Kurzfassung
Neun von elf Gemeinden der Oberengadin haben sich fast einstimmig für einen Rettungsplan des Spitals Samaden ausgesprochen. Die neue Trägerschaft Sanadura, in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Graubünden, sichert die wichtigsten Leistungen wie 24-Stunden-Notfall und Gynäkologie. Spezialisierte Behandlungen müssen künftig auswärts erfolgen. Kostenpunkt für die Gemeinden bis Ende 2026: rund 19 Millionen Franken.
Personen
- Celina Nicolai (SGO-Stiftungsratspräsidentin)
- Hugo Keune (Direktor Kantonsspital Graubünden)
Themen
- Spitalrettung Oberengadin
- Trägerschaftswechsel Samaden
- Gesundheitsversorgung Bergregionen
- Finanzielle Restrukturierung
Clarus Lead
Das Spital Samaden stand finanziell vor dem Kollaps – bis Ende März wäre der Stiftung Gesundheitsversorgung Oberengadin das Geld ausgegangen. Die Abstimmung vom 4. Februar markiert eine Zäsur: Mit überwiegender Mehrheit stimmten die Stimmberechtigten der Neugründung von Sanadura zu. Diese neue Trägerschaft arbeitet künftig eng mit dem Kantonsspital Graubünden zusammen und soll das Spital langfristig sichern. Für die Region bedeutet das: Rettung vor Schliessung, aber auch Leistungsabbau und ein straffer Übergangszeitplan bis 1. April 2026.
Detaillierte Zusammenfassung
Das Abstimmungsergebnis fiel deutlicher aus als erwartet. Celina Nicolai, Stiftungsratspräsidentin, hatte mit knappen Mehrheiten gerechnet, erhielt aber in nahezu allen Gemeinden ein Ja. Das Signal der Stimmbevölkerung ist klar: Die Region will das Spital bewahren – unter neuen Bedingungen.
Der Grund für die Dringlichkeit ist strukturell: Nicht kostendeckende Tarife, Fachkräftemangel und temporäre Personalbesetzungen haben die klassische Trägerschaft ruiniert. Die neue Sanadura soll diese Probleme durch Zusammenlegung mit dem Kantonsspital lösen. Konkrete Änderungen: Reduktion der Bettenzahl, Schliessung bestimmter Leistungsangebote, frühere Verlegung von Patienten ins Spital Chur. 50 Mitarbeitende werden gekündigt.
Hugo Keune betont, die Zusammenarbeit könne Kosten senken – zwei konkurrierende Notfallbetriebe entfallen. Doch die Frist ist eng: Bis 1. April müssen Bewilligungen, IT-Systeme, Abrechnung und Verwaltungsrat stehen. 2026 ist ein Übergangsjahr. Langfristige Leistungsvereinbarungen gehen erst im Herbst zur Abstimmung.
Kernaussagen
- Neun von elf Gemeinden stimmten fast einstimmig für Rettungsplan
- Sanadura als neuer Träger mit Kantonsspital-Partnerschaft
- 24-Stunden-Notfall und Gynäkologie bleiben, spezialisierte Leistungen fallen weg
- 19 Millionen Franken Kosten bis Ende 2026
- 50 Arbeitnehmende sind betroffen
- April 2026: Operativer Start unter Zeitdruck
- Herbst 2026: Langfristige Leistungsvereinbarungen zur Abstimmung
Kritische Fragen
Datenqualität/Tarife: Wie genau wurden die fehlenden Deckungsbeiträge kalkuliert? Basiert die Kostenprognose auf Benchmarks ähnlicher Bergspitäler oder auf lokalen Hochrechnungen? (Evidenz für „nicht kostendeckend")
Interessenskonflikte: Inwiefern hat das Kantonsspital Graubünden Eigeninteresse an der Übernahme? Profitiert es operativ oder finanziell von der Zusammenlegung, und wurde dies transparent offengelegt?
Kausalität: Ist der Personalabbau (50 Entlassungen) zwingend notwendig für die Rentabilität, oder könnte eine schrittlichere Restrukturierung mit Umschulungen erwogen werden?
Umsetzbarkeit: Wie realistisch ist es, alle technischen Anforderungen (IT, Bewilligungen, Abrechnung, Verwaltungsrat) bis 1. April zu klären – zumal dies zeitlich mit Frühjahrsoperation und Bettenwechseln kollidiert?
Alternative Szenarien: Wurden Fusionen mit anderen Regionalspitälern oder Privatisierungsmodelle eruiert, oder war Sanadura die einzige Option?
Patientensicherheit: Wie wird sichergestellt, dass die Verlegung von Patienten nach Chur nicht zu Notfallverzögerungen oder erhöhten Komplikationen führt – besonders in Winter und bei Lawinen?
Weitere Meldungen
- Prenz-Umsiedlung: Anmeldefrist für provisorische Umsiedlung bis 9. März verlängert; Baugesetze vereinfacht, finanzielle Beiträge angepasst.
- Olympische Spiele: Hockeyspielerin Leonie Balzer (HC Davos, 20 Jahre) debütiert bei Winterolympiade in Mailand-Cortina; Schweizerinnen spielen am 6. Februar gegen Tschechien.
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Regionaljournal Graubünden – SRF Audio, 05.02.2026 https://download-media.srf.ch/world/audio/Regionaljournal_Graubuenden_radio/2026/02/Regionaljournal_Graubuenden_radio_AUDI20260205_NR_0096_2ac7f9b325e54c909745b2908bcc470e.mp3
Verifizierungsstatus: ✓ 05.02.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 05.02.2026