleineren Hotels und Airbnb-ähnlichen Angeboten?
Kausalität März-Rückgang: Der inländische Rückgang im März (–5,7%) wird nicht explizit erklärt – war dies wetterabhängig, schulferien-bedingt oder andere Faktoren?
Mittlerer-Osten-Attribution: Wie sicher ist die Zuordnung des Asien-Rückgangs zum Konflikt – könnten Währungsschwankungen oder andere wirtschaftliche Faktoren mitgewirkt haben?
Nachhaltige Marktverschiebung: Ist der USA-Boom (bestes Ergebnis seit 30 Jahren) ein struktureller Trend oder eine konjunkturelle Anomalie, die 2026/27 wieder sinkt?
Regionale Disparität Wallis/Graubünden: Warum wachsen Bergregionen deutlich langsamer als Städte – deutet dies auf strukturelle Probleme oder Sättigungseffekte hin?
Ausländische vs. inländische Preiselastizität: Unterscheiden sich Preissteigerungen zwischen Inlands- und Auslandsgästen, und beeinflussen sie die unterschiedlichen Wachstumsraten?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Schweizer Hotellerie erreicht Rekord in Wintersaison 2025/26 – Medienmitteilung Bundesamt für Statistik
Verifizierungsstatus: ✓ 08.06.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 08.06.2026