Kurzfassung
Agroscope, der Kanton Waadt und Prométerre gründen eine gemeinsame Versuchsstation in Grange-Verney, um die Bodenqualität in der Schweizer Landwirtschaft zu verbessern. Die Plattform verbindet Forschung, Praxis und Wissensvermittlung und startet 2026 erste Projekte auf über 100 Hektar. Der Fokus liegt auf der Wiederherstellung der organischen Bodensubstanz, die in der Waadt – Schweizer Kornkammer – erheblich gesunken ist.
Personen
- Robin Krischer (Projektleiter Boden, DGAV)
- Martin Pidoux (Direktor Prométerre)
- Valérie Dittli (Staatsrätin Kanton Waadt)
Themen
- Bodengesundheit und Bodenfruchtbarkeit
- Nachhaltige Landwirtschaft
- Forschungs-Praxis-Kooperation
- Organische Bodensubstanz
- Klimawandelanpassung
Clarus Lead
Die Schweizer Landwirtschaft steht unter Druck: Der Kanton Waadt, der 20 % des nationalen Getreides und 30 % der Ölsaaten produziert, verliert kontinuierlich organische Bodensubstanz. Dies gefährdet langfristig Produktivität und Wirtschaftlichkeit. Die neue Versuchsstation adressiert dieses zentrale Problem durch systematische Feldversuche unter realen Bedingungen und schafft damit eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischer Umsetzung. Die vier Jahre angelegte Partnerschaft ermöglicht schrittweise Erweiterung um zusätzliche Partner.
Detaillierte Zusammenfassung
Böden erfüllen kritische Funktionen für Umwelt und Gesellschaft: Sie sind Lebensraum für biologische Vielfalt, regulieren Kohlenstoff-, Nährstoff- und Wasserkreisläufe und filtern Trinkwasser. Für wirtschaftlich tragbare, hochwertige Lebensmittelproduktion sind gesunde, fruchtbare Böden unverzichtbar. Angesichts klimatischer und wirtschaftlicher Veränderungen wird Bodengesundheit zur Schlüsselvariable für die Widerstandsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft.
Die Waadt als führende Ackerbauregion der Schweiz verzeichnet einen erheblichen Rückgang der organischen Substanz in ihren Böden – verstärkt durch sinkende Rindviehhaltung und intensive Bodennutzung. Dieser Trend bedroht die langfristige Produktivität und Klimaresilienz der Ackerflächen. Die neue Versuchsstation Landwirtschaftliche Böden in Moudon soll unter Praxisbedingungen konkrete Lösungen entwickeln. Unter Leitung von Robin Krischer und Steuerung durch Agroscope, Kanton Waadt und Prométerre werden Feldversuche auf über 100 Hektar in einem Netzwerk von Partnerbetrieben durchgeführt.
Der operative Ansatz verbindet direkte Zusammenarbeit mit Landwirtinnen und Landwirten, wissenschaftliche Expertise und Bildungsarbeit. Workshops mit Praktikern identifizieren spezifische Herausforderungen; gemeinsam werden Lösungen erarbeitet. Ab 2026 startet ein Versuch mit Bodenbedeckungen (Gründüngung) zur Optimierung von Pflanzenwahl und Bewirtschaftungsmethoden. Parallel läuft ein systemischer Langzeitversuch zu Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und Düngung. Die Erkenntnisse profitieren allen Schweizer Betrieben mit ähnlichen Herausforderungen.
Kernaussagen
- Strategische Partnerschaft: Agroscope, Kanton Waadt und Prométerre bündeln Kompetenzen zur Bodenqualitätsverbesserung
- Organische Substanz im Fokus: Der Rückgang organischer Bodensubstanz in der Waadt gefährdet Produktivität und Wirtschaftlichkeit
- Praxis-Forschungs-Transfer: Versuchsstation testet Lösungen unter realen Bedingungen und beschleunigt Implementierung in Betrieben
- Konkrete Massnahmen: Gründüngungsversuche und systemische Langzeitversuche ab 2026 auf über 100 Hektar
- Nationale Relevanz: Ergebnisse kommen allen Schweizer Landwirtschaftsbetrieben zugute
Kritische Fragen
Datenqualität: Wie werden die Bodenparameter (organische Substanz, Nährstoffdynamik) gemessen und validiert? Welche Standards sichern Vergleichbarkeit über vier Jahre?
Repräsentativität: Inwiefern sind die 100 Hektar Partnerbetriebe in Moudon repräsentativ für die gesamte Waadt und andere Schweizer Ackerbauregionen mit unterschiedlichen Böden und Klimaten?
Interessenskonflikte: Wie wird sichergestellt, dass Ergebnisse unabhängig von kommerziellen Interessen (z. B. Düngemittelhersteller, Saatgutanbieter) berichtet werden? Wer kontrolliert Publikationen?
Kausalität: Welche Kontrollgruppen oder Vergleichsbetriebe existieren? Wie werden Wetter, Marktpreise und andere Störvariablen berücksichtigt, um Kausalität zu etablieren?
Umsetzungsrisiken: Welche Hürden (Kosten, Arbeitsaufwand, Ertragsverluste) könnten Landwirte von der Adoption neuer Praktiken abhalten? Sind Anreizmechanismen geplant?
Zeithorizont: Vier Jahre ist kurz für Bodenverbesserung. Wie wird Langzeitfinanzierung nach 2030 gesichert? Welche Zwischenergebnisse sind geplant?
Wissenstransfer: Wie werden Erkenntnisse konkret an Betriebe kommuniziert? Welche Schulungs- und Beratungsstrukturen existieren?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Neue Versuchsstation zur Verbesserung der Qualität landwirtschaftlicher Böden – news.admin.ch, 12.02.2026
Verifizierungsstatus: ✓ 12.02.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 12.02.2026