Kurzfassung
Das SRF-Konsumentenmagazin Espresso informiert über wichtige Neuerungen im Jahr 2026 für Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten. Die Highlights sind: besserer Schutz vor Telefonbetrug durch Kennzeichnung verdächtiger Anrufe, die Möglichkeit, rückwirkend in die dritte Säule nachzuzahlen, sowie die 13. AHV-Rente für Pensionärtinnen und Pensionäre. Zusätzlich wird das Töten männlicher Küken in der Eierproduktion beendet, Strompreise sinken, und ein neues Gesundheitstarif-System namens Tardoc wird eingeführt. Eine Reportage würdigt auch das 21-jährige Engagement von Esther Schönmann und ihrer Gassenküche in Langenthal gegen Lebensmittelverschwendung.
Personen
Themen
- Telefonbetrug und Spoofing
- Dritte Säule Nachzahlungen
-
- AHV-Rente
- Kükentötung in der Eierproduktion
- Strompreise und Photovoltaik
- Tardoc Gesundheitstarife
- E-ID Digitale Identität
- Lebensmittelverschwendung
Detaillierte Zusammenfassung
Neuerungen für Konsumenten 2026
Das Konsumentenmagazin Espresso der SRF präsentiert einen Überblick über die wichtigsten Veränderungen, die 2026 für Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten relevant werden.
Schutz vor Telefonbetrug
Ein zentrales Thema ist der verbesserte Schutz vor sogenanntem Spoofing – Telefonanrufen, bei denen sich Betrüger als Polizisten, Bankangestellte oder Behördenmitarbeiter ausgeben und versuchen, Kreditkartendaten oder andere sensitive Informationen zu erlangen. Die Anrufe kommen häufig aus dem Ausland, doch die Betrüger haben Schweizer Nummern gekapert, sodass es den Anschein erweckt, eine lokale Nummer anzurufen. Ab dem 1. Januar 2026 müssen Telefonanbieter wie Salt, Sunrise und Swisscom verdächtige Anrufe kennzeichnen. Bei Festnetznummern tritt die Regelung sofort in Kraft, bei Mobilnummern ab Sommer 2026. Verdächtige Anrufe werden ohne Nummernangabe als anonym angezeigt, und Konsumenten können bei ihrem Anbieter einstellen, dass anonyme Nummern herausgefiltert werden.
Nachzahlungen in die dritte Säule
Eine weitere Neuerung betrifft die private Altersvorsorge: Erstmals können Versicherte rückwirkend in die dritte Säule nachzahlen, falls sie in einem Jahr nicht genug eingezahlt oder die Einzahlung vergessen haben. Allerdings gelten strenge Regeln: Zunächst muss der volle Beitrag des laufenden Jahres (2026: knapp 7'300 Franken) eingezahlt werden, erst dann können Lücken aus dem Vorjahr geschlossen werden. Zudem ist eine Nachzahlung nur möglich, wenn in jedem Jahr ein AHV-pflichtiger Lohn vorhanden war – wer beispielsweise ein Jahr Auszeit nimmt, kann für diesen Zeitraum nicht nachzahlen.
13. AHV-Rente und andere finanzielle Änderungen
Pensionärtinnen und Pensionäre freuen sich auf die 13. AHV-Rente, deren erste Zahlung allerdings erst im Dezember 2026 erfolgt. Bei Strompreisen gibt es gute Nachrichten: Diese sinken 2026, allerdings profitieren Besitzer von Photovoltaikanlagen weniger – der Verband der unabhängigen Energieerzeuger rechnet mit etwa 25 Prozent niedrigeren Vergütungen für Solarstrom aufgrund des neuen Stromgesetzes.
Ende der Kükentötung
Im Bereich Landwirtschaft und Tierwohl ist ein bedeutsamer Schritt getan: Das Töten männlicher Küken endet. Bisher wurden männliche Küken von Legehennen unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet, da sie keine Eier legen und für die Fleischproduktion wirtschaftlich unrentabel waren. Bio Suisse bietet zwei Lösungen an: Die Aufzucht von Bruderhähnen (männliche Tiere spezialisierter Legehennen) oder die Verwendung von Zweinutzungshühnern, die sowohl Eier als auch Fleisch liefern. In der konventionellen Eierproduktion werden Eier mit einem Scanner durchleuchtet und männliche Küken aussortiert, bevor sie entwickelt sind – eine umstrittene Methode. Für Konsumenten bedeutet dies Mehrkosten von etwa zwei Rappen pro Ei.
Neues Gesundheitstarif-System
Ab dem 1. Januar 2026 tritt das neue Tarifsystem Tardoc für ambulante medizinische Behandlungen in Kraft. Ob dieses System zu Kostenersparnissen für Patientinnen und Patienten führt, ist noch unklar – offiziell wird Kostenneutralität versprochen.
E-ID Digitale Identität
Frühestens im Sommer 2026 soll die E-ID, die digitale Identitätskarte des Bundes, in Betrieb gehen. Die Schweizer Stimmbürger hatten diesem Projekt im September mit knapper Mehrheit zugestimmt.
Weihnachtsgeschichte: Esther Schönmann und die Gassenküche Langenthal
Der Beitrag würdigt das langjährige soziale Engagement der 83-jährigen Esther Schönmann. Vor mehr als 20 Jahren gründete sie zusammen mit anderen Freiwilligen in Langenthal eine Gassenküche, um gegen Lebensmittelverschwendung anzukämpfen. Schönmann ist bescheiden aufgewachsen und kritisiert die heutige Verschwendungskultur. Nach der Corona-Pandemie passte sie das Konzept an: Statt täglich Suppe auszugeben, verteilt die Initiative nun wöchentlich etwa 230 Säcke gefüllt mit Lebensmitteln und Haushaltsprodukten an Menschen mit sehr knapem Budget.
Drei Tage vor der wöchentlichen Verteilung sammelt Schönmann Lebensmittel, die sonst im Abfall landen würden. Sie kooperiert mit anderen Hilfsprojekten wie Tischlein Deggdich und der Schweizer Tafel. Mit ihrem Auto transportiert sie volle Kisten mit Bananen, Bier ohne Alkohol und vielen anderen noch geniessbaren Produkten.
Neben der Markthalle in Langenthal kommen Bedürftige in Scharen. Für zwei Franken erhalten sie eine Nummer und einen gefüllten Sack. Familienvater Stefan Trüssel und seine zwei kleinen Kinder waren dankbar für Brot, Bohnen und andere Lebensmittel – für sie bedeutet dies für längere Zeit wieder etwas zu essen. Es ist eine klassische Win-Win-Situation: Lebensmittel werden gerettet und landen dort, wo sie gebraucht werden.
Trotzdem ist Schönmanns Einsatz nur ein Tropfen auf heissem Stein – in der Schweiz landen jährlich über 2,5 Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall. Neben der Gassenküche führt Schönmann auch noch einen Brocken (Second-Hand-Shop), wo Familien wie die Trüssels auch Kleidung und Haushaltssachen erhalten.
Auf die Frage, wie lange sie noch weitermachen will, wird Schönmann nachdenklich. Sie möchte eigentlich loslassen und sagt: "Ich will wirklich loslassen, fertig, Schluss. Aber es wird schwierig sein, das ist mir klar." Sie weiss, dass irgendwann genug ist und man nicht ewig weitermachen kann. Die Hoffnung bleibt, dass das Projekt eine gute Nachfolge findet.
Kernaussagen
Ab Januar 2026 werden verdächtige Telefonanrufe von Telefonanbietern gekennzeichnet, um Spoofing-Betrug zu reduzieren.
Erstmals können Versicherte rückwirkend in die dritte Säule nachzahlen, müssen aber zuerst den vollen Betrag des laufenden Jahres einzahlen und dürfen kein Jahr ohne AHV-pflichtigen Lohn haben.
Die 13. AHV-Rente wird erstmals ausgezahlt (Dezember 2026), und Strompreise sinken – letzteres wird durch reduzierte Photovoltaik-Vergütungen aufgewogen.
Das Töten männlicher Küken endet; Bio-Produzenten nutzen Bruderhähne oder Zweinutzungshühner, während konventionelle Produzenten Geschlechtserkennung per Scanner verwenden (kostet Konsumenten etwa 2 Rappen pro Ei).
Das neue Gesundheitstarif-System Tardoc tritt in Kraft; die E-ID soll frühestens Sommer 2026 starten.
Esther Schönmann setzt sich seit über 20 Jahren gegen Lebensmittelverschwendung ein und verteilt wöchentlich 230 Säcke Lebensmittel an Bedürftige in Langenthal – ein Tropfen auf heissem Stein bei 2,5 Millionen Tonnen jährlicher Lebensmittelverschwendung in der Schweiz.
Metadaten
Sprache: DeutschTranscript ID: 45
Dateiname: Espresso_radio_AUDI20251230_RS_0030_baa6f2cc814a4c7b94ba22a9744633cc.mp3
Original-URL: https://download-media.srf.ch/world/audio/Espresso_radio/2025/12/Espresso_radio_AUDI20251230_RS_0030_baa6f2cc814a4c7b94ba22a9744633cc.mp3
Erstellungsdatum: 2025-12-30 09:05:00
Textlänge: 9938 Zeichen