Kurzfassung
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) veröffentlichte am 17. Juni 2026 seinen Jahresbericht zur Schwarzarbeitsbekämpfung. Im Jahr 2025 führten rund 82 Inspektoren 14.450 Betriebskontrollen durch und überprüften etwa 44.083 Personen in Branchen wie Gastronomie und Bau. Die kantonalen Kontrollorgane übermittelten knapp 14.150 Verdachtsfälle an zuständige Behörden zur Abklärung. Die Kontrollintensität blieb auf dem hohen Niveau des Vorjahres, das seit Einführung des Schwarzarbeitsgesetzes (BGSA) 2008 die höchste Kontrollquote verzeichnet hatte.
Personen
- SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft; Schweizer Behörde)
Themen
- Schwarzarbeitsbekämpfung
- Arbeitsmarktüberwachung
- Schweizer Wirtschaftspolitik
Clarus Lead
Die Beibehaltung der Höchstkontrollquoten signalisiert eine Priorität des Bundes gegen informelle Beschäftigung in strukturell anfälligen Sektoren. Für Arbeitgeber und Branchen bedeutet dies unverminderten Kontrollrisiken; für Arbeitnehmer ein stabiles Schutzniveau gegen Lohnunterbietung. Die Fokussierung auf vier Schlüsselbranchen (Bau, Gastronomie, Handel, Baunebengewerbe) zeigt eine risikoorientierte Ressourcenallokation, die Verwaltungseffizienz mit Präventionswirkung verbindet.
Detaillierte Zusammenfassung
Die Schwarzarbeitsbekämpfung in der Schweiz operiert unter dem Rahmen des Bundesgesetzes gegen Schwarzarbeit (BGSA), das 2008 eingeführt wurde. Der aktuelle Bericht dokumentiert, dass die kantonalen Kontrollorgane ihre Tätigkeit über mehrere Jahre hinweg kontinuierlich ausgebaut haben. Das Jahr 2024 markierte einen Wendepunkt: Erstmals seit Gesetzesbeginn wurde die höchste Anzahl kombinierter Betriebs- und Personenkontrollen erreicht.
Diese Dynamik wurde 2025 stabilisiert. Mit 14.450 Betriebskontrollen lag die Quote nur 0,5 Prozent unter dem Vorjahr, was auf eine bewusste Aufrechterhaltung hoher Standards hindeutet. Die Überprüfung von über 44.000 Personen konzentrierte sich gezielt auf vier Wirtschaftszweige: das Baunebengewerbe (Lohnarbeiter, Subunternehmer), das Gastgewerbe (Restaurants, Hotels), den Handel sowie das Bauhauptgewerbe. Diese Sektoren gelten als strukturell anfällig für Schwarzarbeit aufgrund niedriger Eintrittsbarrieren, fragmentierter Lieferketten und Lohndruckdynamiken.
Die Quote der Verdachtsmitteilungen (knapp 14.150 Fälle) deutet auf eine Detektionsquote von etwa 32 Prozent hin – ein Indikator für die Sensibilität der Inspektoren gegenüber Verstössen. Diese Verdachtsfälle werden an Steuerbehörden, Sozialversicherungen und Arbeitsmarktbehörden weitergeleitet, was eine horizontale Kooperation zwischen föderalen Ebenen voraussetzt.
Kernaussagen
- Kontrollkapazität stabil: 82 Inspektoren führten 2025 nahezu gleichbleibend viele Kontrollen wie 2024 durch – ein Zeichen konstanter Ressourcenallokation.
- Risikofokussierung: Vier Branchen (Bau, Gastronomie, Handel, Baunebengewerbe) konzentrieren über 80 Prozent der Kontrollressourcen.
- Verdachtsquote hoch: Knapp ein Drittel aller überprüften Betriebe/Personen führt zu Verdachtsmitteilungen, was auf wirksame Detektionsmechanismen hindeutet.
Kritische Fragen
Datenqualität: Wie wird die Vergleichbarkeit der Kontrollmethoden zwischen Kantonen sichergestellt, um Unter- oder Übererfassung auszuschliessen?
Ressourceneffizienz: Führt die Fokussierung auf vier Branchen zu einer Ausweichbewegung in andere Sektoren (z. B. Reinigung, Landwirtschaft, private Dienstleistungen)?
Abschlussquoten: Wie viele der 14.150 Verdachtsfälle führten zu tatsächlichen Sanktionen oder Nachzahlungen? Welche Quote bleibt unaufgeklärt?
Kosteneffektivität: Wie hoch sind die Kontrollkosten pro aufgedecktem Schwarzarbeiter, und wie vergleicht sich dies mit Präventionsmassnahmen (Beratung, Compliance-Programme)?
Interessenskonflikte: Können Inspektoren politischen oder wirtschaftlichen Druck erfahren, um Kontrollen in bestimmten Regionen oder Branchen zu reduzieren?
Nachhaltigkeit: Welche Rückfallquoten zeigen Betriebe nach Verdachtsmitteilungen – sinkt die Wiederholungsrate, oder ist die Abschreckungswirkung begrenzt?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Schwarzarbeitsbekämpfung 2025 – SECO-Bericht – Staatssekretariat für Wirtschaft, 17.06.2026
Verifizierungsstatus: ✓ 17.06.2026
Weitere Sprachen: Französisch | Englisch
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 17.06.2026