Kurzfassung

Der Schweizer Bundesrat hat am 6. Mai 2026 die tripartite Delegation zur 114. Internationalen Arbeitskonferenz (IAK) ernannt, die vom 1. bis 12. Juni 2026 in Genf stattfindet. Die Schweiz wird sich in drei Schwerpunktbereichen engagieren: menschenwürdige Arbeit in der Plattformökonomie, Geschlechtergleichstellung in der Arbeitswelt sowie sozialer Dialog und Tarifverträge. Die Regierungsdelegation wird von Jérôme Cosandey (Seco) geleitet, die Arbeitgeberseite von Blaise Matthey und die Arbeitnehmerseite von Gabriela Medici (SGB).

Personen

  • Jérôme Cosandey (Leiter Direktion für Arbeit, Seco; Leiter Regierungsdelegation)
  • Blaise Matthey (Special Advisor for Labour Affairs, FER; Leiter Arbeitgeberdelegation)
  • Gabriela Medici (Co-Sekretariatsleiterin SGB; Leiterin Arbeitnehmerdelegation)

Themen

  • Internationale Arbeitskonferenz (IAK)
  • Plattformökonomie und digitale Arbeit
  • Geschlechtergleichstellung
  • Sozialer Dialog und Tarifverträge

Clarus Lead

Die Schweizer Positionierung zur Plattformökonomie signalisiert eine regulatorische Strategie, die digitale Arbeitsplattformen gleichberechtigten Arbeitnehmerschutz fordert. Dies ist zeitlich relevant, da die Internationale Arbeitsorganisation erstmals verbindliche Normensetzung zu diesem Sektor anstrebt – ein Signal für künftige nationale Gesetzgebung. Die Schweizer Betonung von Tarifverträgen als Instrument zur Arbeitnehmerschutzfestlegung unterstreicht die Rolle sozialer Partnerschaft in einem fragmentierten Arbeitsmarkt.

Detaillierte Zusammenfassung

Die Schweiz verfolgt auf der IAK-Tagung einen dreistufigen Agenda-Ansatz. Im Kernthema Plattformökonomie wird die Delegation ein internationales Übereinkommen anstreben, das die Heterogenität digitaler Geschäftsmodelle anerkennt, gleichzeitig aber ein einheitliches Schutzniveau für Plattformarbeiter fordert – vergleichbar mit dem Status klassischer Arbeitnehmer. Dies adressiert die Schutzlücke zwischen Angestellten und Freelancern in digitalen Märkten.

Zur Geschlechtergleichstellung wird die Schweiz eine transformative Agenda unterstützen, die vier konkrete Ziele verfolgt: Arbeitsmarktzugang für Frauen, Lohngleichheit, Zugang zu Sozialschutz und Bekämpfung struktureller Ungleichheiten. Die Schweiz plant, ihre Erfahrungen in diesen Bereichen einzubringen.

Im dritten Schwerpunkt sozialer Dialog wird die Schweiz die Bedeutung von Gesamtarbeitsverträgen (GAV) als Mechanismus zur Lohnfestlegung und Arbeitsbedingungsregelung hervorheben – ein Modell, das in der Schweiz historisch etabliert ist und als Best Practice für internationale Diskussionen dienen soll.

Kernaussagen

  • Die Schweiz setzt auf internationales Regelwerk für menschenwürdige Arbeit in digitalen Plattformen mit einheitlichem Arbeitnehmerschutz
  • Geschlechtergleichstellung wird als transformative Agenda mit vier Handlungsfeldern verankert
  • Tarifverträge werden als Schlüsselinstrument zur Arbeitsmarktregulation positioniert

Kritische Fragen

  1. Evidenz: Welche Datengrundlage unterstützt die Schweizer Forderung nach gleichem Schutzniveau für Plattformarbeiter? Gibt es Studien zu Schutzlücken in der Schweizer Plattformökonomie?

  2. Interessenskonflikte: Wie werden die Positionen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerdelegation koordiniert, wenn beide Seiten unterschiedliche Interessen bei Plattformregulation haben?

  3. Umsetzbarkeit: Wie kann ein internationales Übereinkommen zur Plattformökonomie die Vielfalt nationaler Arbeitsmarktmodelle berücksichtigen, ohne praktisch unverbindlich zu werden?

  4. Kausalität: Wird davon ausgegangen, dass internationale Normensetzung automatisch zu nationaler Gesetzgebung führt, oder sind zusätzliche Implementierungsmechanismen erforderlich?

  5. Nebenwirkungen: Könnte eine strikte Regulierung von Plattformarbeit zu einer Formalisierungspflicht führen, die Flexibilität für Teilzeitarbeitende reduziert?

  6. Quellenvalidität: Basiert die Schweizer Position auf Konsultationen mit Plattformarbeitern selbst, oder primär auf Positionen der etablierten Sozialpartner?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Schweiz auf der Internationalen Arbeitskonferenz 2026 – news.admin.ch, 06.05.2026

Verifizierungsstatus: ✓ 06.05.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 06.05.2026