Kurzfassung
Die Schweizer Holzernte stieg 2025 auf 4,9 Millionen Kubikmeter (+1,1% gegenüber 2024), nach zwei rückläufigen Jahren. Energieholz, insbesondere Hackholz, erreichte erstmals Parität mit Stammholz und macht nun 45% der Gesamternte aus – eine Verdopplung des Anteils innerhalb von 20 Jahren. Stammholz sank auf 45% der Ernte (2003: 70%), während Industrieholz mit 10% stagnierte. Regional führt der Kanton Bern mit 0,96 Millionen Kubikmetern die Produktion an; Nadelholz dominiert mit zwei Dritteln der Erntemenge.
Personen
- Bundesamt für Statistik (BFS) (Datenquelle; Forststatistik)
Themen
- Holzwirtschaft Schweiz
- Energiewende und erneuerbare Energien
- Waldwirtschaft und Forstwirtschaft
- Nachhaltige Rohstoffe
Clarus Lead
Die Verschiebung hin zu Energieholz signalisiert eine strukturelle Transformation der Schweizer Forstwirtschaft, getrieben durch den Ausbau von Holzheizungen und Wärmeverbünden als Antwort auf Dekarbonisierungsziele. Mit Hackholz nun bei 30% der Gesamternte, wächst die Abhängigkeit von dieser Rohstoffquelle für die Energieversorgung – eine Entwicklung, die Forstpolitik und Energieplanung enger verzahnt und Fragen zur langfristigen Waldkapazität aufwirft.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Forststatistik des Bundesamtes für Statistik dokumentiert eine zwei Jahrzehnte andauernde Restrukturierung der Holznutzung. Stammholz verlor kontinuierlich an Gewicht – von 70% (2003) auf 45% (2025) –, während Energieholz seinen Anteil verdoppelte. Diese Umschichtung ist nicht zyklisch, sondern strukturell: Sie widerspiegelt sinkende Nachfrage nach klassischem Bauholz und steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energieträgern.
Regional zeigt sich Heterogenität: Bern (+8,2%), Wallis (+37,3%) und Tessin (+15,1%) steigerten Ernten, während Graubünden (–5,5%) und Waadt (–3,4%) Rückgänge verzeichneten. Bern bleibt mit 0,96 Millionen Kubikmetern dominanter Produzent, gefolgt von Waadt, Zürich, Graubünden und Aargau. Die Holzsortenverteilung variiert: Während Bern, Waadt und St. Gallen Stammholz-lastig bleiben (>50%), dominiert in Zürich und Aargau Hackholz (~45%). Graubünden zeigt mit 60% Stammholzanteil eine traditionelle Struktur.
Private Waldeigentümer steigerten Ernten um 6% (1,7 Mio. m³), besonders in Voralpen und Mittelland. Öffentliche Wälder sanken um 1,3% (3,2 Mio. m³), wobei nur Hackholz (+2,9%) zulegte. Nadelholz macht zwei Drittel der Gesamternte aus; regional stiegen Nadelholzernten in Voralpen (+3,6%) und Alpen (+3,2%), während Laubholz in Jura, Mittelland, Alpen und Alpensüdseite zulegte – Alpensüdseite mit extremem Anstieg (+23,1%).
Kernaussagen
- Energieholz dominiert erstmals: Mit 45% der Holzernte erreicht Energieholz Parität mit Stammholz und dokumentiert eine strukturelle Verschiebung hin zu erneuerbaren Energieträgern.
- Hackholz als Schlüsselsorte: Der Anstieg auf 30% der Gesamternte wird durch Ausbau von Holzheizungen und Wärmeverbünden getrieben.
- Regionale Disparitäten: Kantone wie Wallis (+37,3%) und Tessin (+15,1%) zeigen dynamisches Wachstum; Graubünden und Waadt verzeichnen Rückgänge.
- Private Wälder wachsen, öffentliche stagnieren: Private Waldeigentümer steigern Ernten um 6%, öffentliche Wälder sinken um 1,3%.
Kritische Fragen
Waldkapazität: Kann die Schweizer Waldfläche eine Verdopplung der Energieholznutzung über zwei Jahrzehnte nachhaltig tragen, oder droht Übernutzung bei kontinuierlich steigender Nachfrage?
Datenqualität Hackholz: Wie wird Hackholz definiert und erfasst? Unterscheiden sich Erfassungsmethoden zwischen Kantonen, die Vergleichbarkeit gefährden könnten?
Kausalität Energiewende: Ist der Anstieg des Energieholzes primär durch Nachfrage nach erneuerbaren Energien oder durch Waldschadenereignisse (Borkenkäfer, Sturm) getrieben, die Angebot erhöhten?
Private vs. öffentliche Waldwirtschaft: Warum steigern private Waldeigentümer Ernten (+6%), während öffentliche Wälder sinken (–1,3%)? Unterscheiden sich Bewirtschaftungsanreize?
Regionale Disparitäten: Erklären sich die extremen Unterschiede (Wallis +37,3% vs. Graubünden –5,5%) durch Waldschäden, Marktpreise oder Forstpolitik?
Laubholz-Anomalie Alpensüdseite: Der Anstieg von Laubholzernten um 23,1% in der Alpensüdseite ist atypisch – liegt ein Kalamitätsereignis vor?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Schweizer Holzernte 2025: Energieholz erreicht Parität mit Stammholz – Bundesamt für Statistik (BFS), Medienmitteilung, 22.07.2026
Ergänzende Quelle:
- Forststatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) – www.bfs.admin.ch/news/de/2026-0599
Verifizierungsstatus: ✓ 22.07.2026
Weitere Sprachen: Französisch | Englisch
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 22.07.2026