Kurzfassung
Das Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichte am 21. Mai 2026 die Arbeitsvolumenstatistik für 2025. Die Schweiz verzeichnete insgesamt 8,114 Milliarden Arbeitsstunden – stabil gegenüber dem Vorjahr. Die wöchentliche Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten stieg seit 2020 um zwei Stunden auf 40 Stunden und 3 Minuten, bleibt aber unter dem Vor-Corona-Niveau (2019: 40 Stunden 54 Minuten). Ferienwochen erhöhten sich auf 5,2 pro Jahr, während gesundheitsbedingte Absenzen leicht auf 8,2 Tage pro Jahr stiegen.
Personen
- Bundesamt für Statistik (BFS) (Schweizer Statistikbehörde)
Themen
- Arbeitsmarktstatistik Schweiz
- Arbeitszeit und Erwerbsbeteiligung
- Arbeitnehmerschutz und Gesundheit
Clarus Lead
Die Schweiz positioniert sich international als Land mit hoher Arbeitsintensität: Vollzeitbeschäftigte arbeiten 42 Stunden 24 Minuten pro Woche – der höchste Wert in der EU/EFTA-Region. Gemessen am Gesamtarbeitsvolumen pro Kopf der Bevölkerung rangiert die Schweiz auf Platz 4 weltweit (hinter Island, Malta, Zypern), getrieben durch eine überdurchschnittlich hohe Erwerbsbeteiligung. Diese Daten zeigen ein Spannungsfeld: Während Arbeitsplätze entstehen (+0,3%), sinkt die durchschnittliche Jahresarbeitszeit pro Stelle (–0,3%), was auf Flexibilisierung und Teilzeittrends hindeutet.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Stabilität des Gesamtarbeitsvolumens 2025 verdeckt strukturelle Verschiebungen im Schweizer Arbeitsmarkt. Der Zuwachs von 0,3% der Arbeitsstellen wurde durch eine gleichzeitige Reduktion der Jahresarbeitszeit pro Stelle um 0,3% kompensiert – ein Indiz für wachsende Teilzeitquoten und flexible Beschäftigungsmodelle.
Die Erholung der Wochenarbeitszeit seit 2020 (+2 Stunden) spiegelt die Normalisierung nach der Pandemie wider. Allerdings bleibt das Niveau dauerhaft unter 2019, was auf strukturelle Änderungen im Arbeitsverhalten hindeutet. Ferienwochen stiegen um 0,2 Tage auf 5,2 pro Jahr an – eine moderate Verbesserung. Junge Arbeitnehmende (15–19 Jahre) erhalten mit 5,5 Wochen mehr Urlaub als die Kerngruppe der 20–49-Jährigen (5,0 Wochen).
Gesundheitsbedingte Absenzen zeigen ein klares Branchenmuster: Wissensintensive Sektoren wie Information/Kommunikation und Finanzdienstleistungen verzeichnen die niedrigsten Ausfallquoten (6,0–6,2 Tage). Baugewerbe und Verkehr/Lagerei führen mit 10,1 bzw. 9,8 Tagen – ein Unterschied von 68%. Nach Qualifikationsniveau folgt ein deutlicher Gradient: Führungskräfte fehlen 5,1 Tage, Hilfsarbeitskräfte 11,8 Tage. Dies deutet auf physische Belastung und Arbeitsschutzdefizite in manuellen Tätigkeiten hin.
Im internationalen Vergleich bestätigt sich die Schweizer Arbeitsintensität. Mit 22 Stunden 34 Minuten durchschnittlicher wöchentlicher Arbeitszeit pro Kopf der Gesamtbevölkerung (EU: 19 Std. 24 Min.) profitiert die Schweiz von ihrer hohen Erwerbsbeteiligung – nicht von längeren Einzelarbeitszeiten, sondern von mehr erwerbstätigen Personen pro Kopf.
Kernaussagen
- Schweizer Arbeitsvolumen 2025 stabil bei 8,114 Mrd. Stunden; Arbeitsplätze +0,3%, Jahresarbeitszeit pro Stelle –0,3%
- Vollzeitbeschäftigte arbeiten 42 Std. 24 Min./Woche – höchster EU/EFTA-Wert; unter 2019-Niveau (40 Std. 54 Min.)
- Gesundheitsabsenzen stark branchen- und qualifikationsabhängig: 6,0 Tage (IT/Finanzen) vs. 10,1 Tage (Bau)
Kritische Fragen
Evidenz: Wie werden Teilzeitquoten in der AVOL-Statistik erfasst, und inwiefern verzerrt die Aggregation zu Vollzeitäquivalenten die tatsächliche Arbeitsmarktflexibilisierung?
Interessenkonflikte: Werden Absenzen nach Branche und Qualifikation vom BFS unabhängig erfasst, oder beeinflussen Selbstmeldungen und Untererfassung in niedrig regulierten Sektoren die Vergleichbarkeit?
Kausalität: Ist der Anstieg der Ferienwochen (2020–2025: +0,2 Tage) gesetzlich verankert oder Resultat von Arbeitgeberfreiwilligkeit? Welche Branchen führen diese Zunahme?
Kausalität: Erklären sich die höheren Absenzen in Bau/Verkehr primär durch physische Belastung, oder spielen Selektionseffekte (Auswahl von Arbeitnehmenden mit besserer Gesundheit in IT/Finanzen) eine Rolle?
Umsetzbarkeit: Welche Massnahmen könnten die 68%-Differenz in Absenzen zwischen Branchen reduzieren, ohne Arbeitsplätze in Bau/Logistik zu gefährden?
Datenqualität: Wie zuverlässig sind internationale Vergleiche, wenn Definitionen von Vollzeitarbeit, Ferienwochen und Absenzen zwischen EU/EFTA-Ländern variieren?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Arbeitsvolumen 2025: Stabile Gesamtstunden bei strukturellen Verschiebungen – Bundesamt für Statistik (BFS), 21.05.2026
Verifizierungsstatus: ✓ 21.05.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 21.05.2026