Kurzfassung

Zürcher Gewässer sind massiv mit Gadolinium belastet – einem Metall, das in MRT-Kontrastmitteln verwendet wird. Das Wasserforschungsinstitut Eawag hat Konzentrationen gemessen, die bis zu tausendfach höher liegen als natürliche Werte. Kläranlagen können den Stoff nicht filtern. Als Lösung wird ein Pilotprojekt in Graubünden getestet: Patienten sollen 24 Stunden nach der Untersuchung Urinsammelbeutel verwenden, um das Gadolinium direkt zurückzuhalten.

Personen

  • Ralf Kägi (Eawag)
  • [Edith Durisch-Kaiser](/de/?search=Edith Durisch) (Gewässerschutz Kanton Zürich)

Themen

  • Medizinische Umweltbelastung
  • Wasserqualität und Ökosystemschutz
  • Klärtechnik und Abwasserbehandlung

Clarus Lead

Hospitalabwässer gefährden Zürcher Gewässer: Das Wasserforschungsinstitut Eawag hat dokumentiert, dass Gadolinium – ein in MRT-Untersuchungen verwendetes Kontrastmittel – in extremen Konzentrationen in Zürcher Seen und Flüssen landet. Ralf Kägi vom Eawag warnt: Das Ökosystem einzelner Gewässer ist bereits gefährdet, obwohl die genaue toxikologische Wirkung noch nicht vollständig erforscht ist. Eine simple Intervention könnte das Problem lösen – doch die Umsetzung scheitert bislang an organisatorischen Hürden.


Detaillierte Zusammenfassung

Die Konzentration von Gadolinium in Zürcher Gewässern übersteigt natürliche Hintergrundwerte um bis zum Tausendfachen. Das Metall gelangt über Patientenurin in die Kläranlagen und wird dort nicht zurückgehalten – es fliesst nahezu ungehindert in Oberflächengewässer ab.

Der Hintergrund ist medizinisch sinnvoll: Bei MRT-Untersuchungen wird Gadolinium als Kontrastmittel injiziert. Der Körper scheidet es über den Urin aus. Allerdings sind Kläranlagen nicht ausgelegt, um Gadolinium zu filtern. Edith Thourish vom Gewässerschutz des Kantons Zürich bestätigt: Die Technologie dafür existiert schlicht nicht in den bestehenden Anlagen.

Das Pilotprojekt in Graubünden testet deshalb eine präventive Lösung: Patienten sollen 24 Stunden nach der MRT einen Urinsammelbeutel tragen. Das kontaminierte Sekret wird direkt entsorgt – das Gadolinium gelangt nie in die Kläranlagen. Edith Thourish hält diese Methode für „wahrscheinlich die beste" verfügbare Option. Allerdings blockieren noch offene Fragen die Einführung in Zürich. Das Stadtspital Zürich „verfolgt die Diskussion", führt das System aber noch nicht ein.


Kernaussagen

  • Gadolinium-Konzentrationen in Zürcher Gewässern liegen bis zu 1.000-mal über natürlichen Werten
  • Das Metall stammt aus MRT-Kontrastmitteln, die über Kläranlagen nicht herausgefiltert werden können
  • Ein Urinsammelbeutel-System (24 Stunden post-MRT) könnte das Problem an der Quelle lösen
  • Graubünden testet das Modell; Zürich wartet noch auf Abklärungen

Kritische Fragen

  1. Evidenz/Datenqualität: Wie viele Messungen hat das Eawag durchgeführt, und über welchen Zeitraum? Gibt es regionale Unterschiede in der Gadolinium-Belastung, und sind alle Kläranlagen gleich betroffen?

  2. Evidenz/Quellenvalidität: Welche internationalen Studien dokumentieren bereits ähnliche Belastungen in anderen Ländern? Unterscheiden sich die Befunde, und wenn ja, warum?

  3. Interessenkonflikte/Anreize: Wer trägt die Kosten für die Urinsammelbeutel – Patient, Spital oder Krankenversicherung? Könnten finanzielle Hürden die Compliance gefährden?

  4. Kausalität/Alternativen: Sind es nur MRT-Kontrastmittel, oder tragen auch andere medizinische oder industrielle Quellen zu Gadolinium-Emissionen bei? Welche alternativen Kontrastmittel existieren?

  5. Umsetzbarkeit/Risiken: Warum verzögert sich die Einführung in Zürich trotz bekannter Lösung? Welche „Abklärungen" sind noch notwendig, und wie lange wird das dauern?

  6. Umsetzbarkeit/Nebenwirkungen: Wie wird Patienten-Compliance sichergestellt? Werden Patientinnen und Patienten über die Umweltauswirkungen ihrer MRT informiert?

  7. Kausalität/Gegenhypothesen: Konnte das Eawag ausschliessen, dass andere Faktoren (Industrieeinleitungen, alte Lagerstätten) zur Gadolinium-Belastung beitragen?

  8. Evidenz/Datenqualität: Welche toxikologischen Schwellwerte gelten für Gadolinium in aquatischen Ökosystemen, und sind diese überschritten?


Quellenverzeichnis

Primärquelle: Regionaljournal Zürich-Schaffhausen – SRF Audio (23.02.2026) https://download-media.srf.ch/world/audio/Regionaljournal_Zuerich_Schaffhausen_radio/2026/02/Regionaljournal_Zuerich_Schaffhausen_radio_AUDI20260223_NR_0120_e3c896d4ba264352ac3b88eb63f0f97f.mp3

Verifizierungsstatus: ✓ 23.02.2026


Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-Modells erstellt. Redaktionelle Verantwortung: clarus.news | Faktenprüfung: 23.02.2026