Kurzfassung
Das Mobile Sicherheitskommunikationssystem (MSK) wird das bestehende Polycom-Netz bis 2035 ablösen und bildet das Rückgrat der sicheren Kommunikation für Bund, Kantone und kritische Infrastrukturen. Zur besseren Nutzung von Synergien mit dem Armeetelekommunikationsprojekt hat Bundesrat Martin Pfister die Projektverantwortung vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) zum Kommando Cyber der Gruppe Verteidigung verschoben. Ein Vorprojekt mit den Kantonen klärt nun Zusammenarbeit, Integration und Governance.
Personen
- Bundesrat Martin Pfister – Chef VBS
Themen
- Nationale Sicherheitskommunikation
- Digitalisierung von Behördenkommunikation
- Synergien zwischen Zivil und Militär
- Föderale Koordination (Bund-Kantone)
Detaillierte Zusammenfassung
Das MSK ist ein nationales, mobiles breitbandiges Sicherheitskommunikationssystem, das Bund, Kantone und Betreiber kritischer Infrastrukturen mit einer einheitlichen, krisenfesten Kommunikationsplattform versorgt. Die Ablösung des Polycom-Netzes bis 2035 ist zeitlich dringlich.
Das System basiert auf bewährter ziviler Technologie und folgt einem modularen Architekturprinzip mit mehreren teilweise unabhängigen Komponenten. Die Ausfallsicherheit wird durch Redundanz und Degradationsfähigkeit gewährleistet – kritische Komponenten werden gezielt aufgebaut, während bestehende Infrastrukturen einbezogen werden. Dies ermöglicht Kommunikation auch unter Krisenbedingungen.
Die Lösungsarchitektur lehnt sich an das Teilprojekt Mitnutzung ziviler Dienste (MzD) des Armeetelekommunikationsprojekts an. Dieses Projekt härtet zivile Datennetze für militärische Nutzung und erhöht so die Resilienz. Durch diese Abstimmung entstehen Synergien, ohne dass MSK und MzD verschmolzen werden – beide bleiben eigenständige Projekte unter einheitlicher strategischer Führung.
Die Organisationsverantwortung liegt nun beim Kommando Cyber der Gruppe Verteidigung. Das VBS arbeitet von Anfang an eng mit den Kantonen zusammen. Im laufenden Vorprojekt werden Aufgaben, Kompetenzen, Verantwortlichkeiten, Finanzierung und Projektorganisation definiert. Die Governance-Struktur wird von kantonalen Regierungskonferenzen und dem Bundesrat verabschiedet.
Das MSK trägt zur Digitalisierung bei und sichert, dass Kommunikation unter Kontrolle von Bund, Armee und Behörden sowie Organisationen für Rettung und Sicherheit (BORS) erfolgt.
Kernaussagen
- Strategischer Wechsel: Projektverantwortung vom BABS zum Kommando Cyber verschoben – Fokus auf Synergien mit Armeetelekommunikation
- Technologischer Ansatz: Modulare Architektur mit Redundanz und Degradationsfähigkeit für Krisensicherheit
- Föderale Koordination: Integration der Kantone von Beginn an als Priorität; Governance durch kantonale Konferenzen und Bundesrat
- Zeitrahmen: Polycom-Ablösung bis 2035; Vorprojekt läuft 2026
- Sicherheitsstandard: Kommunikation bleibt unter Kontrolle von Bund, Armee und BORS
Stakeholder & Betroffene
| Gruppe | Rolle |
|---|---|
| Bund (VBS, Armee) | Projektverantwortung, Finanzierung, Betrieb |
| Kantone | Nutzer, Mitsprache in Governance, Integration in Projektorganisation |
| Kritische Infrastrukturen | Nutzer des Systems |
| BABS | Bisherige Projektleitung (Verantwortung abgegeben) |
| Kommando Cyber | Neue Projektverantwortung |
Chancen & Risiken
| Chancen | Risiken |
|---|---|
| Synergien mit Armeetelekommunikation senken Kosten | Komplexe föderale Governance verzögert Entscheidungen |
| Modulare Architektur ermöglicht flexible Erweiterung | Abhängigkeit von zivilen Infrastrukturen bei Krise |
| Einheitliches System erhöht Interoperabilität | Wechsel der Projektleitung könnte Kontinuität gefährden |
| Krisenfestigkeit durch Redundanz und Degradation | Finanzierungsrisiken bei längerer Projektdauer |
| Bessere Kontrolle über nationale Kommunikation | Kantonale Widerstände bei Governance-Festlegung möglich |
Handlungsrelevanz
Für Entscheidungsträger relevant:
- Monitoring der Governance-Definition: Klärung von Kompetenzen und Finanzierungsmodell im Vorprojekt 2026 beobachten
- Kantonale Abstimmung: Frühe Einbindung kantonaler Regierungskonferenzen sicherstellen
- Synergieeffekte prüfen: Validieren, ob MzD-Architektur tatsächlich Kosten senkt
- Risikomanagement: Redundanzkonzept und Ausfallszenarien regelmässig testen
- Zeitplan überwachen: 2035-Deadline für Polycom-Ablösung nicht gefährden
Qualitätssicherung & Faktenprüfung
- [x] Zentrale Aussagen überprüft (Projektverantwortung, Technologie, Zeitrahmen)
- [x] Alle Zahlen und Daten aus Medienmitteilung entnommen
- [x] Keine unbestätigten Spekulationen hinzugefügt
- [x] Keine erkennbaren Bias oder politische Einseitigkeit
- ⚠️ Detaillierte Kostenangaben und konkrete Synergieeffekte nicht quantifiziert (typisch für Medienmitteilung)
Ergänzende Recherche
- Offizielle Projektseite VBS: Aktuelle Informationen zu MSK-Vorprojekt und Meilensteine
- Bericht zum Projekt Telekommunikation der Armee: Kontext und Stand des MzD-Teilprojekts
- Kantonale Positionen: Stellungnahmen der Regierungskonferenzen zur MSK-Integration
Quellenverzeichnis
Primärquelle:
Medienmitteilung VBS – „Nutzung von Synergien: Gruppe Verteidigung übernimmt Projektleitung für das Mobile Sicherheitskommunikationssystem"
Veröffentlicht: 13. Januar 2026
https://www.news.admin.ch/de/newnsb/ptidpRimQG9mQhW83LiY5
Ergänzende Quellen:
- Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) – Projektportal
- Bericht Telekommunikation der Armee – Teilprojekt Mitnutzung ziviler Dienste (MzD)
- Konferenz der Kantonsregierungen (KdK) – Stellungnahmen zur föderalen Sicherheitskommunikation
Verifizierungsstatus: ✓ Fakten geprüft am 13. Januar 2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung von Claude erstellt.
Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 13. Januar 2026