Kurzfassung
Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) hat die OECD mit einer Studie beauftragt, die geschlechtsspezifische Vertrauensunterschiede in Schweizer Institutionen untersucht. Die Schweiz weist zwar international hohe Vertrauenswerte auf, zeigt aber eines der ausgeprägtesten Geschlechtergefälle unter 30 OECD-Ländern. Frauen vertrauen öffentlichen Institutionen systematisch weniger als Männer – ein Phänomen, das erstmals umfassend dokumentiert wurde. Die Studie wurde am 9. Juni 2026 in Bern präsentiert und soll in die Überarbeitung der Gleichstellungsstrategie 2030 einfliessen.
Personen
- Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) (Auftraggeber)
Themen
- Geschlechterparität
- Institutionelles Vertrauen
- Politische Partizipation
- Demokratie und Bürgerbeteiligung
Clarus Lead
Das Vertrauensgefälle zwischen Frauen und Männern in Schweizer Institutionen ist fast doppelt so hoch wie der OECD-Durchschnitt – ein Befund mit direkten Konsequenzen für die demokratische Legitimation und Reformfähigkeit. Diese Erkenntnisse treffen auf einen kritischen Moment: Der Bundesrat überarbeitet derzeit seine Gleichstellungsstrategie 2030 und kann nun auf belastbare Daten für geschlechtergerechte Politikgestaltung zurückgreifen. Die Studie zeigt, dass Vertrauenslücken nicht nur symbolisch sind – sie beeinflussen konkret die Inanspruchnahme von Dienstleistungen und Abstimmungsbeteiligung.
Detaillierte Zusammenfassung
Die OECD-Studie dokumentiert ein systematisches Muster: Während 65 Prozent der Männer Vertrauen in ihre Fähigkeit zur politischen Teilhabe haben, sind es bei Frauen nur 45 Prozent. Dieser Unterschied schlägt sich in der tatsächlichen Partizipation nieder – 26 Prozent der Frauen beteiligen sich an keiner politischen Aktivität, gegenüber 17 Prozent der Männer. Besonders deutlich wird das Gefälle bei der Bewertung von Behördengerechtigkeit: Während fast zwei Drittel der Männer glauben, dass Anträge auf Unterstützung gleichberechtigt behandelt werden, teilt diese Ansicht nur etwa die Hälfte der Frauen. Bei der Frage, ob das Parlament die Interessen verschiedener Bevölkerungsgruppen gleichberechtigt vertritt, sagen sechs von zehn Männern ja – aber weniger als die Hälfte der Frauen.
Die Studie empfiehlt konkrete Massnahmen: frühere und intensivere politische Einbeziehung von Mädchen und Frauen, bessere Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Erwartungen bei öffentlichen Dienstleistungen sowie transparentere Verwaltungsverfahren. Zentral ist die Forderung nach verbesserter Erfassung und Nutzung geschlechtsspezifischer Daten – eine Empfehlung, die mit den Richtlinien des Bundesrates zu Geschlechteraspekten in Statistiken übereinstimmt. Solche Daten gelten als unverzichtbar, um Politikmassnahmen wirksam auf die gesamte Bevölkerung auszurichten.
Kernaussagen
- Frauen in der Schweiz vertrauen öffentlichen Institutionen signifikant weniger als Männer – ein Unterschied, der fast doppelt so gross ist wie im OECD-Durchschnitt
- Die Vertrauenslücke korreliert mit niedrigerer politischer Partizipation und Skepsis gegenüber Behördengerechtigkeit
- Handlungsempfehlungen fokussieren auf frühe politische Partizipation, geschlechtssensible Dienstleistungsgestaltung und verbesserte Datenerfassung
Kritische Fragen
Evidenz: Wie wurden die Vertrauenswerte erhoben – durch repräsentative Umfrage, Interviews oder Sekundärdaten? Welche Stichprobengrösse und Fehlermargen liegen vor?
Datenqualität: Wurden soziodemografische Faktoren (Alter, Bildung, Einkommen, Migrationshintergrund) kontrolliert, oder spiegelt das Gefälle möglicherweise andere Unterschiede wider?
Kausalität: Führt niedriges Vertrauen zu geringerer Partizipation, oder führt Ausschluss aus Partizipation zu Vertrauensverlust? Welche Richtung dominiert?
Umsetzbarkeit: Wie konkret sind die Empfehlungen zur „frühen politischen Einbeziehung" von Mädchen? Welche Schulreformen oder Institutionen sind gemeint?
Interessenskonflikte: Das EBG hat die Studie in Auftrag gegeben – besteht ein Anreiz, Geschlechterdifferenzen zu betonen, um Ressourcen für Gleichstellungsmassnahmen zu rechtfertigen?
Vergleichbarkeit: Sind die OECD-Länder methodisch identisch befragt worden, oder könnten unterschiedliche Erhebungsmethoden die Schweizer Zahlen verzerren?
Nebenwirkungen: Können Massnahmen zur Steigerung des Frauenvertrauens unbeabsichtigte Folgen haben – etwa Polarisierung zwischen Geschlechtern oder Backlash?
Quellenverzeichnis
Primärquelle: Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) / OECD – Studie zu geschlechtsspezifischen Vertrauensunterschieden in Schweizer Institutionen (09.06.2026) – https://www.news.admin.ch/de/newnsb/nXbyFcZ8PZTt9ykuGLAwC
Ergänzende Quellen:
- Bundesrat – Richtlinien über die Berücksichtigung des Geschlechts in Studien und Statistiken (2024) – https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/2024/410/de
- Bundesrat – Gleichstellungsstrategie 2030 – https://www.admin.ch/de/newnsb/mxp0T3OlcYcn4cNstJAsX
Verifizierungsstatus: ✓ 09.06.2026
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Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 09.06.2026