Kurzfassung
Innosuisse und das Bundesamt für Rüstung armasuisse lancieren am 1. Juli 2026 eine gemeinsame Forschungsinitiative mit einem Budget von 20 Millionen Franken. Die Initiative fördert sogenannte Dual-Use-Technologien – Technologien mit Anwendungen im zivilen und Sicherheitsbereich. Drei technologische Schwerpunkte sind definiert: resiliente Navigations- und Zeitsynchronisationssysteme, Photonik für Sicherheit und Kommunikation sowie Drohnenabwehr. Die Projektausschreibung trägt zur rüstungspolitischen Strategie des Bundesrates bei und soll systemische, interdisziplinäre Innovationen fördern.
Personen
- André Kudelski (Präsident Verwaltungsrat Innosuisse)
- Dominique Gruhl-Bégin (Direktorin Innosuisse)
- Thomas Rothacher (stellvertretender Rüstungschef armasuisse)
Themen
- Dual-Use-Technologien
- Forschungs- und Innovationsförderung
- Nationale Sicherheit und Souveränität
- Technologietransfer
Clarus Lead
Die Initiative antwortet auf eine strategische Priorität des Bundesrates: die Stärkung von Forschung und Innovation im Sicherheitsbereich angesichts wachsender geopolitischer Unsicherheiten. Durch die Fokussierung auf Dual-Use-Technologien sollen Schweizer Unternehmen und Forschungsinstitutionen ihre technologische Souveränität bewahren und gleichzeitig zivile Spillover-Effekte generieren – ein Modell, das historisch bei GPS und WLAN erfolgreich war. Die breite Ausschreibung mit offenen Themenschwerpunkten signalisiert, dass der Bund Innovationen nicht top-down diktiert, sondern Marktakteuren Spielraum lässt.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Initiative wird über das «Flagship»-Förderinstrument von Innosuisse umgesetzt, das systemische und interdisziplinäre Lösungen mit Dual-Use-Potenzial bevorzugt. Eingereichte Projekte müssen mehrere Schweizer Forschungsinstitutionen und Industriepartner einbinden – eine Anforderung, die Netzwerkeffekte und Technologietransfer innerhalb der Schweizer Innovationslandschaft verstärken soll.
Die drei Schwerpunkte adressieren konkrete Sicherheitsdefizite: Erstens Ortungs- und Zeitsynchronisationssysteme, die auch bei Störungen oder Systemausfällen funktionieren – relevant für kritische Infrastrukturen, Luftfahrt und autonome Systeme. Zweitens lichtbasierte Technologien (Photonik) für sichere Informationsübertragung, hochpräzise Datenerfassung und Bildgebung mit Anwendungen in Medizin, Präzisionsindustrie und Umweltüberwachung. Drittens Technologien zur Drohnenabwehr, einschliesslich Sensoren, Steuerungs- und Neutralisierungssystemen zum Schutz kritischer Infrastrukturen und öffentlicher Räume.
Die Auswahl der geförderten Projekte ist für Sommer 2027 geplant. Die Initiative wird von armasuisse Wissenschaft und Technologie und Innosuisse gemeinsam geleitet und trägt zur strategischen und nachhaltigen Entwicklung im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich bei.
Kernaussagen
- Schweiz investiert 20 Millionen Franken in Dual-Use-Forschung im Sicherheitssektor
- Initiative verbindet Verteidigungsinteressen mit zivilen Spillover-Effekten
- Drei technologische Schwerpunkte: Navigation/Zeitsynchronisation, Photonik, Drohnenabwehr
- Ausschreibung startet 1. Juli 2026; Projektauswahl Sommer 2027
- Fokus auf Schweizer technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit
Kritische Fragen
Evidenz: Welche historischen Daten belegen, dass Dual-Use-Technologien aus Verteidigungsforschung tatsächlich zu zivilen Innovationen führen – und in welchem Zeitrahmen entstehen diese Spillover-Effekte?
Interessenskonflikte: Inwiefern könnte die Mitfinanzierung durch armasuisse dazu führen, dass Forschungsprojekte verstärkt militärische Anwendbarkeit priorisieren und zivile Nutzen sekundär werden?
Kausalität: Ist unklar, ob die 20 Millionen Franken zusätzliche Forschung generieren oder bestehende Projekte umlenken – wie wird Additionalität gemessen?
Umsetzbarkeit: Welche Hürden könnten Schweizer KMU bei der Zusammenarbeit mit Forschungsinstitutionen in einem sicherheitssensiblen Umfeld erleben, und wie werden Exportkontrollen und Dual-Use-Regulierung berücksichtigt?
Transparenz: Werden die geförderten Projekte und ihre Resultate öffentlich dokumentiert, oder unterliegen sie Geheimhaltungspflichten, die den Technologietransfer in die Zivilgesellschaft behindern?
Governance: Wie wird die Balance zwischen offener Projektausschreibung und strategischen Prioritäten des Bundesrates in der Bewertung konkret gewährleistet?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Innosuisse und Bundesamt für Rüstung armasuisse – Gemeinsame Initiative für Forschung und Innovation im Sicherheits- und Verteidigungsbereich – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/xMNk0LL66iDuYIrinwy7m
Verifizierungsstatus: ✓ 30.04.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 30.04.2026