Kurzfassung

Der Bund gab 2025 insgesamt 3,2 Milliarden Franken für Forschung und Entwicklung aus – ein Anstieg um 644 Millionen Franken (+25%) gegenüber 2024. Der Hauptgrund liegt in der Wiederassoziierung der Schweiz an das EU-Rahmenprogramm «Horizon Europe», das jährliche Pflichtbeiträge an die Europäische Kommission auslöst. Davon entfielen 2,9 Milliarden auf Forschungsbeiträge, 248 Millionen auf eigene Forschungsaktivitäten und 56 Millionen auf externe Aufträge. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) war mit 1,2 Milliarden Franken der Hauptempfänger, gefolgt von internationalen Organisationen im Ausland mit 916 Millionen Franken.

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  • Forschungsfinanzierung Schweiz
  • Horizon Europe
  • Bundesforschungsausgaben
  • Internationale Forschungskooperationen

Clarus Lead

Die Rekordsumme markiert einen Wendepunkt in der Schweizer Forschungspolitik: Nach vier Jahren Nicht-Assoziierung (2021–2024) führt die Rückkehr zu Horizon Europe zu strukturell höheren Jahresverpflichtungen statt gestaffelten Übergangszahlungen. Dies signalisiert, dass die Schweiz ihre europäische Forschungsintegration dauerhaft priorisiert und die während der Nicht-Assoziierung eingerichteten nationalen Überbrückungsmassnahmen parallel weiterfinanziert. Für Forschungsinstitutionen und Unternehmen bedeutet dies stabilere, aber auch langfristig gebundene Budgets im internationalen Kontext.

Detaillierte Zusammenfassung

Die Forschungsbeiträge stiegen um 642 Millionen Franken (+28%), primär durch die Wiederaufnahme der jährlichen Zahlungen an die Europäische Kommission im Rahmen von Horizon Europe. Parallel dazu liefen noch Direktzahlungen für Forschungsprojekte, die während der Übergangsjahre 2021–2024 initiiert worden waren. Diese Doppelbelastung erklärt die starke statistische Schwankung nach oben.

Mehr als 90% der Gesamtausgaben waren Forschungsbeiträge. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) erhielt 1,2 Milliarden Franken (41% der Gesamtbeiträge), während internationale Organisationen im Ausland 916 Millionen Franken (31%) erhielten. Letztere umfassen Zahlungen für Horizon Europe (623 Mio. Franken), die Europäische Weltraumorganisation (ESA) (196 Mio. Franken) und das Europäische Laboratorium für Teilchenphysik (CERN) (47 Mio. Franken). Schweizer Beteiligungen an ESA-Projekten trugen zum Erfolg der Mondmission ARTEMIS II bei.

Bei den eigenen Forschungsaktivitäten (Intramuros-F+E) betrug der Anstieg nur 3 Millionen Franken (+1% auf 248 Mio. Franken), während externe Forschungsaufträge um 2 Millionen Franken sanken. Gut zwei Drittel (64%) der Intramuros-Mittel flossen in die Landwirtschaft, betrieben durch Agroscope. Bei den Aufträgen dominierte die Landesverteidigung (32%), gefolgt von Umwelt (15%) und Energie/Infrastruktur (je 13%).

Der Bund beschäftigte 2025 insgesamt 2219 Forschungspersonen (1142 Vollzeitäquivalente) – ein Rückgang gegenüber 2023 (2355 Personen). Von den 1363 Forschenden waren 42% Frauen (+1 Prozentpunkt). Der Personalabbau resultierte aus dem Rückgang der F+E-Aufträge und moderatem Anstieg der Intramuros-Ausgaben.

Kernaussagen

  • Bundesforschungsbudget 2025: 3,2 Milliarden Franken (+25% YoY)
  • Haupttreiber: Wiederassoziierung zu Horizon Europe mit jährlichen Pflichtbeiträgen
  • SNF ist mit 1,2 Mrd. Franken (41%) grösster Empfänger
  • Internationale Organisationen (ESA, CERN, Horizon Europe) erhalten 31% der Beiträge
  • Forschungspersonal leicht rückläufig; Frauenanteil unter Forschenden: 42%

Kritische Fragen

  1. Evidenz/Datenqualität: Wie werden die Zahlungen an Horizon Europe in der BFS-Statistik abgegrenzt von nationalen Übergangsmassnahmen? Sind die 623 Millionen für Horizon Europe vollständig erfasst oder entstehen durch Verzögerungen Abweichungen?

  2. Interessenkonflikte/Anreize: Inwiefern beeinflusst die Doppelung von Übergangszahlungen (2021–2024) und neuen Horizon-Europe-Beiträgen die Priorisierung von Forschungsbereichen? Droht eine Verzerrung zugunsten international gebundener Projekte?

  3. Kausalität/Alternativen: Der Personalabbau wird mit dem Rückgang von F+E-Aufträgen erklärt. Wurden alternative Investitionen in Intramuros-Kapazitäten erwogen, um die Forschungsinfrastruktur zu stärken statt Aufträge zu reduzieren?

  4. Umsetzbarkeit/Risiken: Wie nachhaltig ist die Finanzierung, wenn jährliche Horizon-Europe-Beiträge strukturell höher sind? Besteht Risiko von Budgetdruck in anderen Bereichen, falls die EU-Beiträge steigen?

  5. Geschlechterrepräsentation: Der Frauenanteil unter Forschenden liegt bei 42%. Welche Massnahmen zielt der Bund ab, um Parität zu erreichen, insbesondere in technischen und Führungspositionen?

  6. Schwerpunktverschiebung: Warum konzentriert sich Intramuros-F+E zu 64% auf Landwirtschaft, während Umwelt und Energie nur über Aufträge finanziert werden? Spiegelt dies strategische Prioritäten oder historische Strukturen?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Bundesamt für Statistik (BFS): Forschungs- und Entwicklungsausgaben 2025

Verifizierungsstatus: ✓ 24.06.2026

Weitere Sprachen: Französisch | Englisch


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 24.06.2026