Autor: Bundesamt für Rüstung armasuisse
Quelle: news.admin.ch
Publikationsdatum: 2. Dezember 2025
Lesezeit der Zusammenfassung: 3 Minuten

Executive Summary

Ein von armasuisse ausgeschriebener Ideenwettbewerb zur umweltschonenden Bergung von historischer Munition aus Schweizer Seen hat aus 214 Einreichungen drei preiswürdige Lösungskonzepte identifiziert. Trotz der erfolgreichen Konzeptfindung ist aktuell keine konkrete Bergungsaktion geplant, da das laufende Umweltmonitoring bisher keine negativen Auswirkungen der 8.000 Tonnen versenkter Munition nachweist. Die prämierten Konzepte dienen primär als Grundlage für weitere Forschung und potentielle zukünftige Einsätze.

Kritische Leitfragen

  1. Wie lange kann die Strategie des Abwartens und Beobachtens bei der versenkten Munition verantwortet werden, wenn die präventive Bergung technisch machbar wäre?

  2. Welche Transparenzstandards sollten für das laufende Monitoring angewendet werden, um Vertrauen in die Unbedenklichkeitseinschätzung zu gewährleisten?

  3. Inwiefern könnten die entwickelten Bergungstechnologien als Innovationsexport und wirtschaftliche Chance für die Schweiz dienen, angesichts ähnlicher Probleme in vielen anderen Ländern?

Szenarienanalyse: Zukunftsperspektiven

Kurzfristig (1 Jahr):
Detaillierte technische Evaluation und Weiterentwicklung der prämierten Konzepte durch armasuisse, begleitet von intensiviertem Umweltmonitoring. Mögliche Pilottests in begrenzten Gebieten zur Validierung der Umweltverträglichkeit.

Mittelfristig (5 Jahre):
Entwicklung eines hybriden Ansatzes, der Elemente aller drei prämierten Konzepte kombiniert. Internationale Kooperation mit Ländern, die ähnliche Munitionsaltlasten haben. Möglicherweise selektive Bergung in besonders sensiblen Zonen als Präventivmassnahme.

Langfristig (10–20 Jahre):
Vollständiger Paradigmenwechsel von der Beobachtungsstrategie hin zu präventiver Bergung, bedingt durch strengere Umweltauflagen oder neue Erkenntnisse zu Langzeiteffekten. Die in der Schweiz entwickelten Technologien könnten zum globalen Standard für ähnliche Umweltprobleme werden.

Hauptzusammenfassung

Kernthema & Kontext

Ein Expertengremium hat die drei besten Vorschläge zur umweltschonenden und sicheren Bergung von Munition aus Schweizer Seen gekürt. Das Bundesamt für Rüstung armasuisse hatte den Wettbewerb ausgeschrieben, um neue Verfahren für die Bergung von ca. 8.000 Tonnen Munition zu finden, die zwischen 1918 und 1964 in drei Schweizer Seen versenkt wurden.

Wichtigste Fakten & Zahlen

  • 214 Vorschläge wurden insgesamt eingereicht
  • Erster Preis (30.000 CHF): Niederländische Unternehmen mit Konzept einer luftgefüllten Taucherglocke
  • Zweiter Preis (15.000 CHF): Helbling Technik Wil AG mit modifizierter Strandreinigungsmaschine
  • Dritter Preis (5.000 CHF): Walo Bertschinger AG mit geschlossenem Kubus-System
  • Munitionstiefe: 150 bis 215 Meter in Thuner-, Brienzer- und Vierwaldstättersee
  • Versenkungszeitraum: 1918 bis 1964

Stakeholder & Betroffene

  • Bundesamt für Rüstung armasuisse und VBS als verantwortliche Behörden
  • Gewinnerfirmen aus den Niederlanden und der Schweiz
  • Anwohner und Nutzer der betroffenen Seen (Tourismus, Fischerei)
  • Umweltverbände und -behörden mit Interesse am Ökosystem der Seen
  • Forschungseinrichtungen, die am Monitoring beteiligt sind

Chancen & Risiken

Chancen:

  • Entwicklung innovativer Umwelttechnologien mit Exportpotential
  • Präventive Eliminierung potentieller Umweltrisiken
  • Technologische Führerschaft bei Umweltsanierungsprojekten

Risiken:

  • Jede Bergungsmethode birgt Risiken für das empfindliche Ökosystem
  • Hohe Kosten bei möglicherweise unnötigen Bergungsmassnahmen
  • Komplexe technische Herausforderungen in grosser Wassertiefe

Handlungsrelevanz

Derzeit ist keine unmittelbare Bergungsaktion geplant, solange das Monitoring keine negativen Umweltauswirkungen zeigt. Die prämierten Konzepte dienen als Basis für weitere Abklärungen und Forschungsprojekte. Für interessierte Stakeholder bietet sich im Januar 2026 ein Medienfachgespräch an, für das man sich unter [email protected] anmelden kann.

Quellenverzeichnis

Primärquelle:
Medienmitteilung: Ideenwettbewerb zur Bergung von Munition entschieden

Ergänzende Quellen:

  1. Medienmitteilung vom 6.2.2025: Ideenwettbewerb – gegen 100 Ideen eingegangen
  2. Medienmitteilung vom 7.8.2024: armasuisse lanciert Ideenwettbewerb
  3. Informationen zu "Munition in Schweizer Seen", "Innovationsräume VBS"