Kurzfassung
Die Empa-Forschenden Elena Mavrona und Erwin Hack gründeten im April 2025 in Dübendorf das Spin-off Lepto GmbH, um die sogenannte Terahertz-Lücke zu schliessen. Das Unternehmen entwickelt hochpräzise Filter und Polarisatoren für Terahertz-Strahlung – ultradünne Folien mit Gold-Mikrostrukturen, die nur ein Mikrometer dick sind. Die Technologie entstand aus einem Forschungsprojekt am Empa-Labor „Transport at Nanoscale Interfaces" und wurde zum Patent angemeldet. Nachfragen von Forschungsinstitutionen bestätigten die Marktreife der Produkte.
Personen
- Elena Mavrona (CEO, Gründerin Lepto GmbH)
- Erwin Hack (CTO, Gründer Lepto GmbH)
Themen
- Terahertz-Technologie
- Spin-off-Gründung
- Materialwissenschaft
- Raumfahrtanwendungen
- 6G-Kommunikation
- Medizinische Diagnostik
Clarus Lead
Terahertz-Strahlung – lange Zeit ein unterentwickelter Bereich des elektromagnetischen Spektrums – wird zur Schlüsseltechnologie für kommende Dekaden: 6G-Mobilfunk, Satellitenkommunikation und nicht-invasive medizinische Diagnostik erfordern zuverlässige Komponenten. Lepto adressiert diese wachsende Nachfrage mit einer patentierten Lösung, die Gewicht und Platzanforderungen minimiert – ein kritischer Vorteil für Raumfahrtanwendungen und tragbare Medizingeräte. Die Unterstützung durch glatec (Empa-Inkubator) und Innosuisse signalisiert institutionelle Validierung eines Marktsegments, das bislang von etablierten Halbleiterunternehmen ignoriert wurde.
Detaillierte Zusammenfassung
Terahertz-Strahlung bewegt sich im elektromagnetischen Spektrum zwischen Infrarot und Mikrowellen (Wellenlängen 0,3–3 Millimeter) und bildet historisch eine Forschungslücke: Während Licht- und Mikrowellentechnologien seit Jahrzehnten etabliert sind, fehlten bis vor 30 Jahren praktische Erzeugungs- und Messinstrumente. Diese Lücke schliesst sich nun durch technologische Durchbrüche und wachsendes Anwendungsinteresse.
Leptos Kernprodukt – ein ein Mikrometer dicker Filter aus transparenter Polymerfolie mit aufgedampften Gold-Nanostrukturen – nutzt diese Entwicklung kommerziell. Die extreme Dünnheit ermöglicht drei Anwendungsfelder: (1) Raumfahrt: Terahertz-Spektroskopie für astro- und geophysikalische Forschung; Terahertz-basierte Satellit-zu-Satellit- und Satellit-zu-Erde-Kommunikation mit höherer Datenrate als konventionelle Mikrowellensysteme und verbesserter Sicherheit durch kürzere Reichweite. (2) Mobilfunk: 6G-Standard nutzt Terahertz-Frequenzen für schnellere, energieeffizientere Datenübertragung; atmosphärische Streuung begrenzt Reichweite, fördert aber Sicherheit. (3) Medizin: Nicht-ionisierende Terahertz-Wellen durchdringen oberflächliche Gewebeschichten; Anwendungen in Hautkrebs-Früherkennung, Blutgefäss- und Wundenuntersuchung sowie Flughafensicherheit (Bodyscans).
Die Gründer entwickelten die Technologie aus Marktvalidierung heraus: Forschungsinstitutionen stellten Anfragen, bestätigten Filterleistung. Mavrona und Hack nutzten 3D-Druck zur kundenspezifischen Rahmenherstellung. Lepto wird von glatec und Innosuisse unterstützt; Mavrona erhielt das „Empa Entrepreneur Fellowship". Das Unternehmen sucht derzeit Pre-Seed-Finanzierung.
Kernaussagen
- Terahertz-Strahlung schliesst sich als Technologiefeld nach 30 Jahren Grundlagenforschung zur kommerziellen Reife.
- Leptos ultradünne Filter (1 Mikrometer) bieten Gewichtsvorteil für Raumfahrt und Mobilität gegenüber etablierten Konkurrenzprodukten.
- Drei parallele Märkte (Raumfahrt, 6G, Medizin) reduzieren Abhängigkeit von einzelnen Anwendungsfeldern; Nachfrage kommt aktuell aus Forschung, nicht Industrie.
Kritische Fragen
Evidenz/Datenqualität: Welche spezifischen Leistungsmetriken (Transmissionsgrad, Bandbreite, Haltbarkeit) demonstrieren Leptos Filter gegenüber Laborprototypen oder konkurrierenden Systemen? Sind Vergleichsdaten verfügbar?
Interessenkonflikte: Inwiefern profitiert die Empa als Anteilseigner vom Spin-off-Erfolg, und wie könnte dies die Forschungspriorisierung im Labor „Transport at Nanoscale Interfaces" beeinflussen?
Kausalität/Alternativen: Warum haben etablierte Halbleiterunternehmen (z. B. Siemens, Rohde & Schwarz) nicht bereits Terahertz-Filterprodukte entwickelt? Gibt es technische oder ökonomische Barrieren, die Lepto überwunden hat?
Umsetzbarkeit/Risiken: Pre-Seed-Finanzierung deutet auf frühe Entwicklungsphase hin – wie lange bis Serienproduktion? Welche Skalierungsrisiken bestehen bei 3D-Druck-basierter Rahmenherstellung?
Marktvalidierung: Die aktuelle Nachfrage kommt aus Forschung, nicht Industrie. Welche konkreten Kundenverträge oder Absichtserklärungen liegen für 6G- oder Medizin-Anwendungen vor?
Technologische Abhängigkeit: Wie robust ist die Patentposition gegen alternative Filterarchitekturen (z. B. Metamaterialien, photonische Kristalle)?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Lepto GmbH – Terahertz-Filter für Raumfahrt und 6G – news.admin.ch, 07.05.2026 https://www.news.admin.ch/de/newnsb/DKcpsboVuvixgbywNoLgu
Ergänzende Quellen:
- Empa-Pressemitteilung: lepto.ch
- Empa-Labor „Transport at Nanoscale Interfaces": www.empa.ch/web/s604/lepto
Verifizierungsstatus: ✓ 07.05.2026
Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 07.05.2026