Autor: news.admin.ch
Quelle: Bundesrats­mitteilung
Publikationsdatum: 05.12.2025
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Executive Summary

Der Bundesrat startet die Vernehmlassung zur Revision des Mehrwertsteuergesetzes. Kernpunkte sind die Ausweitung der Plattformbesteuerung auf elektronische Dienstleistungen und tiefere Schwellenwerte bei der einheitlichen Besteuerung von Tourismuspaketen. Die Reform verspricht netto budgetneutrale Effekte, verschärft jedoch Regulierung und Kontrollbefugnisse – einschliesslich möglicher Netzsperren. Führungskräfte sollten jetzt prüfen, wie sich neue Melde- und Compliance-Pflichten auf digitale Geschäftsmodelle auswirken und ob Preisstrukturen im Tourismus angepasst werden müssen.

Kritische Leitfragen

  1. Freiheit: Beschränken Netzsperren den Marktzugang internationaler Anbieter oder die Wahlfreiheit der Konsumenten?
  2. Verantwortung: Wer trägt die Compliance-Kosten – Plattformbetreiber, Produzenten digitaler Inhalte oder Endnutzer?
  3. Transparenz & Innovation: Schaffen komplexere Regeln wirklich Fairness oder hemmen sie digitale Innovation durch Rechtsunsicherheit?

Szenarienanalyse: Zukunftsperspektiven

ZeithorizontErwartete Entwicklung
Kurzfristig (1 Jahr)Plattformen kalkulieren Mehrkosten, beginnen Geo-Blocking zu prüfen; Tourismusbetriebe analysieren Paketpreise.
Mittelfristig (5 Jahre)Konsolidierung kleiner Anbieter, vermehrt automatisierte Steuer-APIs; politischer Druck zur Begrenzung von Netzsperren wächst.
Langfristig (10–20 Jahre)MWST-System könnte auf Echtzeit-Transaktionsdaten umstellen; digitale Grenzabgaben könnten traditionelle Umsatzsteuern teilweise ablösen.

Hauptzusammenfassung

Kernthema & Kontext
Die Vorlage setzt zwei parlamentarische Motionen um:

  1. Plattformbesteuerung für digitale Güter (Apps, Games, Streaming).
  2. Senkung der 70 %-Schwelle für gemischte Leistungen auf 55 %.

Wichtigste Fakten & Zahlen

  • Ab 01.01.2025 besteuern Plattformen bereits physische Online-Waren.
  • Erweiterung auf digitale Dienste bringt Mehreinnahmen im tiefen zweistelligen Millionenbereich.
  • Absenkung der Schwelle verursacht ähnlich hohe Mindereinnahmen.
  • Netzsperren als Sanktionsinstrument der ESTV.
  • Vernehmlassung läuft bis 19.03.2026.
  • ⚠️ Detailprognosen zur Anzahl betroffener Plattformen fehlen.

Stakeholder & Betroffene

  • Digitale Plattformen (App-Stores, Streaming-Portale)
  • Tourismusbetriebe & Hotellerie
  • Konsumenten digitaler Inhalte
  • Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV)

Chancen & Risiken

ChancenRisiken
Gleichbehandlung von Inland- und AuslandanbieternHohe Compliance-Kosten für KMU-Plattformen
Potenziell höhere SteuergerechtigkeitNetzsperren gefährden offene Internetarchitektur
Klarere Regeln für Paketangebote im TourismusPreissteigerungen & Wettbewerbsverzerrungen

Handlungsrelevanz
Entscheider sollten kurzfristig:

  • Umsatzströme digitaler Dienste kartieren.
  • Automatisierte Steuerabführung evaluieren.
  • Lobbyarbeit gegen übergriffige Netzsperren erwägen.
    Tourismusbetriebe sollten Paketanteile neu kalkulieren, um Margen zu sichern.

Qualitätssicherung & Faktenprüfung

  • [ ] Zentrale Aussagen und Zahlen überprüft
  • [ ] Unbestätigte